Arnold Behl, langjährige Geschäftsführer der RWG Mömbris-Königshofen, feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag

Einen Dorfverein in die Bundesliga geführt

Ringen
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Er hat sich um den Ring­kampfs­port und sei­ne Hei­mat ver­di­ent ge­macht. Er hat mit sei­nem Team ei­nem Dorf­ve­r­ein bun­des­weit Be­ach­tung ver­schafft. An die­sem Sams­tag fei­ert Ar­nold Behl, der als lang­jäh­ri­ger Ge­schäfts­füh­rer der RWG Möm­b­ris-Kö­n­igs­ho­fen weit­hin Be­kannt­heit er­langt hat, sei­nen 80. Ge­burts­tag.

Anfang der 1960er Jahre hatte der bis dahin bei den Fußballern des SV Königshofen als Funktionär tätige Behl begonnen, sich für das Ringen zu interessieren. Vor allem die Darbietungen des SV Einigkeit Damm begeisterten ihn. So gelang es Behl, einige Gleichgesinnte aus seinem Heimatort zu überzeugen, mit ihm eine Ringerabteilung unter dem Dach des örtlichen Sportvereins zu gründen.

Anfänge im »Hohlewirt«

Als Wettkampfstätte diente zunächst der Saal der schon lange nicht mehr existierenden Wirtschaft »Hohlewirt«. Dessen Decke, berichten Zeitzeugen, musste zu diesem Zweck mit Sprießen gesichert werden. Doch schon bald kamen die Ringer in der neuen Sportanlage »Bergheim« unter.

Auch als Mattenleiter hat sich Arnold Behl für das Ringen engagiert.
Foto: Fred Sumbeck

Zehn Jahre übte der SVK unter der Leitung von Arnold Behl den Ringkampfsport erfolgreich aus. Nach mehreren Aufstiegen klopfte der Verein an das Tor zur 2. Bundesliga, scheiterte jedoch in den Aufstiegskämpfen an der KG Schwalbach/Schwarzenholz.

1978 schlossen sich die SVK-Ringer mit dem Nachbarn KSC Germania Mömbris zur RWG Mömbris-Königshofen zusammen. Neben Behl und dem mittlerweile verstorbenen Norbert Hufgard aufseiten von Königshofen erarbeiteten und unterzeichneten für die Mömbriser Erhard Pfeifer und Peter Heugabel den Vertrag, der noch heute die rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit beider Vereine ist.

Auf Teamarbeit gesetzt

Arnold Behl war in der Folge bis 2018 unumstrittener und allseits akzeptierter Leiter der RWG. Dabei hatte er nichts von einem Autokraten. Er hatte in all den Jahren immer ein starkes Team um sich und gab seinen Leuten freien Raum. Er war aber über alles informiert und griff nur regulierend ein, wenn es notwendig war.

Dass die RWG zu einer derartigen Erfolgsgeschichte werden würde, hatte Arnold Behl wohl selbst nicht geglaubt. Nach vier Meisterschaften in der 2. Bundesliga setzte sich die RWG im Oberhaus fest und entwickelte sich sukzessive zu einem Spitzenverein und Zuschauermagneten.

Die Schimborner Turnhalle mit ihren damals 1200 Plätzen reichte oft nicht aus. So musste die RWG ausweichen - nach Michelbach, nach Alzenau, nach Hörstein, nach Kleinostheim und in die Unterfrankenhalle in Aschaffenburg, die mehrfach mit knapp 5000 Ringerfans gefüllt war. Den mit den ständigen Umzügen notwendigen organisatorischen Aufwand bewältige Behl mit seinen Helfern und Helferinnen problemlos.

Guter Ruf bis nach Japan

Die RWG erarbeitete sich einen hervorragenden Ruf; Weltmeister und Europameister gingen für die Kahlgründer auf die Matte. Als 2009 Japans Regierung im Rahmen eines Kulturaustausches dem Olympiazweiten Tomihiro Matsunaga als Dank für seine Lebensleistung einen einjährigen Aufenthalt in Deutschland schenkte, schickte das deutsche Außenministerium den jungen Japaner auf Vorschlag des DRB zur RWG.

Arnold Behl.
Foto: Harald Schreiber

33 Jahre kämpfte Mömbris-Königshofen in der Bundesliga, davon mehr als zwei Jahrzehnte in der absoluten Spitze. Die Krönung seiner Lebensleistung blieb Arnold Behl jedoch versagt: der Gewinn der deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Dreimal stand die RWG im Finale - 1991, 1994 und 2010. Es wäre unter dem Strich mehr als drei Vizemeisterschaften möglich gewesen. Doch neben dem Glück fehlte vielleicht auch ein bisschen das Fingerspitzengefühl.

2016 zog sich die RWG aus der Bundesliga zurück. Der riesige wirtschaftliche Druck und der immense Arbeitsaufwand hatten nach vielen Jahrzehnten ihre Spuren hinterlassen. Nach einem schweren Unfall seines Sohnes Peter, der als Ringer und Trainer ein Protagonist des Vereins war, gab Arnold Behl 2018 sein Amt in jüngere Hände - nach 40 Jahren an der Spitze.

Werkzeugmacher und Landwirt

Neben seiner Tätigkeit bei der RWG war er Jahrzehnte Mattenleiter für den Hessischen Ringerverband. Behl ist gelernter Werkzeugmacher; sein Arbeitsleben verbrachte er größtenteils in einer Kunststoff verarbeitenden Firma in Michelbach. Sein zweiter Beruf war und ist Landwirt. Er zieht Mastschweine auf und besitzt eine Herde von Hochlandrindern. Vor einigen Wochen erlitt Behl in Ausübung seines Bauernberufes einen schweren Unfall. Mittlerweile geht es ihm jedoch wieder besser.

Mit seiner aus Krombach stammenden Frau Maria hat Arnold Behl drei Söhne - Thomas, Dieter und Peter - sowie einen Enkel und zwei Enkeltöchter.

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