Freitag, 26.04.2019

Kopfstoß von Manfred Weiß: Wilde Büffel, lahme Fohlen!

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Der Frankfurter Danny da Costa trifft kurz vor der Pause gegen Gladbachs Torwart Yann Sommer zum 1:0. Die Gladbacher Nico Elvedi (links) und Christoph Kramer stehen zu weit weg. Foto: Thomas Frey/dpa
Foto: Thomas Frey (dpa)

Ein un­g­lei­cher Kampf bahnt sich da an im Bun­des­li­ga-Schluss­s­purt um den lu­k­ra­ti­ven vier­ten Cham­pi­ons-Lea­gue-Platz. Ein Kommentar von Main-Echo-Sportchef Manfred Weiß.

Hier eine Frankfurter Eintracht, die ob des animalischen Torhungers ihrer Angreifer Rebic, Jovic und Haller seit Wochen mit einer Büffelherde verglichen wird - dort eine traditionsreiche Elf vom Niederrhein, der irgendjemand in den 1970er-Jahren das Label Fohlen aufgedrückt hat. Zum Leidwesen der Fans, denn seitdem geriert sich Borussia Mönchengladbach in der Tat wie eine Horde unzuverlässiger Jungtiere der Familie der Equidae: verspielt bis zur Leichtsinnigkeit, unberechenbar, im schlimmsten Fall unfähig, Hürden zu nehmen, die man soeben noch spielerisch übersprungen hatte.

14 Punkte gutgemacht

Wie fehlende Reife noch die berechtigtsten Champions-League-Träume der Anhänger und Clubverantwortlichen torpedieren kann, das führen die Fohlen auch in dieser Saison ihren Anhängern wieder aufs Trefflichste vor. Nach dem20. Spieltag hatte die Borussia nach einer ziemlich überzeugenden Vorrunde und drei wackeligen Siegen nach der Winterpause satte zehn Punkte Vorsprung vor der Eintracht. Acht Spiele später traben die Fohlen mit vier Zählern Rückstand und hängenden Köpfen der Büffelherde hinterher.

Eberls Déja-vu

Mit Bildern aus der Tierwelt ist ganz gut erklärt, weshalb Borussias Sportdirektor Max Eberl der Geduldsfaden riss und er Trainer Dieter Hecking nun doch vorzeitig entlässt. Denn der Saisonverlauf ist auch eine Blaupause auf die beiden vorhergehenden Spielzeiten. Auch da vergeigte das Team am Ende beste Chancen auf einen internationalen Platz.

Nur noch sechs Spiele bleiben der Borussia zur Platzreife. Unwahrscheinlich, dass aus ungebärdigen Fohlen noch die Herde Mustangs wird, die mit wilden Stieren mithalten kann! Und unverständlich ist dabei der Ruf von Hecking und Eberl nach der Leichtigkeit vergangener Tage. Animalische Gier - die täte den Fohlen gut!

Manfred Weiß

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