Mittwoch, 12.08.2020
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DRB verschiebt Bundesliga-Reform: Falls die Runde 2020 stattfindet, wird sie nicht gewertet

Ringen
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Für die Fans des KSC Hösbach wird spannend: Wird es eine Bundesliga-Saison 2020 geben?
Foto: Jens Dörr
An­fang Au­gust wird es im deut­schen Rin­gen noch ein­mal span­nend: Nach­dem ei­ni­ge Lan­des­ver­bän­de ih­re Mann­schafts­sai­son 2020 schon ab­ge­sagt ha­ben - dar­un­ter auch der HRV mit den Klubs aus Hes­sen und dem Rin­ger­be­zirk Main-Spess­art -, fällt dann auch die Ent­schei­dung über die Durch­füh­rung der drei­g­lei­si­gen Bun­des­li­ga.

In der Gruppe Nordwest mischen der SC Kleinostheim und Aufsteiger KSC Hösbach mit und müssen wie alle 26 Bundesligisten bis zum 31. Juli mitteilen, ob sie sich eine Teilnahme an der diesjährigen Runde vorstellen können. Nun hat der Deutsche Ringer-Bund (DRB) den Vereinen die Rahmenbedingungen einer auf jeden Fall speziellen Saison 2020 vorgelegt und dort in einer Frage bereits Nägel mit Köpfen gemacht.

Rückzug wäre straffrei

Denn die Reform der Ringer-Bundesliga wird um ein Jahr verschoben. Ursprünglich sollte 2021 die 2. Bundesliga wieder eingeführt werden, die Saison 2020 dafür die sportliche Qualifikation bedeuten. Davon hat man sich coronabedingt nun verabschiedet, da noch generell offen ist, ob die Bundesliga in diesem Jahr überhaupt ringt und zudem davon auszugehen ist, dass im Falle einer Durchführung ein wesentlicher Teil der Vereine nicht mitmachen würde. Dass ein Rückzug für eine mögliche Saison 2020 straffrei möglich ist, die Einteilung der Runde 2021 auf Basis der Ergebnisse 2019 erfolgt und die 2. Bundesliga erst 2022 wieder an den Start geht, hat der DRB den Vereinen nun auch schriftlich gegeben. Beispielsweise der KSC Hösbach hätte als Oberliga-Meister 2019 also auch dann seinen Bundesliga-Startplatz 2021 sicher, wenn er 2020 nicht anträte. Sowohl Hösbach als auch Kleinostheim wollen (wie berichtet) prinzipiell aber ringen.

Grundsätzlich in Frage steht die Bundesliga-Reform derweil nicht. Aktuell gibt es keine Klasse zwischen der dreigleisigen Bundesliga und den höchsten Landesklassen. Mit der Folge, dass zum Beispiel der Meister der Oberliga Hessen einen riesigen sportlichen Sprung vollziehen muss, wenn er aufsteigt und im Folgejahr nicht chancenlos sein will. Wegen dieser auch finanziellen und infrastrukturellen Herausforderung tun sich die Meister der höchsten Landesklassen oft schwer, den Gang in die Erstklassigkeit anzutreten. Kehrt die 2. Bundesliga zurück und werden es oberhalb der Landesklassen in den Bundesligen mehr Teams als derzeit, wäre der Unterschied hingegen nicht mehr ganz so groß, wären mehr Klubs aufstiegswillig.

So lautet jedenfalls die Hoffnung des DRB. Wobei die Gesamtzahl der Bundesligisten, die derzeit 26 Vereine im dreigleisigen Oberhaus beträgt, auch nach der Reform nicht erheblich größer würde. Anstelle der drei 1. Ligen treten dann zwei 1. und zwei 2. Ligen. In den beiden Erstliga-Gruppen zusammen sollen 14 Teams ringen, jeweils die vier besten der drei Erstliga-Gruppen der Saison 2021 sowie die zwei besten Fünftplatzierten oder in einem zweiten Modell alle drei Fünftplatzierte. In letzterem Fall hätte eine Erstliga-Gruppe dann acht und die andere sieben Teams, stets eingeteilt nach regionalen Gesichtspunkten. Die beiden 2. Ligen würden in jedem Fall durch die restlichen (schwächeren) Erstligisten und die Meister aus den höchsten Landesklassen gebildet. Unter dem Strich dürften dann zwei 2. Ligen mit je neun bis zehn Vereinen stehen.

Nun jedoch müssen sich die Bundesligisten bis Ende Juli erstmal beim DRB melden, ob und unter welchen Voraussetzungen sie eine - mit Blick auf Absteiger nicht gewertete - »Notrunde« 2020 durchführen wollen. Äußern sollen sie sich auch dazu, ob sie sich eine alternative Bundesliga in Turnierform vorstellen können, ob die Mannschaftsstärke temporär (aus Kostengründen) von zehn auf acht Athleten gesenkt werden soll, welche Mindestzuschauerzahl nötig ist (200, 300, 400 oder 500; Hösbach und Kleinostheim nennen jeweils die 500) und wann die Runde 2020 beginnen soll. Zur Auswahl stehen für den ersten Kampftag der 3., 10., 17. und 24. Oktober. Verändert würden eventuell auch die Playoffs durch den Wegfall der Viertelfinals.

Tests sind zu aufwendig

Festgelegt hat der DRB bereits, dass die Ringer-Bundesliga in einem Fall definitiv nicht ringen wird: Dann nämlich, wenn die Politik verbindliche Corona-Tests für die Sportler vorschreiben würde. Dies gilt in den bestenfalls semiprofessionell geführten Klubs als organisatorisch und finanziell zu aufwendig.

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