Donnerstag, 15.11.2018

»Jabbo« trifft und ein Abbruch steht im Raum

BFV-Pokal:Schweinfurt gewinnt Derby gegen Kickers Würzburg in einem turbulenten Match vor 5000 Fans - Halbe Stunde Unterbrechungen

Donnerstag, 13.09.2018 - 20:58 Uhr

Was war das doch für ei­ne denk­wür­di­ge Par­tie. Das Ach­tel­fi­na­le des Fuß­ball-Ver­bands­po­kals zwi­schen Viert­li­gist Schwein­furt 05 und Dritt­li­gist Würz­bur­ger Ki­ckers (3:1) bot am Mit­woch­a­bend vor mehr als 5000 Zu­schau­ern wir­k­lich al­les, was man liebt - und auch man­ches, was nicht sein muss.

Witzige Banner auf beiden Fanseiten waren das eine, eine Pyroshow das andere. Bengalische Feuer sorgten für Unterbrechungen, als aus dem Schweinfurter Block ein lauter Knall zu hören war, stand die Begegnung sogar kurzzeitig vor dem Abbruch.

1. FC Schweinfurt 05 - FC Würzburger Kickers 3:1 (2:0). - Nach einem mit Gelb geahndeten Foul von Dominic Baumann musste Schweinfurts Keeper Alex Eiban verletzt vom Feld. Würzburgs Hendrik Hansen sah nach zwei Unbeherrschtheiten die Ampelkarte und war nicht mehr dabei, als das Match insgesamt fast eine halbe Stunde (!) länger dauerte als geplant. Die Zusatzzeit danach: Jubel pur der gastgebenden Schnüdel, die endlich wieder die Kickers schlagen konnten. Matchwinner wurden die beiden offensiven Mittelfeld-Außen des FC 05. Und natürlich wieder mal der routinierte Torjäger.

Fritscher fackelt nicht lange

Die anfängliche Überlegenheit der Kickers bekamen die Schweinfurter relativ schnell in den Griff. Und sie machten das, was ein jeder guter Fußballer tun sollte: Tore schießen zum möglichst richtigen Zeitpunkt. Nach Pass von Adam Jabiri zog Marco Fritscher, eigentlich nicht unbedingt als Goalgetter im Team vorgesehen, einfach mal ab. Keeper Patrick Drewes kam nicht mehr an den Ball. »Jabbo dreht sich super auf, ich starte in die Tiefe im richtigen Moment und er steckt mir den Ball perfekt durch. Ich habe dann nicht lange überlegt und Ball super getroffen«, erzählt der Torschütze, der eine Viertelstunde vor dem Ende mit Krämpfen vom Feld musste.

So ein 1:0-Jubel im Stadion vor mehr als 5000 Fans bei eingeschaltetem Flutlicht hat schon etwas. Noch lauter schien´s gewesen zu sein, als Alexander Pieper nach innen zog, Kai Wagner wie einen D-Schüler stehen ließ und mit Linksschuss abschloss. Hat da einer vielleicht zu viel Arjen Robben geschaut? Jedenfalls passte dieses 2:0 kurz vor der Halbzeitpause den Gastgebern natürlich in den Kram.

Patrick Breitkreuz schien das Derby zehn Minuten nach Wiederanpfiff nochmals spannend zu machen. Was ja eigentlich auch erwartet wurde. Doch direkt nach dem Anstoß flankte Alex Piller, Adam Jabiri köpfte zum 3:1 ein. Ausgerechnet der Mann also, der beim letzten Aufeinandertreffen rund vier Jahre zuvor eines der beiden Tore für die Würzburger Kickers zum 2:0-Sieg erzielte. Wohl dem, der einen »Jabbo« hat.

Anfang Oktober in Illertissen

Spätestens als acht Minuten später Dominic Baumann FCS-Keeper Eiban bereits umspielt hatte und nur das Außennetz traf, als die Gästefans mit einem »Wir woll´n Euch kämpfen seh´n!« reagierten, die Rothosen aber nicht mehr so recht kämpfen konnten, da nahm die Pokal-Überraschung Gestalt an.

»Mit Leidenschaft und der Einstellung wurde es ein absoluter Pokalfight. Ich glaube, wir sind verdient eine Runde weitergekommen, wenn man die gesamten 97 Minuten sieht«, weiß Schweinfurts Trainer Timo Wenzel. »Wir haben heute die Effektivität vor dem Tor vermissen lassen, obwohl wir schon einige Chancen hatten. Schweinfurt war effektiv: Zwei Schüsse, zwei Tore. Dann machen wir das 2:1 und im Gegenzug fällt schon das 3:1...«, ärgerte ich Gästecoach Michael Schiele.

Die Auslosung des Pokal-Achtelfinals am Donnerstagfrüh sorgte dann für ein klein bisschen Ernüchterung. Illertissen kann man schlagen. Aber am 2. oder 3. Oktober müssen die Schweinfurter wieder auf Reisen gehen.

MICHAEL HORLING
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