Dienstag, 26.05.2020
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DRB verschiebt Bundesliga-Start auf Oktober: Kleinostheim findet's richtig, Hösbach übereilt

Ringen
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Kleinostheims Vorsitzender Thomas Sokolowski begrüßt die Verschiebung des Saisonstarts.
Foto: rw-system
Die Sai­son 2020/21 in der Rin­ger-Bun­des­li­ga soll wei­ter­hin statt­fin­den, al­ler­dings spä­ter star­ten als ge­plant. Der Vor­stand des Deut­schen Rin­ger-Bunds (DRB) hat am Di­ens­tag in ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz die Ver­le­gung des Run­den­be­ginns vom 5. Sep­tem­ber auf den Ok­tober be­sch­los­sen.

Bei den unterfränkischen Bundesligisten SC Kleinostheim und KSC Hösbach stößt der Beschluss auf ein unterschiedliches Echo. Darüber hinaus stellt die Corona-Krise beide Vereine vor allem bei der Hallenbelegung und beim Sponsoring vor besondere Herausforderungen.

Der DRB begründet die Verschiebung des Saisonstarts mit dem kompletten Umbau des internationalen Turnierkalenders durch den Weltverband United World Wrestling (UWW). Der muss beispielsweise neue Termine für die beiden noch ausstehenden Olympia-Qualifikationsturniere - für das erste Turnier sind auch der Kleinostheimer Zugang Pascal Eisele und der Hösbacher Rückkehrer Niklas Dorn nominiert - finden und für seine Veranstaltungen voraussichtlich auch den September nutzen.

Schwammige Formulierungen

Der DRB, der neben dem Ligabetrieb weiter offen lässt, ob er die für März, April und Mai geplanten und abgesagten deutschen Einzelmeisterschaften 2020 überhaupt noch nachholen kann, teilte den Bundesligisten aktuell herbe und zugleich noch sehr schwammig formulierte Auswirkungen mit. So präzisiert der Verband noch nicht, wann genau im Oktober das Ringer-Oberhaus starten soll. Frühestens rechnen dürfen Vereine und Fans (wenn gerungen wird, dann nur mit Publikum, »Geisterkämpfe« sind ausgeschlossen) derzeit mit einem Beginn am 3. Oktober, dem ersten Samstag dieses Monats. Genauso denkbar ist derzeit aber auch ein Auftakt erst Mitte oder Ende Oktober.

Klar ist für den SC Kleinostheim wie für Aufsteiger KSC Hösbach, dass die vier für den September geplanten Bundesliga-Kampftage nicht stattfinden. Beide Clubs wären in diesem Monat je dreimal auf die Matte gegangen. Noch ist ungewiss, ob diese Kämpfe zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden und der restliche Kampfplan bestehen bleibt oder ob alle bisherigen Kampftage und Termine komplett über den Haufen geworfen und neu geplant werden müssen.

Für die Kleinostheimer »Warriors« wie die Hösbacher »Vikings« bedeutet das auf jeden Fall viel zusätzliche Unsicherheit und Arbeit. Kleinostheims Vorsitzender Thomas Sokolowski begrüßt die Verlegung des Starts in den Oktober dennoch. »Bislang sind wir im Dunkeln getappt. Die Verlegung ist besser als eine Absage der Saison.«

Hösbachs Vorsitzender Reimund hingegen findet die Verschiebung verfrüht: »Ich habe viel Verständnis für die ganzen Maßnahmen gegen das Corona-Virus. Ich sehe aber keine Gründe, warum der DRB jetzt schon die Verschiebung von September auf Oktober beschlossen hat.« Heeg kritisiert zudem, dass die Vereine vom Verband nicht aktiv in die Entscheidungsfindung einbezogen worden seien, ja nicht mal ein Meinungsbild der Bundesligisten abgefragt worden sei. Seinen Unmut hat der KSC Hösbach dem DRB deshalb auch in einer E-Mail mitgeteilt.

Verlängerung bis Januar?

Dennoch müssen sich beide Vereine jetzt umstellen. Einig sind sich Sokolowski und Heeg darin, dass die Saison - deren Gruppenphase nach der ursprünglichen Planung vor Weihnachten beendet gewesen wäre - nun in den Januar hinein verlängert werden sollte. Englische Wochen oder zusätzliche Doppelkampftage im Oktober, November und Dezember halten beide für die schlechtere Alternative. Bei einer Verlängerung der Gruppenphase in den Januar hinein müssten die Play-offs auf den Februar verschoben werden.

Große Probleme wird die Verschiebung der Ringer-Bundesliga beiden Vereinen bei der neuen Terminplanung vor allem deshalb bereiten, weil sowohl in Kleinostheim die Schulturnhalle und die benachbarte Maingauhalle als auch in Hösbach der Kultur- und Sportpark von vielen anderen Nutzern stark frequentiert sind und die Ringerclubs bei ihren Heimkämpfen auf freie Kapazitäten vor allem Samstagabend angewiesen sind.

Diese neue Herausforderung trifft beide Bundesligisten in einer Phase, da sich wegen der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft am Untermain auch die Gespräche mit den Sponsoren als schwierig gestalten. »Die Corona-Krise hat das total verändert«, hat Heeg festgestellt. »Es wird für uns definitiv schwieriger als im Januar geplant. Die Unternehmen haben momentan andere Sorgen als das Sponsoring von Sportvereinen.«

Das hat auch Thomas Sokolowski festgestellt, obgleich Hauptsponsor Spannritt und die zwei, drei Premiumsponsoren der Kleinostheimer positive Signale gegeben hätten. Zur Wahrheit gehört aber auch: »80 Prozent der Sponsoren sind momentan nicht bereit, Zahlungen zu leisten.« Sokolowski, selbst Unternehmer, versteht dies gut, appelliert aber auch: »Wir brauchen alle Unternehmen im Landkreis, um wieder Spitzensport bieten zu können. Wir wollen den Menschen nach der Krise ja etwas zurückgeben. Bitte vergesst das Ehrenamt und die Vereine nicht.«

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