Dienstag, 22.10.2019

Kommentar von Thomas Steigerwald: Der neue starke Mann?

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St­rebt Ger­hard Riene­cker, Vor­sit­zen­der des Ver­wal­tungs­ra­tes der Aschaf­fen­bur­ger Vik­to­ria, an, der neue star­ke Mann des Ve­r­eins zu wer­den, oh­ne selbst ein Vor­stand­s­amt über­neh­men zu wol­len?

Diese Frage stellt sich nach der Sitzung des Verwaltungsrates, in der dem bisherigen Vorstandsteam mit offenbar wenig schmeichelhaften Worten nahegelegt wurde, sofort und somit mitten in der Saison zurückzutreten. Mit Jürgen Rösch und Kevin Wittke beschäftigt der Aschaffenburger Unternehmer zwei der vier von ihm vorgeschlagenen neuen Kandidaten in seiner Consulting Group.

So löblich das Ansinnen auch ist, die Viktoria professioneller aufzustellen, so fragwürdig ist allerdings die Begründung der Kritik an den langjährigen Vorsitzenden. Dass diese dem sportlichen Erfolg entgegenstehen, kann man derzeit wahrlich nicht behaupten - im Gegenteil. Insofern verwundert auch der Zeitpunkt, denn ernsthaft zu glauben, dass die Viktoria bereits in dieser Saison Chancen auf den Aufstieg in die 3. Liga hat, wäre sehr vermessen. Trotz zuletzt vier Siegen in Folge beträgt der Rückstand auf die Profi-Truppen aus München und Schweinfurt acht Punkte.

Insofern ist zu befürchten, dass dieser Vorstoß dem Verein mehr schadet als nützt. Klar, nicht alle Entscheidungen des bisherigen Vorstandsteams waren richtig. Doch zugutehalten muss man Stenger, Fleckenstein und Sickenberger, dass sie den Verein ehrenamtlich und in ihrer Freizeit geführt haben. Für hauptamtliche Funktionäre war schlicht kein Geld da.

Abzuwarten bleibt nun, wie Sponsoren, Mitglieder, Fans und Helfer des Vereins auf diese Entwicklung reagieren werden. Sollten weitere Ehrenamtliche sich mit den zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern solidarisch erklären und sich ebenfalls zurückziehen, könnten auf das mutmaßliche neue Quartett bereits in der kommenden kommissarischen Phase ungeahnte Probleme zukommen.

Ihre Meinung zum Thema: lesermeinung@main-echo.de

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