Mittwoch, 19.12.2018

Nach drei Jahren steigt Baris Spor wieder ein

B-Klasse
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Bald wollen sie bei Baris Spor Lohr wieder spielen und jubeln. Foto: Denise Nadler
Fotograf: Denise Nadler

Vor gut zwei Jah­ren ist der Verein aus dem Spiel­be­trieb aus­ge­schie­den, nun mel­det er sich zu­rück und geht in der nächs­ten Sai­son in der B-Klas­se an den Start.

Vor gut zwei Jah­ren ist der FC Ba­ris Spor Lohr aus dem Spiel­be­trieb aus­ge­schie­den, nun mel­det sich der Ve­r­ein zu­rück und geht in der nächs­ten Sai­son in der B-Klas­se an die Start­li­nie. Vor­stand, Trai­ner, Spie­ler: All das hat Ba­ris Spor be­reits. Bloß kei­ne Hei­mat.

Ein wenig kurios ist es schon. Da zahlen rund 70 Leute einen Mitgliedsbeitrag an einen Verein, den es eigentlich noch gar nicht gibt - und helfen ihm damit überhaupt erst wieder auf die Beine. »Das ist alles andere als selbstverständlich«, sagt Ugur Sen, der Vorsitzende dieses Vereins, der trotz Spielpause weiter existiert.

Sen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Baris Spor Lohr nach drei Jahren Abstinenz wieder auf der Bildfläche zu platzieren - ohne Pflochsbach, wie es dem Vernehmen nach in Form einer Spielgemeinschaft ein Thema war. Noch bevor Sen aber die Arbeit aufnahm, galt es, Pionierarbeit zu ver?richten und den finanziell angeschlagenen Klub zu konsolidieren. »Wir haben den Verein in keinem guten Zustand übernommen«, erklärt Sen und berichtet von einem Minus auf dem Bankkonto, das seit dem Aus im Sommer 2016 Bestand hatte. Dass Sen inzwischen aber von einer »guten Zukunft« spricht, ist den Mitgliedern zu verdanken, die einen Beitrag gezahlt haben, noch bevor Baris Spors Comeback amtlich war. »Sonst wäre das alles gar nicht möglich gewesen«, meint Sen.

Bereits 15 bis 20 Zusagen

So kann sich der 29-Jährige nun dem Sport widmen. Derzeit sucht er einen Assistenten für seinen Bruder Ogün, der als Spielertrainer fungieren wird. Und er bastelt am Kader für die nächste Saison. »Wir haben bisher 15 bis 20 Mann. Ogün würde gerne mit 20 Feldspielern und zwei Torhütern arbeiten. Wir sind also schon fast komplett«, sagt Sen, nennt in diesem Zuge aber nur den Namen Tolga Gezen, der schon vor dem Aus für Baris Spor auflief und jetzt nicht nur Spieler, sondern auch Ugur Sens Vorstands-Stellvertreter ist. Sonst will Sen keine Namen nennen, weil manche Akteure noch in anderen Vereinen aktiv seien und ihren Abschied noch nicht verkündet hätten.

Klar ist nur: Ugur Sen selbst wird nicht für Baris Spor auflaufen. Ob er beim souveränen Kreisliga-Tabellenführer TSV Lohr bleibt, für den er in 14 Spielen zwölf Tore erzielt hat, sei zwar noch offen, verrät der Angreifer, »aber ich kann definitiv ausschließen, dass ich in der B-Klasse spiele«. Und ohnehin: Die Mannschaft sei auch ohne ihn schlagkräftig, findet er.

Gemeinschaft und Identität

Von einem Aufstieg in die A-Klasse will Sen nicht sprechen. Für ihn hat etwas anderes Priorität, was weit über den Fußball hinausreicht. Es geht ihm um eine Heimat, Gemeinschaft und um eine Identität. Deshalb betont er: »Das Ziel ist nicht, gleich im ersten Jahr Meister zu werden. Das wäre zwar schön, aber in erster Linie wollen wir einfach die Türken in Lohr wieder auf den Sportplatz holen.« Und auf welchen?

Noch ist ungewiss, wo Baris Spor eine Heimat findet. Das Nägelsee-Zentrum, dort, wo der Verein zuletzt gespielt hat, sei auch jetzt »eine Option«, sagt Sen, »die Jungs wollen auch dort spielen«, derzeit sei aber noch nicht klar, ob dieser Wunsch in Erfüllung gehe. Trotzdem nennt Sen die Zukunft schon jetzt eine gute. Zumindest, »wenn wir alle zusammenhalten«. Und dass dies offenbar der Fall ist, hat sich ja bereits gezeigt - als es darum ging, Baris Spor zum Comeback zu verhelfen.

Ein türkisches Team gibt es im Landkreis derzeit überhaupt nicht. Der FV Fatihspor Karlstadt hatte sich im September gut sechs Jahre nach der Gründung wegen Personalnot aus der A-Klasse 6 zurückgezogen.

Sebastian Leisgang
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