Kostic hisst sein Trikot:  Ein skurriler Abend im Camp Nou

Barcelona (dpa) - 
2 Min.

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Kostic
Frankfurts Filip Kostic jubelt nach seinem Tor zum 0:3.
Foto: Arne Dedert/dpa
Eintracht Frankfurt wirft den großen FC Barcelona aus der Europa League und erlebt surreale Momente im Camp Nou. Die Abenteuerreise geht in der nächsten europäischen Riesenmetropole weiter.

Am Ende eines denkwürdigen Fußballtages hörte es mit den surrealen Momenten gar nicht mehr auf. Rund 30.000 Fans aus Frankfurt singen und feiern an einem Donnerstagabend um 23.30 Uhr im ansonsten leeren Camp Nou von Barcelona. 

Doppeltorschütze Filip Kostic, der im Sommer noch per Streik seinen dringenden Wechselwunsch nach Rom äußerte, hisst voller Inbrunst das Eintracht-Trikot und lässt sich von der Kurve feiern. Der sonst oft zurückhaltende Oliver Glasner rutscht mit dem Kopf voraus auf den Rasen und macht sich damit seine Hose kaputt. Wirklich? Oder erfunden und zu kitschig?

Wirklich. Nach dem famosen 3:2-Sieg beim FC Barcelona und dem Einzug ins Halbfinale der Europa League schien bei der Eintracht tatsächlich alles möglich. «Riesenlob an die Spieler, was sie hier geleistet haben. Riesenlob an unsere Fans, die hier etwas vollbracht haben, was es sonst kaum gibt auf der Welt», sagte Glasner, der seine zerstörte Hose «egal» nannte und den unglaublichen Abend extrem hoch bewertete. «Das hat sich eingebrannt ins Herz für immer. Diese Gefühle werde ich mitnehmen, bis ich irgendwann hoffentlich mal eine Etage höher bin.»

Hoffnung aufs Finale

Doch vorher hat der 47-Jährige mit der Eintracht eine wichtige Aufgabe, denn die emotionale Europa-Reise ist in Barcelona nicht beendet. Nun ruft am 28. April London - wo es im Halbfinale gegen West Ham United geht - und dann soll das ganz große Endspiel in Sevilla folgen. Der 18. Mai wäre sicher der nächste große Feiertag für die Eintracht, die schon den Gründonnerstag in Barcelona mit Zehntausenden Fans und zahlreichen Aktionen zelebrierte.

«Unser Ziel ist es, ins Finale zu kommen. Das ist das ganz klare  Ziel», sagte Sportvorstand Markus Krösche, der erst vor der Saison auf Fredi Bobic folgte. Während Bobic in Berlin bei Hertha gegen den Abstieg kämpft, ist Krösche nun der Baumeister eines Teams, das mal eben Weltclub und Topfavorit Barça aus dem Europa-League-Wettbewerb genommen hat. Und das hochverdient. Doppelpacker Kostic und Rafael Borré hatten den Sieg eingeleitet, die beiden extrem späten Tore von Sergio Busquets und Memphis Depay reichten Barca nicht mehr.

«Wir fühlen uns überragend gut. Wir haben etwas Historisches geschafft», sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann, der direkt eine «Adler-Invasion» für London ankündigte. Das Rückspiel findet am 5. Mai in Frankfurt statt und wird sicher in allerkürzester Zeit ausverkauft sein. Im zweiten Halbfinale duellieren sich RB Leipzig und die Glasgow Rangers, selbst ein deutsches Finale ist in Sevilla also denkbar.

Zum Diskussionsthema wurde nach dem Spiel die Konstellation im Camp Nou, wo fast die Hälfte der Fans zur Eintracht hielt. Barcelona-Coach Xavi Hernandez fühlte sich um den Heimvorteil gebracht und nannte dies einen «Planungsfehler». Eintracht-Vorstand Hellmann hielt dagegen und nahm den Club aus Katalonien in Schutz. «Es gibt ein paar negative Stimmen nach dem Motto: wie kann das sein? Es war so, dass unsere Fans über alle Kanäle Tickets besorgt haben - bis zu dem Moment vor dem Spiel. Das kannst du als Verein nicht erkennen», sagte Hellmann.

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