Mittwoch, 28.10.2020
75 Jahre Main-echo Main-Echo Startseite

Trotz Juretzko-Leihe: Kleinostheimer Ringer verstärken sich mit Altmeister, stehen jetzt aber unter Druck

Ringer-Bundesliga
Kommentieren
2 Min.

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Rin­ger-Bun­des­li­gist SC Klei­n­ost­heim hat sein »ers­tes End­spiel«, wie es Vor­sit­zen­der Tho­mas So­ko­low­ski vor­ab ge­nannt hat­te, ver­lo­ren: Beim SV Jo­han­nis Nürn­berg, der als di­rek­ter Kon­kur­rent um den für die Play­offs min­des­tens nö­t­i­gen drit­ten Ta­bel­len­platz in der Südost-Grup­pe gilt, setz­te es am Sams­ta­g­a­bend ei­ne 9:12-Nie­der­la­ge. Selbst ein kurzfristig realisierter Transfercoup änderte daran vor nur 90 zugelassenen Zuschauern wenig.

Denn die »Warriors« überraschten mit einem großen Namen in der Zehnerformation: Adam Juretzko besetzte in Nürnberg das Kleinostheimer Greco-Weltergewicht. Juretzko ist gerade 49 (!) Jahre alt geworden, doch der Deutsche mit polnischen Wurzeln gilt noch immer als Meister seines Fachs. Juretzko, Spitzname »Commander«, wurde noch 2017 deutscher Meister im Klassiker-Limit bis 77 Kilo, dazu jeweils Dritter 2018 und 2019. In der Bundesliga spielte er kontinuierlich eine starke und zuverlässige Rolle, zuletzt beim KSV Witten. Da die Wittener vor zehn Tagen ihre Mannschaft coronabedingt aus der Nordwest-Gruppe zurückzogen - 48 Stunden vor dem ersten Kampf -, konnten die Kleinostheimer die Gelegenheit nutzen, Juretzko als Leihringer zu verpflichten.

Gegen den internationalen Topmann Zoltan Levai lieferte der Commander am Samstag das, was sein neuer Klub von ihm erwartet hatte: Er hielt seine Niederlage beim 2:5 in Grenzen, gab nur zwei Mannschaftspunkte ab. Normalerweise steht der Moldawier Alexandrin Gutu für die Warriors im 75-Kilo-Greco-Limit, »wir dachten aber, dass auch er gegen Levai knapp verlieren würde«, sagte Sokolowski. Also ließ man Gutu, der noch am Mittwoch 77 Kilo gewogen hatte, für Samstag auf 71 Kilo abkochen. »Schon am Freitag hat er dieses Gewicht gebracht«, so Sokolowski, der einen 13:7-Erfolg des 17-jährigen Ausnahmetalents gegen Deniz Menekse sah. Allerdings hatten die Kleinostheimer sogar auf mehr als zwei Mannschaftspunkte durch Gutu gesetzt.

Das Maximum von vier Zählern holte für die Gäste Pascal Eisele, der Arian Güney nach vier Minuten im Anschluss an eine Kopfklammer schulterte. Saba Bolaghi erfüllte gegen Tim Stadelmann mit zwei Mannschaftspunkten ebenfalls das Soll. Auch Ilir Sefai, der schon am ersten Kampftag siegreich gewesen war, gewann im Vergleich der N 6-Athleten gegen Stoyan Iliev knapp. »Hier hatten wir aber auf mehr als einen Mannschaftszähler gehofft«, gab Sokolowski zu.

In den anderen Begegnungen kassierten die Kleinostheimer Niederlagen. Vor allem die von Niklas Stechele (gegen Yelaman Kadyrseit) und Lucas Diehl (gegen Andreas Walter) fielen mit je 0:3 Mannschaftspunkten deftig aus. »Niklas hat nicht schlecht gerungen, wurde aber immer wieder übertragen und ausgekontert«, sagte Sokolowski. Diehl kassierte zu Beginn mehrere Beinschrauben, fand wie schon am ersten Kampftag erst spät in sein Duell. Die knappen Niederlagen von Ibrahim Fallacara (0:2 gegen Jacopo Sandron), Marcus Plodek (0:1 gegen Johannes Mayer) und Marc Bonert (0:1 gegen 120-Kilo-Koloss Daniel Ligeti) wertete der Sportclub-Vorsitzende eher positiv. Vor allem Plodek und Bonert überzeugten gegen schwerere Gegner und hielten den Schaden klein. Plodek kam zum Einsatz, weil Gabriel Stark unter der Woche ein Antibiotikum nicht vertragen hatte und für einen Einsatz im 98-Kilo-Freistil-Limit kaum im Besitz seiner Kräfte gewesen wäre.

Urteil steht aus

Die Niederlage gegen Nürnberg können die Kleinostheimer in der Rückrunde auch im direkten Vergleich noch drehen. Allerdings steht noch ein Urteil vom ersten Kampftag aus, nach dem die Nürnberger Niederlage in Schorndorf in einen Sieg umgewandelt werden könnte. Schorndorf hatte bei einem Athleten einen zu niedrigen Ringerpunkte-Wert angegeben und unter Berücksichtigung des korrekten Werts die 28-Punkte-Marke gerissen. Zwei unerwartete Pluspunkte für Nürnberg würde es den Kleinostheimern weiter erschweren, sich im Vergleich mit dem SV Johannis sowie Schorndorf und Burghausen (siegte in Markneukirchen) einen Platz unter den ersten drei zu sichern.

SV Johannis Nürnberg - SC Kleinostheim 12:9

57F: Kadyrseit - Stechele 3:0 (16:5); 130G: Ligeti - Bonert 1:0 (2:1); 61G: Sandron - Fallacara 2:0 (4:0); 98F: Mayer - Plodek 1:0 (3:1); 66F: Iliev - Sefai 0:1 (4:6); 86G: Güney - Eisele 0:4 (SN); 71G: Menekse - Gutu 0:2 (7:13); 80F: Walter - Diehl 3:0 (16:4); 75F: Stadelmann - Bolaghi 0:2 (0:4); 75G: Levai - Juretzko 2:0 (5:2); Kampfrichter: Benjamin Senn; Zuschauer: 90.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!