Samstag, 18.08.2018

»Das ist schon eine super Sache«

Hessenliga: Trainer Rudi Bommer schafft mit Hessen Dreieich die zweite Meisterschaft hintereinander – Planungen für die Regionalliga

Dienstag, 15.05.2018 - 17:44 Uhr

Der SC Hes­sen Drei­eich hat in der Fuß­ball-Hes­sen­li­ga am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de vor­zei­tig die Meis­ter­schaft ge­fei­ert. Im Ge­gen­satz zur letz­ten Sai­son wol­len die Ver­ant­wort­li­chen dies­mal auch in die Re­gio­nal­li­ga auf­s­tei­gen. Ein Bau­meis­ter des Er­fol­ges ist der ehe­ma­li­ge Bun­des­li­ga-Spie­ler Ru­di Bom­mer.

Der mittlerweile 61-Jährige hat bei Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und Bayer Uerdingen gespielt und war für Deutschland international insgesamt 38-mal im Einsatz, darunter 1984 bei sechs Spielen der A-Nationalmannschaft.

Seine Trainerstationen waren unter anderem 1860 München, Wacker Burghausen, FC Saarbrücken, MSV Duisburg, Energie Cottbus und vor seinem Engagement in Dreieich (seit 2016), in seinem Geburtsort bei Viktoria Aschaffenburg.

Unser Mitarbeiter Achim Dürr hat sich mit Rudi Bommer nach seiner zweiten Meisterschaft in Folge, über den Aufstieg und die Planungen für die Regionalliga unterhalten.

Herr Bommer, Sie sind mit dem SC Hessen Dreieich in der Fußball-Hessenliga gerade zum zweiten Mal in Folge Meister geworden. Bewerten Sie diese Erfolge unterschiedlich oder fühlt sich das für Sie gleich an?

Das ist schon sehr unterschiedlich zu bewerten. Weil man seinerzeit durch den Verzicht des Aufstiegs befürchten musste, dass die Mannschaft auseinanderbricht. Aber es ist uns gelungen, die Jungs beisammen zu halten und allein deshalb wiegt das jetzt schon mehr. Das ist schon eine super Sache, zweimal hintereinander Meister zu werden und dies mit fast denselben Spielern.

Im Gegensatz zum letzten Jahr wird der Verein in die Regionalliga Südwest aufsteigen. Was gab den Ausschlag, es diesmal doch in der vierthöchsten Liga zu versuchen?

Die Gemeinde Dreieich beteiligt sich an den, ich nenne es einmal, Umlegungskosten, was ein ganz entscheidendes Kriterium darstellt. Es sind viele Dinge im und um das Stadion zu machen. Im Grunde bauen wir das Stadion fast komplett um, mit Rasen, Tribünen, Gästeblock und so weiter. Und dazu kommt selbstverständlich noch die Beteiligung des Vereins. All dies hätte im letzten Jahr nicht funktioniert.

Nicht wenige behaupten, dass die Regionalliga kaum sportlichen und noch weniger finanziellen Anreiz bieten würde. Was macht für Sie den Reiz dieser Liga aus?

Den Reiz hatte es, für mich zumindest, früher schon. Die Regionalliga ist nur mittlerweile noch näher am Profibereich dran, allein deshalb für Verein wie Spieler sehr interessant. Die größeren Stadien, die Zahl an Traditionsclubs wie Kickers Offenbach oder Waldhof Mannheim ist sehr hoch. Hinzu kommt die wesentlich größere Präsenz in den Medien. Also für mich ist das eine sehr reiz- wie anspruchsvolle Liga.

Ist der SC besser aufgestellt, personell wie finanziell, als noch vor einem Jahr?

Personell sind wir grundsätzlich schon ordentlich aufgestellt. Wir sind dabei noch einiges auf den Weg zu bringen, da werden momentan viele Gespräche geführt. Der Verband hat da seine Forderungen, die wir erfüllen müssen. Ziel ist es, nicht Leute von weiter weg mit ins Boot zu holen, sondern welche aus der Region, die sich mit dem was wir hier machen identifizieren können. Finanziell sind wir eher im unteren Bereich der Liga angesiedelt. Deshalb müssen wir schauen, wie wir die Saison mit bescheidenen Mitteln gestalten können. Ich sehe da ein Stück weit Eintracht Stadtallendorf als kleines Vorbild, denn daran sieht man, dass es auch funktionieren kann.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Ihrem ehemaligen Club Eintracht Frankfurt in Zukunft im Detail aus?

Es ist eine Kooperation mit der Eintracht, was sich in erster Linie auf den Jugendbereich erstreckt. Alles Weitere sind aktuell noch Spekulationen. Die Verbindungen unseres Chefs Hans Nolte zur Eintracht-Chefetage werden genutzt, um talentierten A-Jugendlichen eine Möglichkeit zu ge?ben, auch dann, wenn sie es zum Beispiel nicht gleich in den Profikader der Eintracht schaffen. Das wir hier aber im Senioren?bereich eine Art zweite Frank?furter Mannschaft, also ein Amateurteam der Eintracht, haben werden, davon sind wir doch weit entfernt.

Mit Keanu Hagley und Can Özer von Bayern Alzenau konnte sich der Club bereits verstärken. Gibt es bereits weitere Neuzugänge?

Dennis Strecker kommt noch vom TSV Schott Mainz. Dazu kommen drei Nachwuchsspieler, deren Namen ich aus Rücksicht der abgebenden Vereine noch nicht nennen möchte.

Auf welchen Positionen sehen Sie noch Handlungsbedarf?

In der Defensive, links hinten und in der Zentrale, könnten wir schon noch Alternativen gebrauchen. Wie gesagt, wenn die, die bleiben sollen auch bleiben, werden wir schauen was noch zu tun ist. Wir wollen aber grundsätzlich weiterhin versuchen, Spieler aus der unmittelbaren Region an uns zu binden. Der Bezug zu unserem Verein ist wichtig und ein Spieler muss sich mit dem vom Club eingeschlagenen Weg identifizieren können.

ACHIM DÜRR

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