Bärenstarke Abwehrleistung von Babarskas & Co: Handballer des TV Großwallstadt bremsen Rostock aus

Handball
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Abwehrriegel: Tom Jansen, Povilas Babarskas und Thomas Rink (von links in Blau) kaufen den Angreifern den Schneid ab. Zudem zeigte Keeper Jan-Steffen Minerva (16) gegen Rostock starke Paraden.
Foto: Stefan Gregor
»Den De­ckel früh­er drauf­ma­chen« - das hät­te sich Trai­ner Ralf Ba­der nach­träg­lich für die Par­tei sei­nes TV Großwall­stadt ge­gen den HC Em­por Ro­s­tock ge­wünscht. Für seine Nerven wäre das zweifellos schonend gewesen, den 235 Zuschauern in der Elsenfelder Unter- mainhalle aber hätte dies drei verrückte Schlussminuten vorenthalten. Dazu später! - Unter dem Strich bot der TVG am Samstag gegen den Aufsteiger von der Ostsee beim 27:23 (14:11) erneut eine starke Leistung.

Schon vor der Partie war klar gewesen, dass es die Blau-Weißen mit einem eingespielten, versierten und giftigen Gegner - Trikotfarbe gelb! - zu tun bekommen würden. Klar: Eine Siegchance hatte sich Bader ausgerechnet, aber nur wenn der TVG wie gegen Dormagen mit großer Disziplin und wenigen technischen Fehlern agieren würde.

Das beherzigten seine Spieler von Beginn an. Basis für den Erfolg war eine konzentrierte, starke Abwehr, aus welcher der Litauer Povilas »Paul« Babarskas herausragte. Im Zusammenwirken mit Thomas Rink und Dino Corak im Innenblock machte er die Abwehrmitte dicht, obwohl es der Gegner oft mit dem siebten Feldspieler versuchte. Weil auch die Halbpositionen gut arbeiteten und Torhüter Jan-Steffen Minerva 14 Paraden zeigte, gelang ein Start-Ziel-Sieg, der jedoch nie ungefährdet war. Bei einer Schwächephase - davon konnte man an der Seitenlinie ausgehen - würde das Spiel kippen.

Savvas mit seiner Wurfkraft

Der TVG ging mit 2:0 in Führung, dann war sofort zu erkennen, wie penetrant die Rostocker Abwehr gegnerischen Angriffsreihen das Leben schwer macht. Wie so oft musste Savvas Savvas mit seiner Urgewalt helfen. Trotz starker Bedrängnis und immer wieder unter Zeitdruck gelangen dem Griechen wichtige Treffer. Allein in der ersten Spielhälfte sieben an der Zahl. Am Ende waren es elf.

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TV Großwallstadt - HC Rostock
Foto: Stefan Gregor |  27 Bilder

Savvas ließ den TVG mit drei Toren in Folge von 3:2 auf 6:2 (12. bis 14.) davonziehen. Zwei weitere Treffer des Hünen waren es, die seiner Mannschaft in der 23. Minute einen Fünf-Tore-Vorsprung bescherten. Der Gast aber war nicht abzuschütteln. Beim 11:14-Pausenstand war für den Tabellensechsten noch alles drin.

Paul, Thomas und Dino haben überragend verteidigt.

Per Siebenmeter von Marc Pechstein konnte Rostock nach Wiederanpfiff auf zwei Tore verkürzen, der TVG aber leistete sich keinen Einbruch. Über 17:12 (37.) und 19:14 (41.) behielt das Bader-Team die Spielkontrolle. Weil Leon Mehler im Kasten des HC wie Minerva 14 Bälle abwehrte, blieben die Rostocker aber bis zum Schluss im Spiel.

Auffallend in der hart, aber fair geführten Partie: Die DHB-Schiedsrichterinnen Daniela Kuschel und Sandra Senk (Ludwigshafen) verhängten zwölf Siebenmeter und acht Zeitstrafen - ein Strafmaß, dass sich beide Teams »brüderlich« teilten.

