Mittwoch, 26.09.2018

TVK-Trainer hält Platz vier oder fünf für realistisch

Handball Dienstag, 11.09.2018 - 10:38 Uhr

Andreas Kunz will mit den Kirchzeller Oberliga-Handballern vorne mitspielen.

Seit der Sai­son 2016/17 hat der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler An­di Kunz die Ver­ant­wor­tung auf der Bank des TV Kirch­zell. In der letzt­jäh­ri­gen Run­de er­reich­te er mit sei­ner jun­gen Mann­schaft in der Hand­ball-Ober­li­ga Hes­sen ei­nen vier­ten Ta­bel­len­platz. Darf es in der am Wochenende beginnenden Saison vielleicht ein bisschen mehr sein? Kurz vor dem Start in die neue Runde sprach Andi Kunz mit unserem Medienhaus über die bevorstehende Aufgabe.

Die obligatorische Frage: Wie lief die Vorbereitung?
Mit der Vorbereitung bin ich nicht ganz so zufrieden. Wir waren in den vergangenen sieben Wochen lediglich in einem Training komplett. Dazwischen lagen immer wieder entweder kleinere Verletzungen oder Urlaubstage der Spieler. Seit dem Weininsel-Turnier Mitte August sind wir wirklich schwach besetzt gewesen. Beim Turnier in Budenheim waren wir nur mit acht Feldspielern. Das ist dann schon mühsam, und das sind keine gute Voraussetzungen, wenn du die Mannschaft entwickeln willst. Aber so ist das wohl im Amateurbereich.

Trotz aller - nennen wir es einmal Widrigkeiten - sehen Sie einen Fortschritt?
Ja, das denke ich schon. So haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und zum Beispiel die lange Abwesenheit von Jonas Wuth und Tim Häufglöckner für uns genutzt. Josip Punda, der in der vergangenen Saison überwiegend in der Abwehr eingesetzt wurde, hat dadurch den Anschluss im Angriff gefunden. Marcel Schneider ist näher an das Team gerückt. Wir sind, bedingt durch die Situation, eventuell breiter aufgestellt.

Drei Abgänge stehen einem Neuzugang gegenüber. Ist der Kader, wie er jetzt ist, perfekt, oder hätten Sie gerne noch nachgelegt?
Ehrlich gesagt, habe ich nicht gesucht. Was aber nicht heißt, wenn mir der passende Spieler über den Weg gelaufen wäre, dass ich ihn nicht genommen hätte. Aber ich denke, wenn alle meine Spieler einsatzbereit sind, ist unser Kader breit genug aufgestellt. Mit Maximilian Gläser haben wir nur einen Linkshänder im Rückraum. Da sind wir ein bisschen knapp besetzt. Aber meine Spieler sind variabel, können sich auf verschiedenen Positionen gegenseitig entlasten. Fakt ist auch: Wenn ein Spieler zu uns stoßen sollte, dann muss er klar besser sein als alle anderen. Meine Spieler sind größtenteils im Verein groß geworden, und mit denen will ich arbeiten und sie nach vorne bringen.

Tim Häufglöckner und Leon David sind altersbedingt nur noch für den TVK und nicht mehr zusätzlich für die TVG-Junioren im Einsatz. Sehen Sie das eher als Vorteil?
Ganz klar. Bei Tim war es so, dass das Erstspielrecht bei uns lag und er dadurch bei uns die meisten Einsätze hatte und auch mehr im Spiel drin war, als zum Beispiel Leon. Ihm hat man angemerkt, dass es viel Konzentration kostet, für zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Veranlagungen zu spielen. Doch ich denke, dass er nun auf seiner Position am Kreis mit nur Erwachsenen profitieren wird. Von ihm erwarte ich mir einen Schub.

