Sonntag, 24.03.2019

Großheubacher ist Torhüter bei Wehen Wiesbaden und träumt von 2. Bundesliga

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Voll fokussiert: Markus Kolke will mit Wehen Wiesbaden hoch hinaus. Foto: Imago
Foto: EIBNER/Rene Weiss

Der Großheubacher Markus Kolke hütet das Tor beim SV Wehen Wiesbaden und träumt von der 2. Liga. Über seine Ziele hat er mit uns gesprochen.

Seit 2011 spielt der Großh­eu­ba­cher Mar­kus Kol­ke beim SV We­hen Wies­ba­den. Seit 2013 steht er als un­an­ge­foch­te­ne Num­mer eins im Tor des Dritt­li­gis­ten. Ger­ne wür­de der Schluss­mann in der kom­men­den Sai­son in der 2. Fuß­ball-Bun­des­li­ga den Kas­ten hü­ten.

Gut, dass sein Team am Mittwoch mit dem 3:2 gegen Großaspach wieder in die Spur gefunden hat. Aktuell steht Wehen Wiesbaden auf Platz vier, nur zwei Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz. Über seine Ziele sprach Kolke mit unserem Medienhaus.

Beim SV Wehen Wiesbaden liebäugelte man in den vergangenen Jahren oft mit dem Aufstieg. Geklappt hat es nicht. Schafft man in dieser Saison den großen Wurf?
Kolke: (lacht) Wenn ich das wüsste, könnte ich sehr viel Geld verdienen. Es ist sicher möglich. Aber es gibt in der 3. Liga so viele Vereine, die das Zeug zum Aufstieg haben. Darunter natürlich auch wir.

Was stimmt Sie optimistisch? In der Vergangenheit ist der SVWW oft in der entscheidenden Phase ein bisschen eingebrochen.
Kolke: Mich stimmt vor allem positiv, dass wir bis jetzt eine gute Rückrunde spielen. Die Mannschaft ist gut und auch gefestigt. Das heißt aber nicht, dass andere Mannschaften schlechter sind. Es wird bis zum Schluss eng.

Die Zeit der häufigen Trainerwechsel scheint vorbei. Mit Rüdiger Rehm ist der aktuelle Coach seit zwei Jahren im Amt. Ein Grund für die konstanteren Leistungen?
Kolke: Auf jeden Fall. Es ist dadurch Kontinuität auf und neben dem Platz reingekommen. Trainer, Vorstand, sportliche Leitung sprechen eine Sprache. Das sieht man dann natürlich auch auf dem Platz.

Wie lautete die Zielsetzung vor der Runde?
Kolke: Ganz klar erstmal 45 Punkte haben und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Das ist für den Verein überlebenswichtig. Danach kann man schauen, was noch geht. Je nach nachdem wann man die 45 Punkte hat und wo man steht, kann man sich neue Ziele setzen.

Mit Ihnen, Armin Alexander (Leiter Nachwuchsleistungszentrum) und Christian Hock (Sportlicher Leiter) gibt es so eine Art »Unterfranken-Connection«. Spielt das irgendeine Rolle?
Kolke: Nein, eigentlich nicht. Armin Alexander ist für das Nachwuchsleistungszentrum verantwortlich. Mit ihm habe ich deshalb natürlich weniger in der täglichen Arbeit zu tun. Christian Hock kenne ich natürlich schon länger. Ab und zu spricht man natürlich auch über Aschaffenburg. Aber beeinflussen tut es die tägliche Arbeit nicht.

Warum haben Sie sich damals, 2011, für Wehen Wiesbaden entscheiden? Mit Mannheim sind Sie gerade Oberliga-Meister geworden und aufgestiegen.
Kolke: Die Entscheidung zum Wechsel ist damals schon sehr frühzeitig gefallen. Als ich den Vertrag unterschrieben hatte, betrug unser Rückstand auf die Spitze elf Punkte. Mit dem Aufstieg hatte eigentlich keiner mehr gerechnet. Und die Aussicht, zwei Ligen höher spielen zu können, hatte zum Zeitpunkt der Entscheidung natürlich ihren Reiz.

