Donnerstag, 20.09.2018

Härtere Strafen gegen Fußballsünder

Fußball Mittwoch, 25.07.2018 - 17:40 Uhr

Auch im Kreis Aschaffenburg-Miltenberg werden Verstöße gegen Platzdisziplin konsequent geahndet

Zwei Pro­b­le­me hal­ten die Ver­ant­wort­li­chen des Fuß­ball-Krei­ses Aschaf­fen­burg-Mil­ten­berg schon lan­ge in Atem: der no­to­ri­sche Schieds­rich­ter­man­gel und ei­ne ho­he Zahl an Ver­stö­ß­en ge­gen die Rechts- und Ver­fah­rens­ord­nung des Baye­ri­schen Fuß­ball-Ver­ban­des (BFV). Mit schärferen Strafen will man künftig auch gegen Verletzungen der Platzdisziplin vorgehen, wie Kreis-Funktionäre bei Sommertagungen in Dörnsteinbach und Kleinheubach erklärten.

Nach wie vor hat sich das Kreissportgericht wöchentlich am Verhandlungstisch einzufinden und dort oft auch über schwerwiegendere Delikte zu urteilen. Allerdings - auch das machte Sportgerichtsvorsitzender Reinhard Staab bei der Eintracht Kleinheubach deutlich - ist die Anzahl der Verfahren in der Spielrunde 2017/18 gegenüber der Vorsaison von 433 auf 419 zurückgegangen. Für Staab ist es »unerklärlich«, dass es in 47 Prozent der Fälle nicht um Tatvorwürfe gegen Spieler ging, sondern gegen Zuschauer, Trainer, Betreuer und sonstige Vereinsverantwortliche. Immer wieder hatte sich das Gericht auch mit Delikten im Verwaltungsbereich zu befassen.

15585 Euro Geldstrafen

Das Kreissportgericht sprach in der vergangenen Saison Geldstrafen in einer Gesamthöhe von 15 585 Euro aus. In der Vorsaison waren es noch 17 345 Euro. Rechnet man Verfahrenskosten und Gebühren hinzu ergibt sich ein Betrag von 23 894 Euro. Auch mit Spielausfällen hatte sich das Gericht regelmäßig zu beschäftigen - mit 80 an der Zahl gegenüber 68 in der Vorsaison. Der Anstieg erklärt sich laut Staab durch die lange schlechte Witterung. Wenn ganze Spieltage abgesetzt werden müssen, haben es die die Vereine offenbar schwer, ihre Teams bei Nachholterminen unter der Woche aufs Feld zu bringen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um ein Problem der 2. Mannschaften.

In der vergangenen Spielzeit hatten die Schiedsrichter acht Spiele vorzeitig beenden müssen, davon fünf infolge des schlechten Wetters. Dreimal mussten Spiele erst für längere Zeit unter- und dann abgebrochen werden, weil wegen schwerer Verletzungen Krankenwagen und ein Rettungshubschrauber im Einsatz waren.

Härtere Gangart angekündigt

Staab kündigte eine härtere Gangart des BFV bei Verletzungen der Platzdisziplin an. Werden rassistische Äußerungen auf Bannern oder in Sprechchören nachgewiesen, wird Pyrotechnik gezündet oder ein Sportplatz von Fans gestürmt, dann soll künftig eine Geldstrafe von 300 bis zu 12 000 Euro für den Verein verhängt werden, dem die Übeltäter zuzuordnen sind. Zusätzlich kann nach Schwere des Vergehens auf Platzsperre, Punktabzug und sogar Versetzung in eine niedrigere Spielklasse entschieden werden.

Ein leidiges Thema ist nicht mehr nur für die Bundesliga-Clubs das Zünden von Pyrotechnik. Im Mai dieses Jahres war beim Relegationsspiel zwischen dem TSV Großheubach und TSV Amorbach auf dem Fußballplatz in Eichenbühl vor, während und nach dem Spiel »gefackelt« worden, obwohl sich unter den 1200 Zuschauern Kinder und ältere Menschen befanden. Inzwischen ist ein Bußgeld verhängt, das Großheubach auch akzeptiert hat.

Bei solchen Vergehen, so Staab, hat der Schiedsrichter künftig konsequent durchzugreifen. Er schickt die Mannschaften in die Kabine und gibt den Verantwortlichen zehn Minuten Zeit, den Verstoß abzustellen. Gelingt das nicht, steht neben der Verletzung der Platzdisziplin auch der Vorwurf des verschuldeten Spielabbruchs im Raum. Dann kann eine zusätzliche Geldstrafe von 100 bis 12 000 Euro ausgesprochen werden.

Spieler Müller = Spieler Maier

Immer wieder kommt es im Fußballkreis Aschaffenburg-Miltenberg vor, dass Vereinsvertreter falsche Angaben machen. So wurden Lichtbilder in der Spielberechtigungsliste des BFV hochgeladen, die nicht den jeweiligen Spielrechten entsprachen. Das heißt: »Der Spieler Müller war in Wirklichkeit der Spieler Maier.« Was vielen als Kavaliersdelikt erscheinen mag, ist laut Staab nichts anderes als »Urkundenfälschung« Hier ist ein Bußgeld von 50 bis 500 Euro möglich. Außerdem strenge der BFV bei Urkundenfälschung konsequent ein Ausschlussverfahren an.

Manfred Weiß
 

Hintergrund: Markus Schürrer ist neuer Spielleiter

Markus Schürrer ist neuer Spielleiter im Fußball-Kreis Aschaffenburg-Miltenberg. Der 45-Jährige löst in dieser Funktion Burkard Ries ab, der zuletzt die Fußballgruppen geografisch eingeteilt und gemeinsam mit Kreis-Spielleiter Philipp Gottschalk die Spielpläne erstellt hatte. Heimatverein Schürrers ist der TSV Ringheim. Ries scheidet damit nach drei Jahren aus dem Kreisspielausschuss aus, nimmt aber weiter seine Aufgaben als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter wahr. Kreis-Spielleiter Gottschalk informierte bei den Sommertagungen über den Rahmenterminkalender 2018/2019. Die Saison beginnt für die Kreisliga am Wochenende, 4./5. August. Saisonstart ist für die Kreisklasse bis hinunter zur B-Klasse am Wochenende, 18./19. August. Der letzte Spieltag vor der Winterpause ist für alle Clubs am Wochenende 24./25. November, Wiederbeginn nach dem Jahreswechsel am Wochenende 9./10. März. Die letzten Saisonspiele finden am 19. Mai 1919 statt.

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