Weil sich der TVG in der zweiten Spielhälfte etliche Fehlwürfe erlaubte - drei Bälle vom eigenen Wurfkreis in Richtung leeres Rostocker Tor fanden nicht den Weg in die Maschen - blieb es bedrohlich eng. Doch wie gegen Dormagen fand der TVG Lösungen: Savvas zum 22:18 (51.), Jansen per Siebenmeter zum 24:20 (54.) und wieder Savvas zum 25:21 (55.) - die Unterfranken bogen allmählich auf die Siegerstraße ein.

Bedingungsloses Pressing

Eine Auszeit von TVG-Coach Bader in der 57. Minute sollte letzte Sicherheit bringen. Gästetrainer Till Wiechers nutzte das, um seinem Team eine komplette Manndeckung zu verordnen. War der TVG zuvor mit einer offensiven 4:2-Abwehr des HC noch zurechtgekommen, wurde es in den letzten drei Minuten vogelwild. Die Rostocker drängten den Gegner weit in die eigene Hälfte zurück. Der TVG fand kein Mittel gegen das bedingungslose Pressing und leistete sich jetzt Ballverluste im Sekundentakt. Frieder Bandlow und Kuno Schauer vergaben frei vor Gästekeeper Mehler. Am Beginn der letzten Spielminute war es dann doch Rechtsaußen Band- low vorbehalten, das entscheidende 26:23 über die gegnerische Torlinie zu drücken.

An Dormagen-Spiel angeknüpft

Ein um die Nase noch etwas blasser TVG-Trainer hatte die turbulente Schlussphase nach dem Abpfiff erst mal zu verdauen. Dann war Bader »happy«, dass sein Team nach der Corona-Auszeit für sechs Spieler dabei sei, sich zu finden, und an die starke Leistung gegen Dormagen angeknüpft habe. Lob gab es für die Defensive: »Was ich auf jeden Fall herausheben muss, ist unsere Abwehrarbeit. Paul (Povilas), Thomas und Dino haben überragend verteidigt. Auch die Halbspieler haben das gut gemacht, und unser Torhüter hat wichtige Bälle gehalten.«

Dann wagte Bader einen Blick auf die Partie am Mittwoch gegen den EHV Aue, der nach der 24:33-Heimniederlage gegen Eisenach auf einem Abstiegsplatz steht: »Es gibt in dieser Liga keine leichten Gegner. Aue steht mit dem Rücken zur Wand. Aber auch sie werden sich wieder freischießen - das darf nur nicht bei uns passieren!«

Liveticker zum Nachlesen unter https://www.main-echo.de

TV Großwallstadt - SC Empor Rostock 27:23

TV Großwallstadt: Minerva 1, Adanir - Savvas 11/2, Busch 5/2, Stark 3, Jansen 3/1, Klenk 2, Rink 1, Bandlow 1, Babarskas, Corak, Schauer, Weit, Bicer

HC Empor Rostock: Mehler L., Wetzel - Breitenfeldt 6/2, Pechstein 4/3, Schütze 3, Thümmler 3, Witte 2, Kohnagel 2, Wilhelm 1, Steidtmann 1, Ottsen 1, Mehler D., Asmussen, Schmidt, Lößner

Schiedsrichterinnen: Kuschel, Senk - Siebenmeter: TVG 6/5 (Savvas scheitert an L. Mehler); HC 6/5 (Pechstein scheitert an Minerva) - Zeitstrafen: TVG 4 (Jansen, Bandlow, Corak, Babarskas); HC 4 (zweimal Kohnagel, Pechstein, Ottsen) - Zuschauer: 235

Spielfilm: 2:0 (3. Minute), 6:2 (14.), 8:5 (19.), 11:6 (23.), 12:9 (27.), 14:11 (30.) - 14:12 (33.), 17:12 (37.), 19:16 (45.), 21:17 (49.), 23:18 (51.), 25:23 (59.), 27:23 (60.)

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