Tomke Schneider: Die 17-jährige Fußballerin von Eintracht Frankfurt ist trotz schwerer Verletzung guter Dinge

Frauen-Fußball
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Mehr zum Thema: Tomke Schneiders Weg zurück auf den Fußballplatz
Tomke Schneider im Trikot der Frankfurter Eintracht.
Foto: BEAUTIFUL SPORTS/P. Gawlick via www.imago-images.de
Aktuell auf Krücken und Knieschiene angewiesen: Tomke Schneider.
Foto: Thorsten Schmitt
2020 ist Tom­ke Schnei­der von den Ju­nio­ren von Vik­to­ria Aschaf­fen­burg zu den Frau­en von Ein­tracht Frank­furt ge­wech­selt. Dort wur­de sie gleich Stamm­spie­le­rin im Zweit­li­ga-Team. In die ak­tu­el­le Sai­son star­te­te die 17-Jäh­ri­ge mit der Aus­sicht, bei der ers­ten Mann­schaft hin­ein­zu­schnup­pern - bis sie ei­ne Knie­ver­let­zung aus­b­rems­te.

Den Kopf oben zu behalten, auch wenn der Körper nicht mitspielt: Was gerade im Leistungssport unabdingbar ist, steht für Tomke Schneider außer Frage. »Ich bin ein sehr positiver Mensch«, sagt die 17-jährige Fußballerin aus Sulzbach-Dornau. »Und ich habe ein festes Ziel vor Augen: Du musst wieder topfit auf dem Platz stehen.«

Vergangenes Jahr wechselte Schneider von den Junioren von Viktoria Aschaffenburg zu den Frauen von Eintracht Frankfurt. Dort wurde sie auf Anhieb Stammkraft in der Zweitliga-Mannschaft und hatte für die aktuelle Saison die Perspektive, zumindest im Training beim Bundesliga-Team reinzuschnuppern.

Beim Aufwärmen weggeknickt

Bis Ende August eine schwere Knieverletzung die achtmalige Juniorennationalspielerin außer Gefecht setzte. »Ich bin beeindruckt von ihrer psychischen Stärke« beantwortet Mutter Stefanie Schneider die Frage, ob sie ihre Tochter aufbauen musste: »Da könnte ich mir eher etwas abschneiden.«

Ohne jede Bitterkeit berichtet Tomke Schneider von jenem 29. August. Nach einem 4:1-Auftakterfolg gegen Ingolstadt stand für Eintracht Frankfurt II am zweiten Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga die Auswärtspartie beim 1. FC Nürnberg an. Beim Aufwärmen wollte Schneider ein Pass spielen - und knickte weg. »Genaueres weiß ich nicht mehr. Aber ich habe sofort gemerkt: Da ist etwas nicht in Ordnung«, erzählt die 17-Jährige. Das Ergebnis der MRT-Untersuchung: Neben einem Riss des vorderen Kreuzbands im linken Knie waren Innenmeniskus und Innenband geschädigt, was eine konservative Behandlung ohne Operation ausschloss.

Drei Tore in 16 Liga-Partien

»Ich wurde direkt in die Reha gepackt«, sagt Innenverteidigerin Schneider, die in der Vorsaison alle 16 Liga-Partien bestritten hatte (die 2. Bundesliga war zweigeteilt) und dabei drei Tore erzielte. Sie habe überhaupt nicht damit gerechnet, gleich Stammspielerin zu werden, blickt die 17-Jährige auf ihre erstes Jahr im Eintracht-Trikot zurück. »Es läuft sehr gut in Frankfurt, ich kann mich nicht beklagen.« Das gelte auch in der aktuellen Situation, in der der Verein sie optimal unterstütze: »Besser geht's nicht.«

Trotz der Knieschiene, die sie tragen muss, und der Krücken war Schneider in den vergangenen Wochen so oft wie möglich als Zuschauerin beim Training und bei den Spielen dabei. Nach dem Realabschluss im vergangenen Jahr besucht die 17-Jährige seit ihrem Wechsel nach Frankfurt die dortige Carl-von-Weinberg-Schule und wohnt im Internat. 2022 will sie ihr Fachabitur machen, danach »eventuell etwas mit Ernährung oder Sport - oder zur Polizei.« Ihr Traumberuf sei zwar Schreinerin. »Aber das lässt sich schwer mit Fußball verbinden.«

Gemeint ist Leistungsfußball. In acht bis neun Monaten will Tomke Schneider wieder voll belastbar auf dem Fußballplatz stehen. Zunächst einmal steht aber am kommenden Dienstag die Operation in Bad Homburg an. Danach, das weiß die 17-Jährige schon, bekommt sie zunächst eine steife Schiene, die das Bein ruhigstellt. Im Anschluss wird eine Motorschiene das Knie wieder an Bewegung gewöhnen. »Tomke hat schon gesagt, dass sie in dieser Zeit auf der Couch wohnt«, sagt Mama Stefanie Schneider und lacht.

Die 1. Bundesliga im Visier

Tomke lacht mit. Läuft alles nach Plan, kann sie in Vorbereitung auf die Saison 2022/23 wieder angreifen. Und einen neuen Anlauf nehmen zum angepeilten Sprung in die 1. Bundesliga. Schon vor der aktuellen Spielzeit sollte die 17-Jährige bei der ersten Mannschaft der Eintracht-Frauen mittrainieren. »Ich hätte die Chance gehabt.« Eine andere Verletzung vereitelte diese. »Aber die war nicht der Rede wert«, sagt Tomke Schneider - mit geschientem Knie, aber erhobenen Hauptes.

Anmerkung: Mit weiteren Beiträgen in loser Folge werden wir in den kommenden Monaten Tomke Schneiders Weg zurück auf den Fußballplatz begleiten.

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