Freitag, 26.04.2019

Kommentar von Thorsten Schmitt: Midas München

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Lucas Hernández spielt ab dem Sommer für den FC Bayern München. Dafür zahlt der Verein viel Geld!
Foto: Paul White (dpa)

Der FC Bayern ist grad auf Shoppingtour. Der Umbruch macht es nötig und lässt den Rekordmeister tief in die Taschen greifen. Für Sportredakteur Thorsten Schmitt ähneln die Münchener dabei dem sagenhaften König Midas. Warum und weshalb erklärt er in seinem Kommentar über verdorbene Preise und Auswirkungen auf die Bundesliga.

Der FC Bay­ern Mün­chen hat die­ser Ta­ge et­was von Mi­das. Al­les, was der sa­gen­haf­te Kö­n­ig aus der grie­chi­schen My­tho­lo­gie an­fass­te, wur­de zu Gold.  Beim den Bay­ern reicht es, mit dem Fin­ger auf ei­nen Spie­ler zu zei­gen, und schon be­kommt die­ser ein Preis­schild an­ge­hef­tet, das sei­nen Markt­wert bei Wei­tem über­s­teigt. Mindestens 100 Millionen Euro soll etwa Bayer Leverkusen für den zweifelsohne hochtalentierten Kai Havertz fordern, der FCB 75 Millionen bieten. Gelistet ist der 19-Jährige aktuell mit »nur« 65 Millionen.

Ausgelöst haben die in Deutschland neue Transfer-Ära die Bayern-Bosse selbst, als sie ankündigten, für den unbestritten notwendigen Umbruch großzügig in die Vereinsschatulle zu greifen. Das war - völlig wertfrei - eine einschneidende Entscheidung: Bayern München mischt nun auch finanziell im Kreis der ganz Großen mit. Dank seriösen Wirtschaftens kann es sich der deutsche Rekordmeister erlauben, Unsummen zu zahlen. Das ist nicht das Problem.

Spannend wird aber sein, wie es sich auf die Bundesliga auswirkt, wenn der Branchenprimus in einen Spieler den Jahresetat eines kleineren Konkurrenten investiert. Wichtig ist da, dass die anderen Vereine wirklich kühlen Kopf bewahren und nicht über ihre Möglichkeiten hinausgehen. Und dafür Sorge tragen, dass die Liga - das oft zitierte Kerngeschäft - nicht zum Laientheater wird, während der FC Bayern womöglich auf der großen Bühne einer europäischen Super League tanzt.

Thorsten Schmitt

Ihre Meinung zum Thema: lesermeinung@main-echo.de

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