Dienstag, 25.09.2018

Die Eintracht kämpft – und verliert mit dem Schlusspfiff

Bundesliga Samstag, 01.09.2018 - 18:26 Uhr

Nach einer Roten Karte hat Eintracht Frankfurt am Samstag über 60 Minuten mit einem Mann weniger gegen Werder Bremen aufopferungsvoll gekämpft. Am Ende entscheidet ein Freistoßtor und die Hessen verlieren in der Bundesliga das erste Heimspiel vor 50000 Zuschauern.

Ein Freistoßtor in der Nachspielzeit hat Eintracht Frankfurt am Samstag in der spannenden und abwechslungsreichen Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen einen Punkt gekostet. Zuvor hatten die nach einer Roten Karten dezimierten Hessen über 60 Minuten aufopferungsvoll gekämpft und in Unterzahl auch den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Am Ende verließ der Großteil der 50000 Zuschauer nach der 1:2-Niederlage ihres Teams enttäuscht das Waldstadion. Doch der Sieg der Gäste war verdient.

 

Vor der Begegnung gegen die Nordlichter hatte Eintrachts Cheftrainer Adi Hütter seinen Kader im Vergleich zum Auswärtssieg am ersten Spieltag in Freiburg (2:0) auf zwei Positionen verändert: In der Innenverteidigung ersetzte Routinier David Abraham den 19-jährigen Evan Obite Ndicka. Im Mittelfeld machte Taleb Tawatha Platz für Neuzugang Filip Kostic. Doch bereits nach einer guten halben Stunde waren die beiden aussortierten Akteure wieder auf dem Platz. Was war passiert?

In der elften Spielminute verletzte sich Salcedo Carlos bei einer Grätsche von Davy Klaassen so schwer, dass er raus musste. Ndicka verteidigte fortan an der Seite von Abraham.

 

Unstrittige Rote

 

Unstrittig dann die Rote Karte gegen Jetro Willems: Nach einem Rempler an der Seitenlinie langte der 24-Jährige seinem Gegenspieler ins Gesicht und flog vom Platz. „Eine klare Rote Karte, die wir intern klären werden. Er darf sich nicht dazu hinreißen lassen“, sagte Coach Hütter nach der Partie und reagierte sofort, indem er den Wernfelder Nicolai Müller opferte, um mit Tawatha auf linksaußen seine Viererkette beibehalten zu können.

 

Da die Eintracht zu diesem Zeitpunkt schon mit 0:1 im Hintertreffen lag, sprach nun Vieles für die Gäste aus Bremen, deren Tor in der 20. Minute vom Schiedsrichtergespann um Sören Storks zunächst keine Anerkennung gefunden hatte. Nach einem Videobeweis, der im Stadion einmal mehr bei den Fans für emotionale Verwirrung sorgte, zählte der Treffer dann aber und stellte den Spielverlauf zwar nicht zwingend auf den Kopf. Den besseren Start hatten jedoch eigentlich die Hessen erwischt, die 15 Minuten lang den Ton angegeben hatten, ehe die Gäste ins Spiel fanden.

 

Schockmoment nach der Pause

 

Kurz nach der Pause ein Schockmoment: Bei einem Angriff der Frankfurter wird der aus dem Werder-Tor eilende Jiri Pavlenk von Mijat Gacinovic im Gesicht getroffen. Da der Torhüter, der schwer gezeichnet nach einer minutenlangen Behandlungspause ins Krankenhaus gebracht werden musste, zu spät kam, entschied Schiedsrichter Sören Storks zurecht auf Elfmeter. Sébastien Haller ließ Ersatzkeeper Luca Blogmann keine Chance – der Ausgleich.

 

In der Folge nahm zunächst die Eintracht das Heft in die Hand und drängte auf die Führung, ehe das Spielgeschehen zunehmend zerfahrener wurde. Beide Teams standen nun gut, bis die Frankfurter etwas müde wurden und die Bremer zu einigen Chancen kamen. Torwart Kevin Trapp, der erst Ende der Woche von Paris ausgeliehen worden und an den Riederwald zurückgekehrt war, hielt sein Team mehrmals im Spiel, bis er beim Freistoß von Milot Rashica das Nachsehen hatte. Hütter lobte in der Pressekonferenz seinen Mann zwischen den Pfosten, der seine Sache gut gemacht habe. Ansonsten fiel sein Fazit eher nüchtern aus: „Die Niederlage an sich ist aus unserer Sicht sehr unglücklich. Wir haben heroisch gekämpft. Bremen war optisch überlegen, aber ich habe nicht viele Chancen gesehen. Insgesamt war es ein komischer Spielverlauf: Die frühe Verletzung von Salcedo, das Tor nach Videobeweis und die Rote Karte. Mir hat imponiert, wie meine Mannschaft in Unterzahl zurückgekommen ist. Wir haben taktisch diszipliniert gespielt.“

 

Roman Grombach

 

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