Gut gebrüllt: 1860-Coach erinnert vor BVB an Bayern-Blamage

München (dpa)
2 Min.

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Michael Köllner
Münchens Trainer Michael Köllner will das Pokalduell mit Dortmund genießen.
Foto: Robert Michael/dpa/Archivbild
Das altehrwürdige Grünwalder Stadion in München steht vor einem stimmungsvollen Pokalabend - auch wenn die Rollen zwischen 1860 und Borussia Dortmund klar verteilt scheinen. Aber wer weiß das schon?

Beim «Löwen»-Drehbuch für ein Pokal-Spektakel gegen den Mega-Favoriten Borussia Dortmund bediente sich 1860-Coach Michael Köllner kurzerhand beim ungeliebten Nachbarn FC Bayern.

«Ich kann mich noch immer erinnern an Vestenbergsgreuth...», sagte der gebürtige Oberpfälzer Köllner genüsslich in Erinnerung an eine der größten Pokal-Sensationen, die sich vor fast 20 Jahren in Franken zugetragen hatte. 1994 besiegte der damalige Regionalligist TSV Vestenbergsgreuth Bayern Münchens Starsensemble um Torwart-Titan Oliver Kahn und Weltmeister Lothar Matthäus sowie Trainer Giovanni Trapattoni in der ersten Runde mit 1:0 - rumms!

1860 München im Rampenlicht

Am Freitag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) würde Köllner mit dem einstigen deutschen Meister und aktuellen Drittligisten TSV 1860 München im altehrwürdigen und mit 15.000 Zuschauern ausverkaufen Grünwalder Stadion nur zu gerne für einen Abend sorgen, der ebenfalls in die Historie des DFB-Pokals eingeht. «Der Fußball-Fokus liegt mal auf uns», sagte der 52-Jährige zur besonderen Bedeutung des Spiels für den Verein: «Dreiviertelneun, in Giesing gehen die Lampen an, da werden viele hinschauen.» Wie laut können die «Löwen» brüllen gegen den runderneuerten BVB, der im ersten Pflichtspiel nach dem Abgang von Torjäger Erling Haaland den Schock des langfristigen Ausfalls von dessen Nachfolger Sébastien Haller (Tumor-OP) wegstecken muss.

Köllner: «Werden leiden müssen»

Dortmund ist gewarnt: Vor einem Jahr warfen Köllners Sechziger den Ruhrpott-Rivalen FC Schalke 04 aus dem Cup. Und beim letzten Pokalduell 2013 zwangen die «Löwen» - damals noch als Zweitligist - den BVB in Runde zwei immerhin in die Verlängerung. Den Ton für ihre schwarz-gelbe Woche hatten die Sechziger zudem mit einem irren 4:3 zum Drittligastart beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden gesetzt.

Die nackten Fakten sprechen natürlich für den BVB, das weiß auch Köllner. «Ich glaube, die können alles besser als wir», sagte er: «Dortmund ist eine Mannschaft, die Minimum Platz zwei in der Liga erreichen wird. Wir sind in Deutschland Nummer 70, 60, 50, vielleicht 40. Das ist ein Mismatch für uns, eigentlich haben wir keine Chance.»

Doch dieses «eigentlich», auf genau das setzt Köllner mit seinem jungen Team um Kapitän Stefan Lex. «Wenn es überhaupt keine Chance gäbe, würde ich meinen Job wechseln», sagte der Vollblut-Trainer. Ein «frenetisches Publikum» soll seine Elf womöglich bis in eine Verlängerung oder das Elfmeterschießen tragen, sagte der 52 Jahre alte Ex-Coach des 1. FC Nürnberg: «Wir werden viel leiden müssen!»

Dortmund will Schritt Richtung Titel machen

Dortmund dürfte mit seinem neuen Nationalspieler-Trio Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi auflaufen - aber eben auch ohne Haller. Die schwere Erkrankung des 30 Millionen Euro teuren Stürmers lastet auf dem BVB-Team. Wie sehr, darauf müssen Trainer Edin Terzic und seine Profis auf Giesings Höhen eine Antwort geben. Köllner sprach von «einem brutalen Einschnitt» für Haller und die Borussia.

Für Terzic hat der DFB-Pokal eine hohe Bedeutung. Vor gut einem Jahr führte er den BVB zum Cup-Gewinn, ehe er für Marco Rose Platz machte. Jetzt gibt der 39-Jährige sein Trainer-Comeback als Dortmunder Coach ausgerechnet im DFB-Pokal und verkündete: «Dieser Wettbewerb ist uns sehr wichtig. Der BVB möchte immer um Titel mitspielen. Und dieser ist am schnellsten zu erreichen.»

Es ist aber auch ein Wettbewerb, in dem jedes Team flott K.o. gehen kann - auch ein Großer bei einem vermeintlich Kleinen. Übrigens: Zur Motivation seiner Spieler plant Köllner keinen Schnickschnack, wie er ankündigte. Einen «lebenden Löwen» aus dem benachbarten Zoo werde er jedenfalls nicht vor dem Anpfiff durch die 1860-Kabine führen.

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