Freitag, 04.12.2020
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Das war's für diese Saison: Verbliebene Erstligisten votieren für den Abbruch bei den RIngern

Ringer-Bundesligen
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Letztmals zugepackt haben die Bundesliga-Ringer (linksRot Saba Bolaghi vom SC Kleinostheim) vor einer Woche. Am Freitagabend entschied die Mehrheit der verbliebenen Erstligisten, die Saison abzubrechen.
Foto: Jens Dörr
Die Heimbegegnungen zwischen dem SC Kleinostheim und Schorndorf und dem KSC Hösbach und Burghausen vor einer Woche werden am Untermain für lange Zeit die letzten Mannschaftskämpfe im Ringen gewesen sein: Nachdem die HRV-Ligen erst gar nicht in die Saison 2020 gestartet waren, hat nun die Ringer-Bundesliga ihre Anfang Oktober gestartete Runde abgebrochen. Das beschlossen die verbliebenen Erstligisten am späten Freitagabend in einer Videokonferenz.

Ursprünglich wollten 26 Vereine in den drei Erstliga-Gruppen antreten. Nach dem Lockdown auch im Sport stellten sich noch 17 Klubs der Saison, von denen jeder ahnte, dass sie kompliziert werden würde. Der KSV Witten zog coronabedingt noch vor dem ersten Kampftag zurück, bis Anfang voriger Woche folgten fünf weitere Vereine. Von den elf übriggebliebenen stimmten sechs für einen sofortigen Saisonabbruch.

Nach dem basisdemokratischen Votum - der Deutsche Ringer-Bund hatte den Bundesligisten bei ihrer Entscheidung freie Hand gelassen - tragen jedoch auch jene fünf Vereine, die der Saison noch eine Chance geben wollten, den Beschluss mit. Bestrebungen, mit der Handvoll Unentwegter noch Kämpfe auf die Beine zu stellen, gibt es nicht.

Kleinostheim »kämpferisch«

Vorab hatte Einigkeit geherrscht, dass es zumindest acht kampfeswilliger Vereine bedurft hätte, um in einem noch auszutüftelnden Szenario (womöglich im Januar 2021) weiterzumachen. Dies erledigte sich am Freitag spätestens, als deutlich wurde, dass sich selbst der amtierende deutsche Meister Wacker Burghausen und der ambitionierte SV Johannis Nürnberg für den Abbruch aussprechen würden. So war der SC Kleinostheim mit vier weiteren Vereinen, die sich kämpferisch gaben und für eine Fortsetzung plädierten, letztlich in der Minderheit.

Sportclub-Vorsitzender Thomas Sokolowski bedauert dies, akzeptiert das Votum freilich. »Dass uns nun mindestens zwei Heimkämpfe mit Einnahmen aus Tickets und Livestream fehlen, zwickt uns natürlich«, sagte er am Samstag. »Aber wir wollen nicht jammern, denn wir haben die Runde ja gewollt und wussten, dass sie schwierig wird.«

Wichtige Botschaft der »Warriors«: »Der SC Siegfried hat seine Hausaufgaben gemacht. Wir müssen die Runde sportlich und wirtschaftlich nun zwar abhaken, das haut uns aber nicht um.« In den nächsten Wochen werde man sich einerseits mit dem buchhalterischen Abschluss des Jahres beschäftigen (»das ist bei uns wie in einem mittleren Unternehmen«) und mit der Kaderplanung für die Saison 2021/22 beginnen.

Diese Runde startet in den Landesklassen in der Regel Ende August und in der Bundesliga Anfang September. Zehn Monate lang herrscht in Sachen Mannschaftskämpfe nun also Flaute im deutschen Ringen - und die Austragung der Einzelmeisterschaften im Frühjahr ist mindestens gefährdet.

Heeg: Lange Durststrecke

»Das wird eine lange Durststrecke«, weiß auch Reimund Heeg, Vorsitzender des KSC Hösbach. Der zweite Bundesligist vom Untermain, der gerade erst ins Oberhaus aufgestiegen war, hatte am Freitag schweren Herzens für den Abbruch plädiert. »Das machte mit den ständigen Kampfverlegungen in dieser angespannten Lage keinen Sinn mehr«, so Heeg am Wochenende.

Dadurch sei »das Ringen leider erstmal nicht mehr so präsent in den Medien und wir können unseren Sport vorerst nicht mehr ausüben«, sagte Heeg. Dabei dachte er nicht nur an sein Bundesliga-Team, sondern auch an den Nachwuchs des KSC Germania, dem in den nächsten Wochen sogar kontaktloses Ringertraining im Verein verboten ist.

In wirtschaftlicher Hinsicht hoffe er, »dass unsere Sponsoren das mittragen und uns verstehen«. Die finanziellen Auswirkungen des Abbruchs seien vorhanden, »aber wir werden sie abfedern können. Der KSC Hösbach wird daran nicht zugrunde gehen.« Im Gegenteil: Wie der SC Kleinostheim wollen auch die Hösbacher nächste Saison einen erneuten Anlauf in der Ringer-Bundesliga nehmen. Heeg verspricht: »Es muss weitergehen - und es geht weiter!«

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