Mittwoch, 19.12.2018

Kommentar von Burkard Nadler: Entspannte Fußballer

Fußball
Kommentieren
Staubig und braun statt sattgrün waren viele Fußballplätze bis in den Herbst hinein. Foto: Denise Nadler
Fotograf: Denise Nadler
28.11.2017 Main-Echo Redakteur Burkard Nadler.
Fotograf: Victoria Schilde

Fuß­ball im kal­ten No­vem­ber heißt seit Jahr­zehn­ten: Zit­tern und Bib­bern, ob mein nächs­tes Spiel auch ge­spielt wird. Re­gen ver­wan­delt im un­ge­müt­li­chen Späth­erbst die Sport­plät­ze in Mat­sch­land­schaf­ten, die nicht trock­nen wol­len, vie­le Par­ti­en oder auch kom­p­let­te Spiel­ta­ge fal­len aus, da­mit die Spiel­fel­der nicht rui­niert wer­den.

Das rächt sich spätestens im Fußball-Frühling mit so vielen Nachholterminen, dass es keinen Spaß mehr macht.

Jetzt, Ende November 2018, vier Wochen vor Weihnachten, ist alles anders. Das Fußball-Programm läuft völlig normal, es gibt weiter fast keine Ausfälle - und das ist nicht normal. Sogar die meisten Vereine mit zweiter Mannschaft lassen ihre Reservepartien laufen, auch wenn der Rasen unter zwei Sonntag-Partien etwas mehr leidet als im Mai.

Braun statt sattgrün

Es gibt also in diesem sehr trockenen Herbst fast keine Platzsperren. Viel weniger Niederschläge bedeuten besser bespielbare Plätze. Logisch, und woran liegt es?

Haben wir es schon dem Klimawandel zu verdanken? Den leugnet höchstens noch ein durchgeknallter US-Präsident. Aber ob die globale Erwärmung in unserer Region sportlich schon jetzt so krass durchschlägt - fraglich. Obwohl, im vergangenen Hitze-Sommer war das Fußball-Grün vielerorts schon ein Braun, wie wir es so nie gesehen haben.

Was der Stammtisch-Klimatologe sicher weiß: Auch an diesem letzten großen Fußball-Wochenende vor der Adventszeit wird der Ball in Franken, Hessen und Nordbaden rollen, die meisten Plätze geben es her. Es wird vielleicht zum ersten Mal vereinzelte Absagen geben, weil es am Samstag etwas regnen soll. Aber von Komplett-Absagen durch die Fußball-Verbände sind wir meilenweit entfernt.

Weniger englische Wochen

Die Trockenheit ist also ein Segen, nicht für Landwirte, sondern für alle Kicker rund ums Mainviereck. Fast alle können nach diesem Wochenende durchschnaufen und sich in Ruhe auf das Fußball-Frühjahr 2019 vorbereiten. Und vor allem: Wir haben an Ostern und Pfingsten überwiegend frei und viel weniger englische Wochen als sonst. Auf keinen Fall wird es wieder so sein, dass Landesliga-Teams aus dem Wertheimer Raum - wie in der Rückrunde 2017/18 - bis zu 13 Spiele in sechs Wochen abzuarbeiten haben, weil eben der Herbst 2017 so mies war.

In diesem Sinne kurz und trocken: Freuen wir uns auf das letzte komplette Fußball-Wochenende 2018. Und eine Fortsetzung der Saison 2019, wie sie entspannter kaum sein dürfte. Außer, ein krasser Winter zieht sich weit in den März hinein. Dann wäre Ostern doch nicht frei.

Ihre Meinung zum Thema:lesermeinung@main-echo.de

Lade Inhalte...
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!