Mittwoch, 20.02.2019

Kopfstoß von Thorsten Schmitt: Brutale Technik

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Schiedsrichter Bastian Dankert bemüht den Videobeweis.
Foto: Sven Hoppe

Abseits? Handspiel? Der Videobeweis soll den Fußball gerechter machen. Warum die Technik mitunter aber auch einfach brutal sein kann, darüber schreibt Main-Echo-Sportredakteur Thorsten Schmitt in seinem Kopfstoß.

Ge­rech­ter soll der Vi­de­o­be­weis den Fuß­ball ma­chen. Die­ser Ta­ge zeigt sich, dass die Tech­nik das Spiel auch dies macht: bru­ta­ler! Weil die ka­li­brier­ten Li­ni­en bei Ab­seits­ent­schei­dun­gen noch die kleins­te Über­t­re­tung of­fen­ba­ren. Nachdem es in der Vorwoche die Wolfsburger und Nürnberger getroffen hatte, wurde am Samstag Robert Lewandowskis vermeintliches 2:0 für Bayern München zurückgenommen. Seine Kniescheibe hatte in die verbotene Zone geragt.

Gleiche Höhe? Dieses Prinzip hat praktisch ausgedient, da Angreifer und Verteidiger auf den Beweisbildern nur in den seltensten Fällen genau deckungsgleich sein dürften - zumal sie sich meist in entgegengesetzte Richtungen bewegen.

In der Leichtathletik, wo alle in die gleiche Richtung rennen, entscheidet bei Zielfotos der Rumpf, nicht ein Mittelfinger oder ein großer Zeh. Das wäre auch beim Fußball eine Möglichkeit, besser als in extrem engen Situationen die Extremitäten entscheiden zu lassen.

Das Krude: Während beim Abseits millimetergenau nachgemessen wird, herrscht beim Thema Handspiel weiterhin eine unsägliche Uneinheitlichkeit. Da kann Bayerns Mats Hummels den Ball mit weit abgespreiztem und voll angespanntem Arm abwehren wie ein Volleyballer, ohne dass ein Elfmeter auch nur in Betracht gezogen wird. Dieses Spannungsfeld zwischen Kleinlichkeit und Beliebigkeit tut dem Spiel nicht gut. Das technische Mögliche muss nicht zwangsläufig das Beste sein.

Thorsten Schmitt

Ihre Meinung zum Thema: lesermeinung@main-echo.de

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