Montag, 24.06.2019

Kommentar von Manfred Weiß: Keine Zeit zum Wunden lecken

2. Handball-Bundesliga
Kommentieren

Ab­s­tiegs­frust, mit Kräf­ten und Mo­ral glei­cher­ma­ßen am En­de! Der TV Großwall­stadt hat sein Sai­son­ziel nicht er­reicht und muss run­ter in die 3. Li­ga. Das ist bit­ter - und den­noch:

 Dem Ma­na­ge­ment um Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Wüst und dem sport­li­chen Füh­rungs­per­so­nal bleibt kei­ne Zeit, die Wun­den zu le­cken.
Den Hebel umlegen

Zwar scheint die wirtschaftliche Basis für eine erfolgreiche Zukunft gelegt und die Perspektive auf einen sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga durchaus realistisch zu sein - doch es gibt auch Anlass zur Sorge: Die Junioren-Akademie und die 2. Mannschaft des TVG haben eine zutiefst enttäuschende Saison hinter sich. Mit Glück schaffte die A-Jugend auf den letzten Drücker die direkte Qualifikation für ein weiteres Jahr in der Bundesliga. Die gezeigten Leistungen dabei waren teilweise unterirdisch. Zuletzt leistete sich dann noch die B-Jugend einen schlimmen Fauxpas, indem sie erstmals die Qualifikation für die Bayernliga verpasste. Sie wird nun in der Landesliga eingruppiert, wo die Anforderungen an die Spieler deutlich niedriger sind.

Nie zuvor hat das Handball-Leistungszentrum in Großwallstadt, das sich inzwischen vielfacher Konkurrenz erwehren muss, sportlich ärgere Schrammen erlitten. Hinzu kommt, dass die 2. Mannschaft auf klägliche Weise wieder von der Landes- in die Bezirksoberliga abgestiegen ist.

Dabei müsste man eigentlich zwei Klassen höher spielen, um für den ambitionierten Nachwuchs, der den Sprung ins Drittligateam nicht schafft, attraktiv zu sein. Während also die 1. Mannschaft für die Mission Wiederaufstieg durchaus gerüstet zu sein scheint, knirscht es an der Basis noch gewaltig.

Neue Köpfe mit klarem Ziel

Dabei ist die Schräglage nicht das Ergebnis von Zufälligkeiten oder saisonaler Schwäche. Sie ist das Resultat eines schleichenden Abwärtstrends. Aus diesem Grund hat der TVG vor mehreren Wochen gehandelt und mit Sportkoordinator Maik Pallach sowie dem von den Rhein-Neckar Löwen gekommenen Jugendkoordinator Daniel Meyer zwei Handball-Strategen verpflichtet.

Die beiden haben zwei Aufträge zuvorderst abzuarbeiten: Sie müssen die Ausbildung der Jugendlichen in der Akademie entschieden professionalisieren und nach der Ausbildung den jungen Spielern je nach Leistungsvermögen reizvolle Betätigungsfelder unter dem Dach des TVG oder bei ambitionierten Nachbarvereinen verschaffen. Das Ziel, das dahinter steht: Das Management braucht dringend einen tragfähigen sportlichen Unterbau, um über die 1. Männerschaft dauerhaft Spitzenhandball in der Region platzieren zu können.

Unter großem Druck

Pallach und Meyer verfügen über jahrelange praktische Erfahrung, beide sind in Besitz einer A-Trainerlizenz, beiden aber - auch das steht fest - bleibt keine Zeit zur Eingewöhnung. Der Druck ist groß: Pallach und Meyer müssen sofort liefern, wenn der TVG seine ambitionierten Ziele nicht aus den Augen verlieren will.

Manfred Weiß

Ihre Meinung zum Thema:lesermeinung@main-echo.de

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!