Freitag, 23.04.2021

Verstärkung und Edelreservisten gefunden: Großostheims Oberliga-Ringer schließen Kaderplanung ab

Ringen
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Vereinschef und Oberliga-Ringer Simon Pilzweger (rot) will mit dem SC Großostheim ins vordere Mittelfeld.
Foto: Jens Dörr
So­fern Co­ro­na kei­nen Strich durch die Rech­nung macht, dür­fen sich die Rin­ger­fans am Un­ter­main nicht nur auf die neue Bun­des­li­ga-Run­de mit den mäch­tig auf­ge­rüs­te­ten SC Klei­n­ost­heim und KSC Hös­bach freu­en. Auch in der zweithöchsten Klasse, der Oberliga Hessen, legen sich die Vereine ordentlich ins Zeug und schließen mehr und mehr ihre Kaderplanung für die Ende August oder Anfang September startende Saison 2021 ab. Auch der SC Großostheim hat sich personell gut gerüstet.

Wie alle Vereine unterhalb der Bundesliga musste auch der Sportclub Frankonia seine Kader im Grunde zweimal in Folge kreieren. Denn 2020 hatten die Clubs ihre Personalplanung schon abgeschlossen, als Corona den Amateursport lahmlegte.

Die 2020er-Saison fiel in Oberliga, Hessenliga, Landesliga und Verbandsliga komplett dem Virus zum Opfer; die arg ausgedünnte Bundesliga schleppte sich ein paar Wochen lang mit einem Notprogramm durch, ehe sie Anfang November abgebrochen wurde.

Nur ein Ringer geht

Viele Vereine können mit Blick auf eine hoffentlich wieder normale Runde 2021 immerhin auf die Vorarbeit des vergangenen Jahres zurückgreifen. Dies gilt - mit wenigen Einschränkungen und Ergänzungen - auch für die Großostheimer. Mit Ausnahme eines Athleten ist es dem Sportclub Frankonia gelungen, alle Ringer für die Oberliga-Runde 2021 zu binden, die schon im vergangenen Jahr auf die Matte hätten gehen sollen.

Nur in einem Fall hat sich der Wind gedreht: Für 2020 hatte Großostheim Denis Demirov vom Hessenligisten ASV Frankfurt-Griesheim verpflichtet. Der Bulgare hatte im Jahr zuvor in den Greco-Limits bis 57 und 61 Kilo geglänzt. Auf einem Niveau, das auch noch weiter oben ringenden Vereinen nicht verborgen blieb: Anfang des Jahres sicherte sich Bundesligist Hösbach die Dienste von Demirov, der für Großostheim damit kein einziges Mal zum Einsatz kam und einen Riesensatz von der drittklassigen Hessenliga ins deutsche Oberhaus macht.

Allerdings haben die Großostheimer für ähnlich hochkarätigen Ersatz gesorgt: Die beiden niedrigsten Gewichtsklassen soll im klassischen Stil ab sofort der Ukrainer Viktor Terzi beackern. Er kämpfte bis 2019 beim SC Kleinostheim, wo er in Liga eins allerdings nur wenige Einsätze erhielt. 2020 wechselte Terzi zum ASV Schaafheim. Dort plant man 2021 aber nicht mehr mit ihm, weshalb Terzi ausgerechnet vom Bachgau- und Ligarivalen nach Großostheim kommt. Auch für zwei andere Gewichtsklassen ist der SC Großostheim in naher Umgebung fündig geworden: Bei Oberliga-Konkurrent KSC Niedernberg hat man sich Jan Gündling geangelt. Er ist für die griechisch-römischen Limits bis 75 und 80 Kilo vorgesehen.

Mit den erfahrenen Terzi und Gündling weichen die Großostheimer nur auf den ersten Blick vom Vorhaben ab, ihre Mannschaft zu verjüngen. Der 31-jährige Vereinsvorsitzende und Oberliga-Ringer Simon Pilzweger verweist auf die weiteren Zugänge des Vorjahres, die dem SC Frankonia (anders als Demirov) auch diesmal zur Verfügung stehen werden: Deniz Güvener, Marvin Rossi (zuvor beide KSV Schriesheim), Mateusz Kasprzak, Gleb Yermolayev (beide KSV Waldaschaff) und Alexander Maier (KSC Niedernberg). Besonders Güvener, Rossi und Yermolayev stehen für gute junge Ringer, die sich gleichwohl noch entwickeln können.

Auf der Seite der Abgänge bleibt es neben Demirov bei dem schon 2020 fixen Verlusten von Eduard-Stefan Asan (zum ASV Schaafheim), Alexandru Asan (KSV Schriesheim) und Mohsen Siyar. Das iranische Schwergewicht hat sich im Vorjahr bereits beim KSC Hösbach in der Bundesliga bewiesen. Chef-Coach des SC Großostheim bleibt Engin Ürün. Der 48-Jährige ist wie Cem Güvener (49) noch immer topfit und könnte auf Oberliga-Niveau Akzente setzen. »Wenn wir sie brauchen, dann ringen sie auch«, verspricht Pilzweger. Tendenziell sollen Ürün und Güvener aber die Edelreservisten-Rolle einnehmen und jüngeren Sportlern den Vortritt lassen.

Ziel »vorderer Mittelplatz«

Was dieser Kader zu leisten imstande ist? »Unser Ziel ist ein vorderer Mittelplatz«, sagt Pilzweger. Das hieße in der sieben Teams umfassenden Oberliga Platz drei. »Klarer Favorit« auf Platz eins und damit die Qualifikation für die 2. Bundesliga, die 2022 wieder eingeführt wird, sei für ihn der KSV Rimbach. Für seiner Großostheimer findet der Vereinschef die 2. Liga aktuell nicht allzu interessant. Vor allem die zuschauerträchtigen Derbys gegen Schaafheim, Niedernberg, Gailbach und Mömbris/Königshofen seien ein Pfund, das für die Oberliga spreche.

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