Fehlende Leistungsträger nicht zu ersetzen: Spitzenreiter Hanau lässt Kirchzell keine Chance

3. Handball-Liga
2 Min.

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Joshua Osifo (80), einer der stärksten Kirchzeller, beim Sprungwurf.
Foto: Andreas Müller
Der Heim­nim­bus der Hand­bal­ler des TV Kirch­zell in der Sport­hal­le des Schul­zen­trums in Mil­ten­berg-Nord ist Ver­gan­gen­heit. Nach fünf Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge muss­ten sich die Oden­wäl­der am Sams­tag in der 3. Li­ga der HSG Ha­nau mit 27:34 (12:16) ge­schla­gen ge­ben.

Noch ehe der Ligaachte den Tabellenführer aus Südhessen vor den wegen Corona lediglich 100 erlaubten Zuschauern empfing, hatte es Wirbel gegeben. Zum einen, weil der Hessische Handballverband (HHV) am Vortag eine Erklärung veröffentlicht hatte, wonach der Landkreis Miltenberg alle Sporthallen geschlossen habe. Bei ihm sei das Telefon nach dieser Falschmeldung nicht stillgestanden, war Kirchzells sportlicher Leiter Gottfried Kunz noch einen Tag später empört.

Zum anderen hatte sich Leistungsträger Tim Häufglöckner im Abschlusstraining verletzt und konnte nicht eingesetzt werden. Genauso wie der weiterhin ausfallende Tom Spieß stand er nach seinem Bänderriss zwar offiziell im Aufgebot, doch Pullover und lange Hose signalisierten, dass er nicht zum Einsatz kommen würde. Trotz dieser personellen Probleme trat durch Alexander Hauptmann und Andreas Kunz betreute Heimmannschaft zunächst couragiert und kampfstark auf. Der aggressiv und reaktionsschnell vorgehende Mittelblock der Abwehr bremste den Tordrang des Gäste-Rückraums. Der TVK übernahm die Führungsrolle und lag nach zehn Minuten mit 6:4 in Führung.

Druck über Außen

Der Kontrahent hatte allerdings recht rasch Gegenmittel parat: Zum einen nutzte er die auf Außen frei werdenden Räume, zum anderen forcierte er das Tempo und kam zu Toren, sobald die TVK-Deckung nicht sortiert war. Es sei überhaupt die DNA seiner Mannschaft, sagte Gästetrainer Hannes Geist nach dem Spiel, über Ballgewinne in der Abwehr und den Gegenstoß zu Toren zu kommen. Hanau erhöhte binnen acht Minuten seine Trefferanzahl, zog vom 4:6 auf 10:6 davon und geriet danach nicht mehr in Gefahr.

Kirchzell hatte fortan in einem fair geführten Derby Mühe, Schritt zu halten. Alexander Hauptmann benannte nach dem Schlusspfiff die Gründe: »Enttäuscht bin ich in Bezug auf das Rückzugsverhalten. Wir haben uns 45 Minuten lang überlaufen lassen. Außerdem haben wir zehn freie Bälle verschossen und Hanau nur zwei. Wenn du gegen den Tabellenführer mit nur vier Minuspunkten gewinnen willst, muss es gerade umgekehrt sein.«

Sieg in Coburg ist Pflicht

Während die HSG Hanau mit dem Sieg in Miltenberg ihre Stellung als Staffelfavorit Nummer eins untermauert haben, bleibt der TV Kirchzell trotz der ersten Heimniederlage in dieser Saison auf Platz acht. Die Odenwälder haben nun aber bereits vier Punkte Rückstand auf die den Klassenerhalt garantierenden ersten sechs Ränge des Klassements. Was die Mannschaft nun dringend braucht, ist ein Erfolg am kommenden Sonntag beim Schlusslicht HSC Coburg II.

TV Kirchzell - HSG Hanau 27:34

TVK: Büchler, Jörg, Podsendek - Schnellbacher 7, Osifo 6, Meyer-Ricks 4/1, Soloviov 3, Gläser 3, Blank 2, Polixenidis 1, David 1, Iancu, Spieß, Häufglöckner, Schneider.

HSG: Schermuly, Tomm 1 - Gerst 6, Braun 6, Lorenz 5, Bergold 5/5, Pillmann 5, Brüggemann 2, Ruppert 2, Rivic 1, Christoffel 1, Ritter, Strohl, Schröder, Marquardt.

Zuschauer: 100. - Schiedsrichter: Marchlewitz/Stadtmüller. - Zeitstrafen: TVK 1 (Meyer-Ricks); HSG 4 (Braun, Ritter, Pillmann, Schröder). - Siebenmeter: TVK 1/1; HSG 5/5.

Spielfilm: 3:3 (6. Spielminute), 6:4 (10.), 6:10 (18.), 8:12 (23.), 10:14 (26.), 12:16 (30.); 15:20 (34.), 18:24 (39.), 20:24 (43.), 20:27 (47.), 22:31 (52.), 25:33 (56.), 27:34 (60.).

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