Montag, 24.06.2019

Kommentar von Thorsten Schmitt: Champions-League-Titel ist Lohn für Leidenschaft

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Königsklassen-Pokal
Liverpool-Coach Jürgen Klopp (M) streckt den Champions-League-Pokal nach dem 2:0-Sieg gegen die Tottenham Hotspur in den Nachthimmel von Madrid.
Foto: Jan Woitas

Kei­ne Fra­ge: Jür­gen Klopp hat in der Ver­gan­gen­heit mehr als ein­mal Angst ge­macht. Wenn er sich im Un­mut über ei­ne Ent­schei­dung des Schieds­rich­ters vor dem Vier­ten Of­fi­zi­el­len auf­bau­te, war er ei­ne häss­li­che Frat­ze des Fuß­balls. Die­ser Ta­ge aber ge­hört der deut­sche Trai­ner des FC Li­ver­pool zu den bes­ten Bot­schaf­tern sei­nes Sports, schreibt unser Sportredakteur Thorsten Schmitt in seinem Kommentar.

Mit dem Gewinn der Champions League am Samstagabend hat der 51-Jährige den verdienten Lohn für seine Leidenschaft bekommen.

Zugegeben: Klopp hat den ruhmreichen, aber zuletzt chronisch titellosen FC Liverpool mit enormen finanziellen Einsatz auf Erfolgskurs gebracht. Er hat die Hunderte Millionen Euro allerdings nicht blind in große Namen investiert, sondern gezielt Spieler geholt, die in sein Konzept passen. Dass dabei selbst für einen Verteidiger und einen Torwart irrwitzige Preise aufgerufen wurden, ist nicht die Schuld des früheren Mainzer und Dortmunder Coaches.

Das Gift des frühen Tors

Den verdienten Erfolg nicht trüben kann, dass seine Mannschaft im Finale der Königsklasse keine Glanzleistung ablieferte, nicht abliefern musste. Am Ende einer langen Saison war das frühe Tor Gift für diese Partie. Liverpool musste danach nicht auf sein aggressives Pressing setzen, sondern konnte das Spiel im Vertrauen auf seine Defensive verwalten. Und Tottenham war im Wissen um die offensiven Qualitäten des Gegner vor allem bemüht, den Reds nicht vollends ins offene Messer zu laufen.

Mancher Fußball-Fan mag sich während des Finales einen anderen Gegner für Liverpool gewünscht haben: die jungen Wilden von Ajax Amsterdam, die in der Vorschlussrunde in letzter Sekunde an Tottenham gescheitert waren. Einiges spricht dafür, dass das Endspiel ein interessanteres, temporeicheres geworden wäre. Die Halbfinals waren an Dramatik aber ohnehin kaum zu toppen.

So ereignisarm die Partie am Samstagabend in Madrid nach dem furiosen Auftakt über weite Strecken verlief: Am Ende steht ein Triumph der Leidenschaft, die Klopp für einen Verein wie den FC Liverpool prädestiniert.

Ihre Meinung zum Thema: lesermeinung@main-echo.de

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