Donnerstag, 21.03.2019

Kommentar von Manfred Weiß: TVG-Abwehr leistet sich kollektiven Blackout

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TV Großwallstadt – Dessau-Roßlauer HV: Mario Stark (TVG) versucht, Daniel Zele und Johannes Wasielewski (DRHV) zu umgehen.
Foto: Stefan Gregor

Der TV Großwallstadt steckt in der Krise. Woran es bei der 31:33-Heimniederlage bei dem Handball-Zweitligisten gelegen hat, schildert Main-Echo-Sportchef Manfred Weiß in seinem Kommentar.

Wie­der ei­ne gro­ße Chan­ce ver­passt! Der TVG hät­te durch ei­nen Sieg über den Des­sau-Roßlau­er HV in der Ta­bel­le auf Rang 15 sprin­gen kön­nen - statt­des­sen steckt das Bau­er-Team tie­fer denn je im Ab­s­tiegs­sumpf. 33 Tref­fer muss­ten die Blau-Wei­ßen hin­neh­men ge­gen ei­ne Mann­schaft, die bis da­hin 55 To­re we­ni­ger er­zielt hat­te als Großwall­stadt. Damit kassierte der TVG in den drei Pflichtspielen nach dem Jahreswechsel im Durchschnitt 30 Gegentore. Das heißt: Das Prunkstück der Unterfranken, ihre zupackende Abwehr, hat gewaltig an Glanz verloren.

Spielfluss Fehlanzeige

Aber auch im Angriff läuft längst nicht alles rund. Spielerische Leichtigkeit geht dem TVG über weite Strecken ab. Der Spielfluss ist mangelhaft, weil die Akteure zu oft ihr Glück in Einzelaktionen versuchen. Es fehlen die sogenannten leichten Tore aus dem Rückraum. Eigene Treffer muss sich die Mannschaft immer wieder hart erarbeiten. Das wiederum zehrt an der Kondition, so dass den Spielern am Ende die Puste ausgeht. Einzige Ausnahme: Vorzeigeathlet Michael Spatz, der wieder einmal professionell agiert hat und bei 14 Versuchen 13 Treffer erzielte.

Der stark ersatzgeschwächte Gast vom Samstag hat gezeigt, was machbar ist, wenn Handballer miteinander spielen. Die junge Rückraumachse mit Hönicke, Mlotek und Wasielewski zog ein strategisch kluges und harmonisches Angriffsspiel auf und stellte damit die TVG-Abwehr, die im Verbund ganz schwach agierte, über die gesamte Spieldauer vor immense Probleme. Weil fast jeder Angriff mit einem Treffer abgeschlossen wurde, kam der TVG nicht in den Gegenstoß und konnte daher keinen Druck auf den personell ausgedünnten Gegner ausüben. Und in der Abwehr hatte Trainerfuchs Uwe Jungandreas seine Mannen hervorragend auf den Rivalen eingestellt.

Dünne Luft im Keller

Unter dem Strich steht eine bittere Bilanz: Der TVG hat die Form der Vorrunde über den Winter nicht halten können. Die Heimstärke ist mehr als angekratzt. Das Team wirkt physisch und psychisch nicht auf der Höhe. Und wenn man in eigener Halle die direkten Abstiegsduelle verliert, dann wird die Luft im Tabellenkeller immer dünner.

Manfred Weiß

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