Mittwoch, 16.01.2019

Ein Großwelzheimer für die Roten Teufel

3. Liga
Kommentieren
Fußball Testspiel: FC Rot-Weiß Erfurt - Borussia Dortmund am 06.08.2017 im Steigerwaldstadion in Erfurt (Thüringen). Dortmunds Ömer Toprak (r) bricht sich im Zweikampf mit Erfurts Elias Huth das Nasenbein. Foto: Thomas Eisenhuth/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Foto: Thomas Eisenhuth (dpa-Zentralbild)

Sturm-Talent Elias Huth will helfen, den 1. FC Kaiserslautern zurück in die 2. Bundesliga zu schießen. In der abgelaufenen Saison war der 21-Jährige bester Torschütze bei Drittliga-Absteiger Rot-Weiß Erfurt.

Vom Steigerwaldstadion auf den Betzenberg: Elias Huth wird in der kommenden Saison an neuer Heimspielstätte weiter in der 3. Liga stürmen. Vom künftigen Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt wechselt der 21-jährige Angreifer aus Großwelzheim ablösefrei zu Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern. »Das ist ein großer Verein mit Riesentradition und fantastischen Fans«, schwärmte Huth bereits am Dienstagnachmittag im Gespräch mit unserem Medienhaus.
Er wolle dazu beitragen, dass die Roten Teufel den sofortigen Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga schaffen, sagte Huth, der einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat.
FCK-Sportvorstand Martin Bader wird in der Mitteilung des Vereins vom Donnerstag zitiert: »Er zeichnet sich durch seinen Ehrgeiz und seinen Fleiß aus und ist zudem sehr lernfähig. Ich bin sicher, dass er Variabilität in unser Offensivspiel bringen wird.«
Für Sportdirektor Boris Notzon ist der Neuzugang »ein laufstarker, handlungsschneller und abschlussstarker Offensivspieler, der über gute physische Voraussetzungen und eine gute technische Ausbildung verfügt.«
Ursprünglich hatte Huth einen noch bis Juni 2019 laufenden Vertrag beim Bundesligisten Hannover 96. Die Niedersachsen, die den 21-Jährigen zuletzt für eine Saison nach Erfurt ausgeliehen hatten, sollen sich bei dem aktuellen Transfer die Option gesichert haben, den Angreifer in zwei Jahren für 700 000 Euro zurückzukaufen.

Bester Torschütze bei Rot-Weiß


Bei den Thüringern erlebte Huth »kein einfaches Jahr. Ein Abstieg liest sich in keiner Vita schön.« Als einziger Verein hatte Rot-Weiß Erfurt seit deren Gründung 2008 ununterbrochen in der 3. Liga gespielt. In der vergangenen Saison gesellten sich zu den schlechten Ergebnissen auf dem Platz massive finanzielle Probleme. Wegen Verstoßes gegen die Zulassungsauflagen und des Insolvenzantrags wurden Rot-Weiß insgesamt zehn Punkte abgezogen. Doch auch die sportlich erreichten 23 Zähler hätten nicht zum Klassenerhalt gereicht.
Die Erfahrungen seines ersten wirklichen Profijahres möchte Elias Huth aber nicht missen: »Ich bin froh, den Schritt gemacht zu haben. Für mich war es wichtig, Minuten zu sammeln.« Dies ist ihm gelungen: Von 38 Ligapartien verpasste Huth nur zwei, 23-mal spielte er durch. Mit sieben Treffern war der Angreifer zudem erfolgreichster Erfurter Schütze, erzielte beim 1:3 gegen die Würzburger Kickers zum Saisonabschluss auch das vorerst letzte Drittliga-Tor von Rot-Weiß.
»Ich denke, ich habe durch meine Leistungen auf mich aufmerksam gemacht«, erklärte Huth nun seinen Wechsel nach Kaiserslautern. FCK-Sportvorstand Martin Bader kennt der Großwelzheimer aus gemeinsamen Zeiten in Hannover: »Bei ihm habe ich meinen ersten Profivertrag unterschrieben.« Im Oktober 2016 war das.


Mit Hannovers U19 DFB-Pokalsieger


Keine fünf Monate zuvor hatte Huth mit der U19 der Niedersachsen den DFB-Junioren-Vereinspokal gewonnen. Beim 4:2-Erfolg im Finale gegen Hertha BSC schoss er ein Tor, holte einen Elfmeter raus und spielte mit Lungenanriss noch 20 Minuten weiter. In der Spielzeit 2016/17 erzielte Pokalheld Huth für die U 23 der Hannoveraner in 31 Regionalliga-Einsätzen elf Tore und kam zu einem von den 96-Fans gefeierten Kurzeinsatz in der 2. Bundesliga.
Durch die Rückkehr der Niedersachsen ins Oberhaus sanken Huths Aussichten auf weitere Auftritte in der ersten Mannschaft; es kam zur Ausleihe nach Erfurt. Nach der lehrreichen Station in Thüringen macht der 21-Jährige nun ab Donnerstag erst einmal drei Wochen Urlaub in Thailand. Am 10. Juni will er mit dem FCK in die Saisonvorbereitung und die Mission Wiederaufstieg starten. Ein Wiedersehen wird es dann mit seinem bisherigen Erfurter Teamkollegen Theodor Bergmann geben. Der gleichaltrige Mittelfeldspieler wechselt ebenfalls ablösefrei zu den Lauteren.


Dick zurück aus Bielefeld


Bei den Roten Teufeln sind Huth und Bergmann die Neuzugänge vier und fünf nach Florian Dick (33), Christoph Hemlein (27) und Andre Hainault (31). »Es ist aktuell sicher keine einfache Situation, aber ich hatte in den Gesprächen mit den Verantwortlichen das Gefühl, dass hier gerade etwas sehr Positives entsteht und der Verein trotz des Abstiegs auf einem guten Weg ist«, sagte Abwehrspieler Dick, der bereits von 2008 bis 2014 für die Pfälzer aufgelaufen war und von Arminia Bielefeld zum Betzenberg zurückkehrt.  tees

Lade Inhalte...
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!
Facebook
Twitter
RSS-Feeds
WhatsApp
Live-Blog
Hilfe