Sonntag, 23.09.2018

Müller freut sich auf erstes Heimspiel im Eintracht-Trikot

"Meine Eltern kommen"

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt (© Patrick Seeger)
Bundesliga Freitag, 31.08.2018 - 10:41 Uhr

Was kann es Sc­hö­ne­res für ei­nen Ein­tracht-Fan ge­ben, als im Wald­sta­di­on für Eintracht Frank­furt um Bun­des­li­ga­punk­te zu kämp­fen? Der Wern­fel­der Ni­co­lai Mül­ler darf seit dieser Saison genau das tun. Am Wochenende ist das erste Heimspiel ge­gen Wer­der Bre­men.

Das Frankfurter Sta­di­on kennt der 30-Jäh­ri­ge aus sei­ner Zeit in Mainz und Ham­burg bes­tens. Aber nur als Geg­ner. Jetzt gibt der Eintracht-Neuzugang sein Debüt mit dem Adler auf der Brust. Vor dem Heimspielauftakt sprach der ehemalige Nationalspieler mit unserem Medienhaus über die Erleichterung nach dem 2:0 in Freiburg. Er selbst hatte mit dem Treffer zum 1:0 viel zum Sieg beigetragen.

Herr Müller, wie erleichtert sind Sie nach dem gelungenen Saisonstart?
Ni­co­lai Mül­ler: Na ja, was heißt erleichtert? Wir sind alle glücklich und froh, dass wir gewonnen haben, nachdem es in der Vorbereitung ja nicht so gut lief. Nach dem Pokal-Aus haben die drei Punkte natürlich umso mehr gut getan.

Und für Sie persönlich? Erstes Spiel, erstes Tor. Einen besseren Einstand kann man sich nicht wünschen.
Ni­co­lai Mül­ler: Klar war es für mich persönlich sehr gut. Nach so langer Zeit wieder von Anfang an zu spielen, dann ein Tor – es war schon schön.

In der vergangenen Saison erlitten Sie im Hamburger Trikot beim Torjubel am ersten Spieltag gegen Augsburg einen Kreuzbandriss und fielen aus. Nach dem Tor gegen Freiburg sprach danach alles nur darüber, dass Sie beim Jubel gesund geblieben sind. Hat Sie die Berichterstattung genervt?
Ni­co­lai Mül­ler: (Lacht) Na ja, das war ja abzusehen.

Sicher, aber hat es genervt?
Ni­co­lai Mül­ler: (Grinst) Besser so, als wenn ich kein Tor geschossen hätte.

Jetzt steht das erste Heimspiel im neuen Trikot an, da ist die Vorfreude sicher groß?
Ni­co­lai Mül­ler: Auf jeden Fall! Ich glaube, das Stadion ist ausverkauft und wir freuen uns alle sehr darauf.

Zumal sind Sie ja Eintracht-Fan, wie Sie nach Ihrem Wechsel aus Hamburg verraten haben. Auch in der Jugend haben Sie schon bei der Eintracht gespielt.
Ni­co­lai Mül­ler: Klar ist das eine ganz besondere Geschichte für mich persönlich, zum ersten Mal mit dem Eintracht-Trikot in dieses Stadion einzulaufen und zu spielen.

Was erwarten Sie vom Spiel gegen Bremen?
Ni­co­lai Mül­ler: Ich denke, dass es ähnlich sein wird, wie gegen Freiburg. Es ist Anfang der Saison. Keiner weiß genau, wo er steht. Es wird wieder ein hart umkämpftes Spiel werden.

Bei wie viel Prozent sind Sie persönlich, zu wie viel Prozent hat die Mannschaft das neue System schon auf den Platz gebracht?
Ni­co­lai Mül­ler: Prozente sind immer eine Zahl, das kann man nicht genau beziffern. Es ist ein Prozess. Das geht einigen Mannschaften so, die wie wir einen größeren Umbruch hatten. In so einer Phase tun Siege einfach gut. Freiburg war in Ansätzen eine gute Leistung, auf die wir aufbauen können, die zeigt, wo es hingehen kann.

Wo wollen Sie denn hin?
Ni­co­lai Mül­ler: Das weiß ich nicht, das kann man jetzt noch nicht sagen. Lassen Sie uns mal zehn Spiele abwarten, dann sieht man klarer. Jetzt müssen wir erstmal in die Saison starten.

Nach dem Pokalsieg herrschte riesige Euphorie in Frankfurt. Nach dem Pokal-Aus gab es einen Stimmungsbruch. Haben Sie das im Team gespürt, gab es Verunsicherung?
Ni­co­lai Mül­ler: Es darf uns nicht passieren, dass wir als Bundesligist gegen einen Viertligisten verlieren. Das wissen wir als Mannschaft besser, als alle anderen. Wir haben es analysiert, sind kritisch damit umgegangen. Das war auch wichtig. Klar merkt man die Stimmung im Umfeld. Aber wir haben in Freiburg eine gute Antwort gegeben, das war perfekt.

Gab es nach dem Pokal-Aus eine spezielle Nervosität vor dem Freiburgspiel – Angst vor dem kompletten Fehlstart?
Ni­co­lai Mül­ler: Die Anspannung ist vor jedem Spiel groß. Vor dem ersten Saisonspiel noch ein bisschen größer. Für alle geht es bei Null los, alle wollen gut in die Saison kommen. Da tut es natürlich gut, wenn man gleich einen Dreier mitnimmt. Da kann man viel Positives rausziehen.

Wie war Ihre Gefühlslage vor dem Auftakt? Sie waren lange verletzt, in der Vorbereitung dann die nächste Verletzung. Gab es Zweifel?
Ni­co­lai Mül­ler: Ich wusste, dass es ein Muskelfaserriss ist, nichts Dramatisches. Da habe ich mir keine Gedanken gemacht. Das letzte Jahr war natürlich anders. Man kann eigentlich nur versuchen, so schnell wie möglich fit zu werden. Ein Kreuzbandriss braucht einfach Zeit. Dazu kam die Situation beim HSV. Sagen wir es so: Wenn es dort entspannter gewesen wäre, wenn wir auf dem Platz zehn gestanden hätten, dann wäre es einfacher gewesen.

Als nach dem HSV-Abstieg das Angebot aus Frankfurt kam, mussten Sie lange überlegen?
Ni­co­lai Mül­ler: Man muss schon überlegen, wenn man Familie und Kinder hat. Dann muss alles passen. Aber ich hatte gute Gespräche mit dem Trainer und mit Fredi Bobic, dann war schnell klar, dass es gut passt.

Auch wegen der Nähe zur alten Heimat?
Ni­co­lai Mül­ler: Nein, das hat nicht so die große Rolle gespielt.

Wie viele Karten haben Sie fürs erste Heimspiel geordert?
Ni­co­lai Mül­ler: Nicht viele. Meine Eltern kommen und noch zwei Freunde.

Oliver Banach, Roman Grombach

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