Am Sonntag könnte Langenprozelten/Neuendorf den Aufstieg klarmachen oder alles verspielen

Der Rückzug war aus Trainersicht ein Fehler

B-Klasse WÜ 4
3 Min.

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1:0 für Langenprozelten/Neuendorf: Lukas Imhof ist per Kopf früher am Ball als Fellens Keeper Kilian Fischer mit den Fäusten.
Foto: Denise Nadler
Fast zwei Wo­chen ist es jetzt her, dass And­reas Vol­ken­stein ein paar Nach­rich­ten mit Gra­tu­la­tio­nen er­hielt. Sams­tags ge­wann sein Team mit 4:2 bei der drit­ten Mann­schaft des TuS Fram­m­ers­bach, in den Stun­den da­nach be­kam Vol­ken­stein ei­ni­ge Glück­wün­sche.

Was der Coach des FV Langenprozelten/Neuendorf dann aber entgegnen musste, war: Es ist noch nicht geschafft.

»Die Konstellation ist ein bisschen undurchsichtig«, sagt Volkenstein heute. Weil der Bayerische Fußballverband die Tabelle der Fußball-B-Klasse 4 nach zahlreichen Spielabsagen noch nicht auf Stand gebracht hatte, dachten einige in Volkensteins Umfeld, Langenprozelten/Neuendorf stehe bereits als Aufsteiger fest. Fakt ist aber: Nach dem Spiel in Frammersbach benötigt der FV noch einen letzten Punkt - und vergab am vergangenen Sonntag beim 1:2 gegen die DJK Fellen den ersten Matchball.

»Nicht erkannt, wie eng es ist«

»Die Enttäuschung ist natürlich riesig«, sagt Volkenstein auch noch ein paar Tage nach der zweiten Saisonniederlage. 13 seiner 15 Spiele hat seine Mannschaft zwar gewonnen, feiern kann sie aber frühestens am Sonntag. Dann trifft Langenprozelten/Neuendorf auf die Reserve des FV Stetten/Binsfeld/Müdesheim, die selbst noch Aufstiegsambitionen hat. »Viele haben gar nicht erkannt, wie eng es ist«, sagt Volkenstein, »ich musste der Mannschaft erstmal erklären, wie die Konstellation überhaupt ist.«

Ein Remis am Sonntag - und Langenprozelten/Neuendorf wäre aufgestiegen. So stellt es sich dar. »Es ist Alles-oder-nichts-Spiel«, sagt Volkenstein mit Blick auf das Saisonfinale, wohlwissend, dass es die letzte Aufgabe des Jahres in sich hat: »Für die erste Mannschaft von Stetten geht es um nichts mehr. Ich rechne deshalb damit, dass wir nicht auf eine reine B-Klassen-Mannschaft treffen werden.«

Das Worst-Case-Szenario ist klar: Sollte Langenprozelten/Neuendorf verlieren, dürfte Stetten/Binsfeld/Müdesheim feiern, während Volkenstein und sein Team hoffen müssten, dass Fellen, der dritte Aufstiegsanwärter, gegen Karsbach II Punkte liegen lässt.

Oft im Neun-gegen-Neun

»Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich nicht unter Druck setzen sollen«, sagt Volkenstein, gibt aber auch zu verstehen, dass die B-Klasse keine Liga ist, in der sich Langenprozelten/Neuendorf gut aufgehoben fühlt. Fünf Nichtantritte von gegnerischen Mannschaften, etliche Duelle im Neun-gegen-neun: Trotz aller Siege ist die Saison 2021/22 nicht so verlaufen, wie es sich der FV vor elf Monaten ausgemalt hat.

Rückblende: Im Juni des vergangenen Jahres entscheidet sich Langenprozelten/Neuendorf für einen Neuanfang. Die Mannschaft ist gerade aus der Kreisklasse abgestiegen, die Stimmung ist mäßig, die Begeisterung für den Fußball hat deutlich nachgelassen. Für den FV ist klar: Es braucht einen Einschnitt. Der Vorsitzende Patrick Kübert sagte damals: »Wir wollen einen Cut machen - und wenn, dann machen wir einen richtigen.« Fast ein Jahr später ist Volkenstein der Meinung: »Es war falsch, für den Neustart in die B-Klasse zu gehen.«

Zum einen, erklärt Volkenstein, traue er seinem Team zu, auch eine Etage weiter oben um einen Platz im Mittelfeld der Tabelle mitzuspielen. Zum anderen seien nach dem Neubeginn deutlich mehr Spieler zu den Trainingseinheiten gekommen als zunächst erwartet. Weil sonntags dann aber oft nur deren neun von Anfang an spielen konnten, musste Volkenstein einige seiner Schützlinge wieder und wieder vertrösten. »Die B-Klasse ist keine klassische Liga, sondern eine Reserve-Liga«, weiß der FV-Coach mittlerweile, »wir sehen uns aber schon in einer wettkampforientierten Klasse. Wir trainieren ja, um zu spielen - das konnten wir aber oft nicht.«

Immer wieder sagten die Gegner ab, in einen Rhythmus kam Langenprozelten/Neuendorf nie. Volkenstein betont deshalb: »Selbst wenn wir nicht aufsteigen sollten, wäre es wichtig, dass wir nächstes Jahr eine normale Saison spielen können. Ich hoffe, dass sich der Verband da etwas einfallen lässt.«

Hintergrund: Das steht in der BFV-Ordnung

Wenn drei Mannschaften punktgleich sind, wie es nach dem letzten Spieltag in der B-Klasse Würzburg 4 der Fall sein könnte, wird eine Sondertabelle angefertigt, die nur die direkten Duelle berücksichtigt. Sind die Teams in dieser Tabelle punktgleich, entscheidet die Tordifferenz über die Platzierungen. Ist auch diese identisch, gelten folgende Kriterien: erzielte Tore in den direkten Vergleichen, Tordifferenz in der Gesamttabelle, erzielte Gesamttore, Zahl der Siege.

Bezogen auf die B-Klasse 4 bedeutet das: Wenn Fellen am letzten Spieltag seine Aufgabe gegen Karsbach II löst, hat die DJK 40 Punkte auf dem Konto. Dieselbe Marke also, die auch Langenprozelten/Neuendorf und Stetten/Binsfeld/Müdesheim II erreichen würden, wenn ihr direktes Duell remis enden sollte. In der Sondertabelle hätte dann Langenprozelten/Neuendorf mit sieben Punkten die Nase vorn, auch Fellen wäre aufgestiegen. Stetten/Binsfeld/Müdesheim II muss also gewinnen, um das Ticket für die A-Klasse zu lösen.

Bei einem Sieg von Stetten II wäre gar keine Sondertabelle zu erstellen, die FV-Reserve in der Gesamttabelle an Langenprozelten/Neuendorf vorbeiziehen würde. (sl)

Die direkten Vergleiche in der B-Klasse 4

Fellen - Stetten II 3:1

Fellen - LaNeu 2:3

LaNeu - Stetten 5:2

Stetten - Fellen 3:0

LaNeu - Fellen 1:2

Dreier-Tabelle

Spiele Tore Punkte

1. LaNeu 3 9:6 6

2. Fellen 4 7:8 6

3. Stetten II 3 6:8 3

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