Freitag, 23.04.2021

Vorletztes Qualifikationsturnier in Ungarn: Vier Kleinostheimer und ein Hösbacher hoffen

Ringen
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Kleinostheims Niklas Stechele (rechts) ringt in Budapest trotz eines Innenband-Anrisses im Knie im 57-kg-Limit um das Olympia-Ticket.
Foto: Jens Dörr
Wer im Ringen jetzt noch nicht für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert ist, hat maximal noch zwei Chancen, das begehrte Ticket zu lösen: Zwei Qualifikationsturniere stehen noch an - ein weltweit besetztes im April in Sofia sowie ein rein europäisches diesen Donnerstag bis Sonntag in Ungarns Hauptstadt Budapest.

Sowohl bei den Männern (pro Stilart sechs olympische Gewichtsklassen) und bei den Frauen (nur Freistil, ebenfalls sechs Gewichtsklassen) muss im jeweiligen Limit der Finaleinzug her, um in Fernost dabei zu sein. Vier Ringer des SC Kleinostheim und einer des KSC Hösbach streben das in den nächsten Tagen an.

Ziel ist jeweils das Finale

Am Mittwochabend werden die Duelle der ersten Runde ausgelost. Dann können die Sportler anhand des Turnierbaums auch abschätzen, auf wen sie auf dem weiteren Weg ins Finale treffen könnten. Der Finalkampf stellt in allen Fällen die eher unbedeutende Kür dar, weil beide Finalisten die Olympia-Qualifikation geschafft haben.

Wichtig ist es dennoch, sich nach einem Sieg im Halbfinale vor dem Finale am Folgetag nicht gehen zu lassen: Am Finaltag wird noch einmal gewogen, und Übergewicht würde die Olympia-Qualifikation kosten.

Das heißeste deutsche Eisen, das die Region in Budapest im Feuer hat, ist Pascal Eisele. Der Odenwälder (entstammt dem SV Fahrenbach, ringt in der Bundesliga für den SC Kleinostheim) greift am Samstag im griechisch-römischen Stil im 77-Kilo-Greco-Limit ins Geschehen ein. Greco-Bundestrainer Michael Carl sagt kurz vor dem Turnier: »Stand heute ist Pascal in sehr guter Verfassung. Er hat mir im Training und auch bei seinem letzten Turnier gut gefallen.«

Erfahrung zählt

Dem Europameister von 2016 und WM-Dritten von 2017 könnte seine Erfahrung bei großen Turnieren zugute kommen. Carl weiß aber auch um die große Herausforderung: »Viele Weltklasse-Athleten sind dabei, weil sie noch nicht qualifiziert sind.« Etwa der amtierende Olympiasieger Roman Wlassow (Russland) gehört in diese Kategorie.

Auch auf seinen Kleinostheimer Bundesliga-Teamkollegen Alexandrin Gutu (nominiert vom moldawischen Verband) könnte Eisele treffen. An ein potenzielles zweites Qualifikationsturnier für Eisele möchte Nationalcoach Carl (noch) nicht denken: »Wir konzentrieren uns komplett auf Budapest.« Sollte Eisele dort scheitern, dürfte er in Sofia aber die erneute Gelegenheit bekommen.

Im freien Stil (Kämpfe am Donnerstag) erhält Shootingstar Niklas Stechele, der 2020 nach Kleinostheim gewechselt war, mit erst 20 Jahren seine erste Olympia-Qualifikationschance Im 57-Kilo-Limit ist er aktuell Deutschlands Nummer zwei hinter dem noch nicht qualifizierten, da an den Nachwirkungen des Pfeifferschen Drüsenfiebers laborierenden und noch nicht einsatzbereiten Horst Lehr.

Stechele zog sich kürzlich zwar einen Innenband-Anriss im Knie zu. »Mit Tape und Spritze geht das aber, er wird in Budapest auf jeden Fall ringen«, kündigt Freistil-Bundestrainer Jürgen Scheibe an. Beim jungen, im internationalen Männerbereich noch unerfahrenen Stechele dürfe man allerdings »die Erwartungen noch nicht zu hochschrauben«. Scheibe macht aber keinen Hehl daraus, dass Stechele im Falle eines Scheiterns in Budapest seine zweite Chance in Sofia bekommen würde.

Gutu, Karadeniz und Sahayan

Hinsichtlich ausländischer Athleten sind die Untermain-Bundesligisten Kleinostheim und Hösbach beim Olympia-Qualifikationsturnier nicht nur mit Alexandrin Gutu vertreten: Kleinostheims türkischer Freistil-Europameister Süleyman Karadeniz will das Tokio-Ticket in der Freistil-Klasse bis 97 Kilo; Hösbachs Zugang Gevorg Sahayan, polnischer Staatsbürger mit armenischen Wurzeln und 2019 Vize-Europameister, greift im 67-Kilo-Greco-Limit an.

Das Hösbacher Eigengewächs Niklas Dorn (65 Kilo Freistil) darf sich laut Jürgen Scheibe noch Hoffnungen auf das spätere Turnier in Sofia machen. Eine Ringerin schaut sich das alles gelassen an: Die Waldaschafferin Anna Schell ist als amtierende WM-Dritte bereits seit September 2019 für die Olympischen Spiele qualifiziert.

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