Torhüter Niklas Eul ist dem TVK eine weitere Saison treu geblieben. Sie haben einmal gesagt, dass er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist.
Es freut uns sehr, dass Niklas eine weitere Saison bei uns dranhängt. Trotz der langen Fahrtzeit von Frankfurt nach Amorbach und zurück. Aufgrund seines Alters bringt er Erfahrung mit, die er den Jungen weiter gibt. Generell bin ich mit meinen drei Torhütern sehr zufrieden. Sie haben während der Vorbereitung gute Leistungen gebracht - jeder auf seine Art und Weise. Es gibt sicher in der Liga stärkere Keeper. Aber unser Trio bringt gute Leistungen, harmoniert sehr gut, und das ist wichtig für die Mannschaft.

Blieb die Kapitänsbinde bei Nico Polexenidis?
Das stand nicht zur Diskussion. Nico kümmert sich sehr und macht seine Sache gut. Ich habe viele Dinge auf mehrere Schultern verteilt. Jeder hat seine Aufgabe. Und Nico erfüllt seine sehr gut. Er ist auch heuer wieder unser Kapitän.

Vergangene Saison erzielten Sie mit Ihrem jungen Team einen sehr guten vierten Platz. Wie lautet die Zielvorgabe für diese Runde?
Wir wollen uns nicht verschlechtern, sondern das bestätigen, was wir bisher geschafft haben. Ein Platz vier oder fünf ist realistisch, denke ich. Es kann aber auch passieren, dass wir weiter vorne oder weiter hinten landen. Doch ich mache mich jetzt nicht verrückt wegen der Platzierung. Wir haben auch heuer wieder ein sehr junges Team. Wir wollen erneut eine gute Abwehr stellen. Wir müssen zielstrebig nach vorne spielen und Fehler des Gegners konsequent bestrafen. Die Passgeschwindigkeit soll besser werden, im Angriff wollen wir elementare Dinge verbessern.

Wie stark schätzen Sie heuer die Liga ein?
Dutenhofen ist zurecht aufgestiegen. Sie waren zwar keine Übermannschaft, aber sie waren sehr stabil und hatten mit ihrem Torhüter Klimpke einen überragenden Rückhalt. Melsungen kann ich nicht einschätzen, Büttelborn ist ein starker Aufsteiger, Dotzheim extrem stark. Also ich denke, es gibt schon ein paar Mannschaften, die oben mitspielen werden. In Kleenheim gab es einen Umbruch. Das kann gut, aber auch schlecht sein. Ich kann vorher nicht sagen, ein Sieg ist bei dem oder jenem Team unmöglich. Wir werden aber auch nicht im Vorbeigehen siegen. Wir müssen bei jedem Spiel das Maximale abrufen.

Der erste Gegner ist die ESG Gensungen/Felsberg. Beide Mannschaften kennen sich vom letzten Jahr. Wie schätzen Sie die ESG heuer ein? Ist es ein Vorteil, mit einem Heimspiel zu starten?
Im ersten Spiel ist man immer nervös. Von daher ist es schön, mit einem Heimspiel zu starten. Und ich bin auch froh, dass gleich ein Gegner wie die ESG kommt. Da müssen wir uns gleich richtig lang machen und können nicht nach dem Motto agieren: Schauen wir mal, das wird schon. Wir haben im letzten Jahr gegen die gut gespielt, vor allem auswärts ein Klassespiel abgeliefert. Der Gegner ist gut, und wir müssen uns einen Plan zurecht legen, wie wir gegen ihn agieren. Ich persönlich habe als Spieler immer sehr gerne im ersten Spiel gegen sehr gute Teams wie Kiel oder Hamburg gespielt. Da musstest du gleich alles aufbieten, da waren Emotionen von Anfang an da. So hoffe ich, sehen das meine Jungs auch. Gegen Gensungen kann man verlieren. Aber wir dürfen uns schon einen gewissen Druck machen.

Inwiefern?
Wir müssen nach dem Gensungen-Spiel zum extrem starken Aufsteiger Dotzheim. Anschließend müssen wir nach Kleenheim. Wir wollen keinesfalls mit 0:6 Punkten starten. Denen laufen wir unter Umständen bis Weihnachten nach. Also müssen wir schauen, dass wir einen guten Start in die Saison erwischen, um gleich vorne mitmischen zu können.

Margot Staab

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