Der Vorsitzende Ralf Stolle des TSV Sackenbach über die Rückkehr in die A-Klasse, Absage-Frust und die Titel-Aussicht

»Ich hätte mir mehr Dominanz gewünscht«

B-Klasse
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Nur noch selten auf der Bank oder auf dem Feld: Ralf Stolle.
Foto: Denise Nadler
Es ist ei­ne An­sa­ge mit Nach­druck. Zu­min­dest, wenn man es an­hand der Aus­ru­fe­zei­chen be­wer­tet, mit de­nen sie beim TSV Sa­cken­bach nicht ge­ra­de ge­spart ha­ben. Auf der In­ter­net­sei­te des B-Klas­sis­ten sind ei­ni­ge Bil­der von der jüngs­ten Auf­s­tiegs­fei­er zu fin­den, dar­un­ter in gel­ben Buch­sta­ben der Schrift­zug: »Und jetzt holen wir uns noch die Meisterschaft.« Versehen ist die Zeile mit acht Ausrufezeichen, jeweils vier an Anfang und Ende.

In Sackenbach haben sie also noch etwas vor, auch wenn schon vor dem letzten Spieltag klar ist, dass die Mannschaft von Spielertrainer Davide Gargano in der nächsten Saison wieder in der A-Klasse an den Start gehen wird.

Vor dem Saisonfinale gegen die zweite Mannschaft des SV Veitshöchheim lässt Ralf Stolle die Saison Revue passieren. Sackenbachs Vorsitzender macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Verlauf des Jahres nicht rundum zufrieden ist - er unterstreicht aber auch das, was auf der Internetseite seines Vereins steht.

Herr Stolle, Sackenbach ist 2019 in die B-Klasse abgestiegen und in der abgebrochenen Corona-Saison Fünfter geworden. Jetzt geht es wieder nach oben. Sie dürften also sehr einverstanden sein mit dieser Saison, die am Sonntag in Veitshöchheim zu Ende geht.
Stolle: Ja und nein. Alles in allem sind wir natürlich zufrieden, weil wir mit dem Aufstieg unser Ziel erreicht haben. Trotzdem ist nicht alles so gelaufen, wie wir uns das vor der Saison vorgestellt haben.

Worauf spielen Sie an?
Stolle: Es sind mehrere Themen. Das Erste ist, dass in der Hinrunde drei Heimspiele ausgefallen sind, weil die Gegner keine Mannschaft stellen konnten und auch nicht verlegen wollten. Dadurch ist uns Umsatz weggebrochen. Das ist sehr ärgerlich, wenn man sowieso nicht so viele Heimspiele hat.

Was sind die anderen Themen?
Stolle: Der Spielplan ist eines. Wir hatten schon im Oktober unser letztes Spiel vor der Winterpause und haben dieses Jahr erst im April wieder angefangen.

Sechs Monate ohne Pflichtspiel.
Stolle: Ja. Das ist natürlich sehr ungünstig. Das soll aber keine Ausrede dafür sein, dass ich mir auch sportlich mehr erhofft hätte.

Mehr als den Aufstieg?
Stolle: Ich hätte mir schon mehr Dominanz gewünscht. In unserer B-Klasse sind wir die einzige erste Mannschaft. Das oberste Ziel war natürlich der Aufstieg, aber es geht mir auch um die Art und Weise. Ich wollte eigentlich nicht, dass es bis zum letzten Spieltag spannend ist.

Am Sonntag braucht es noch einen Sieg beim Tabellendritten in Veitshöchheim. Dann wäre Ihre Mannschaft Meister, weil sie den direkten Vergleich mit dem punktgleichen Verfolger Urspringen/Karbach II durch ein 4:0 und ein 5:3 gewonnen hat.
Stolle: Und das, obwohl das eine starke zweite Mannschaft ist. Trotzdem wollen wir am Ende ganz oben stehen. Das ist den Jungs im Training auch anzumerken. Wir sind zwar schon aufgestiegen, aber der Fokus und die Spannung sind noch da. Das sieht man alleine an der Trainingsbeteiligung unter der Woche. Am Freitag machen wir nochmal einen Mannschaftsabend, um uns aufs letzte Spiel einzustimmen - am Sonntag wollen wir dann den letzten Schritt gehen.

Zum Abschluss noch eine Grundsatzfrage zum Aufstieg: Welche Bedeutung hat es für den TSV Sackenbach, nächste Saison nach drei Jahren in der untersten Liga wieder in der A-Klasse zu spielen?
Stolle: Das ist aus vielerlei Hinsicht sehr wichtig den Verein. Für die Mannschaft ist es ein sportlicher Anreiz, und für unsere Zuschauer ist es auch attraktiver, weil wir in der A-Klasse mehr Derbys haben. Dieses Jahr fahren wir zu Auswärtsspielen nach Veitshöchheim oder Thüngersheim, nächstes Jahr spielen wir dann gegen Wombach II und Sendelbach/Steinbach II. Und wenn diese Mannschaften zu uns nach Sackenbach kommen, bringen sie auch eher Zuschauer mit als Veitshöchheim II oder Thüngersheim II.

Zur Person: Ralf Stolle

Als Vorsitzender leitet Ralf Stolle seit mittlerweile acht Jahren die Geschicke des TSV Sackenbach. Seine Laufbahn als Fußballer hat er mittlerweile zwar beendet, trotzdem stand er in dieser Saison noch einmal auf dem Platz: Als Einwechselspieler kam Stolle Mitte August beim 5:1 gegen den FV Bergrothenfels/Hafenlohr II zum Einsatz - sagt aber: »Die Position als Vorstand passt besser zu mir.«

Stolle ist 36 Jahre alt, ledig, wohnt in Sackenbach, arbeitet als Polizist und ist Fan des FC Bayern München. (sl)

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