Samstag, 19.01.2019

Kopfstoß von Thorsten Schmitt: Herrlich inkonstant

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Stück­werk­s­elf - in die­sem ei­nen Wort lässt sich zu­sam­men­fas­sen, warum die Ver­ant­wort­li­chen von Bay­er Le­ver­ku­sen am Tag vor Hei­li­g­a­bend Trai­ner Hei­ko Herr­lich vor die Tür ge­setzt ha­ben. Sportredakteur Thorsten Schmitt hat sich Gedanken dazu gemacht.

Men­sch­lich mag das frag­wür­dig er­schei­nen. Doch dass das Fuß­ball­ge­schäft nicht wir­k­lich Raum für Weih­nacht­s­idyl­le lässt, ist wahr­lich kei­ne neue Er­kennt­nis. Und sportlich bleibt trotz zuletzt zwei Siegen und 13 Punkten aus den vergangenen sechs Liga-Partien festzuhalten: Die eigenen hohen Ansprüche haben die Leverkusener nur ansatzweise erfüllt. Konstanz? Fehlanzeige!

Sieben Punkte trennen Bayer von einem Champions-League-Platz, der nach Rang fünf in der Vorsaison das Mindestziel sein muss. Einige Spieler hatten vor Rundenbeginn gar öffentlich Titelambitionen angemeldet - und wurden darin von Herrlich bestärkt. Der als Trainer letztlich die Verantwortung trägt, dass großen Tönen Taten folgen - und zwar kontinuierlich.

Retten soll die Saison nun Peter Bosz, im Vorjahr als neuer Dortmunder Coach erst gefeiert, dann bald gefeuert. Ob der Niederländer der richtige Mann ist, um Bayer auf die internationalen Ränge zu führen, bleibt abzuwarten. Denn wenn Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes schwärmt, Bosz stehe »für offensiven, temporeichen und begeisternden Fußball«, dann lässt er eines außer Acht: Das Problem besteht eher darin, dass Leverkusen in der Defensive zu instabil agiert. In der Liga haben nur vier Teams mehr Gegentreffer kassiert als Bayer - darunter die drei letztplatzierten. In der Europa League hat es bei keinem Gruppensieger häufiger eingeschlagen.

Immerhin: Die Werkself tanzt auch nach der Winterpause noch auf drei Hochzeiten. Sonst hätte es Heiko Herrlich wohl schon früher erwischt als unmittelbar vor dem Fest.

Thorsten Schmitt

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