War Ihre Entwicklung abzusehen? Seit 2013 sind Sie die unangefochtene Nummer eins.
Kolke: Nein. Ich bin ja als sehr junger Spieler gewechselt, und Michael Gurski war die klare Nummer eins. Dass sich meine Karriere dann so schnell so positiv entwickeln würde, damit war nicht zu rechnen. Ich bin natürlich sehr froh darüber.

Wie sehen die Ambitionen aus? Ist die 2. Liga ein Thema, vielleicht sogar mit dem SVWW?
Kolke: Das wäre natürlich eine tolle Sache. Insbesondere, wenn es mit dem eigenen Verein klappen sollte. Wenn ich diese Frage gestellt bekomme, sage ich immer: Man hat den Ehrgeiz, sportlich so hoch wie möglich spielen. Das ist einfach so - bei jedem Sportler. Das muss auch so sein, sonst bräuchte man keinen Leistungssport betreiben.

Es fällt auf, dass es in der 3. Liga oft sehr eng zugeht.
Kolke: Genau das macht unsere Liga für die Fans, aber auch für die Spieler, sehr, sehr interessant. Fast jedes Spiel ist spannend, weil ausgeglichen. Wenn bei uns der Erste gegen den 15. spielt, weiß man vorher nicht, wer gewinnt. In der Bundesliga ist das anders. Für die Attraktivität der Liga ist es auch gut, dass MagentaSport mit TV-Übertragungen eingestiegen ist. Das schafft mehr Aufmerksamkeit und ist vor allem für die Fans super.

Ist die 3. Liga in dieser Saison durch Vereine wie Braunschweig oder Kaiserslautern noch interessanter geworden?
Kolke: Auf jeden Fall. Es sind sehr viele Traditionsvereine dabei. Die sehen inzwischen aber auch, dass es eine schwere Liga ist, und sie nicht von Anfang an locker vorne mitspielen. Für die Fans natürlich doppelt interessant.

Wie sieht es bei Wehen Wiesbaden aus. Haben die Fans den Club inzwischen angenommen? Die Zuschauerzahlen sind nicht unbedingt Ligaspitze.
Kolke: Wenn man auf den Zuschauerschnitt schaut, muss man klar sagen, dass da noch Luft nach oben ist. 2200 Fans im Schnitt bei einer Stadt mit 2 80000 Einwohnern ist noch nicht so gut. Aber, es gibt natürlich auch Riesenkonkurrenz. Nicht in Wiesbaden selbst, aber im Rhein-Main-Gebiet. Mit Frankfurt und Mainz gibt es zwei Bundesligisten, auch Darmstadt war mal in der Bundesliga. Da tun wir uns natürlich schwer. Man darf auch nicht vergessen, dass der Stammverein aus Wehen kommt, wir trainieren ja weiter auf dem Halberg.

Letzte Frage: Klappt es diese Saison mit dem Aufstieg?
Kolke: Wissen Sie, ich bin jemand, der ungern Prognosen abgibt. Ich würde es mir natürlich wünschen. Ich hoffe, dass wir die restlichen Spiele schönen Fußball zeigen. Und dann müssen wir schauen, ob es reicht.

Zur Person: Markus Kolke

Geboren: 18. August 1990 in Erlenbach

Aufgewachsen in: Großheubach

Wohnort: Bad Schwalbach

Position: Torhüter

Lieblingsverein: Waldhof Mannheim

Vereine in der Jugend: TSV Großheubach, Viktoria Aschaffenburg

Vereine als Aktiver: Viktoria Aschaffenburg, Eintracht Frankfurt II, Waldhof Mannheim, SV Wehen Wiesbaden (seit 2011, Vertrag bis Juni 2020)

Erfolge: Oberliga-Meister mit Waldhof Mannheim (2011), 199 Spiele in der 3. Liga

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