Dienstag, 21.05.2019

Halbfinale! Eintrachts Traum von der europäischen Krone lebt weiter

Europa League
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Frankfurts Sebastian Rode (Mitte) und Frankfurts Luka Jovic jubeln nach Spielende mit den Fans über den Sieg gegen Benfica Lissabon.
Foto: Uwe Anspach (dpa)

Mit einem beherzten Auftritt hat Eintracht Frankfurt im Viertelfinalrückspiel der Europa League Benfica Lissabon im heimischen Waldstadion mit 2:0 (1:0) geschlagen und damit die 2:4-Niederlage aus dem Hinspiel wettgemacht. Im Halbfinale wartet nun der FC Chelsea.

Um 22.27 Uhr stieß Frankfurts Sebastian Rode gestern Abend das Tor zum Halbfinale mit seinem Treffer zum 2:0 gegen Benfica Lissabon weit auf. Exakt eine halbe Stunde später stand Eintracht Frankfurt als Halbfinalteilnehmer in der diesjährigen Europa League fest. Nach einer weiteren »magischen Nacht« im mit 48.000 Zuschauern ausverkauften Waldstadion lebt der Traum der Hessen vom Finale in Baku weiter.

Die Frankfurter Fans führen vor dem Spiel ihre Choreografie auf.
Foto: Arne Dedert (dpa)

Eingeleitet wurde die Partie am Donnerstag von einer sehenswerten Choreographie der Eintracht-Fans, die das ganze Stadion einschloss. Schon unter der Woche war von den Hessen das Motto »12gegen11« ausgegeben worden. Der Heimvorteil sollte also helfen, um das kleine Wunder zu schaffen. Denn nach dem intensiven Hinspiel in Lissabon, das die Portugiesen unter anderem durch drei Tore des 19-jährigen João Félix mit 4:2 für sich entschieden hatten, war klar gewesen, dass es für die Eintracht zuhause auch zu einem Geduldsspiel werden würde. Mit den zwei Auswärtstoren im Rücken wollten die Adler nicht ins offene Messer laufen – und mussten dennoch einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen. Entsprechend suchte die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter – in der Falette, Abraham und Gacinovic für Hinteregger, Touré und Paciencia im Vergleich zur jüngsten Bundesliga-Niederlage gegen Augsburg (1:3) in die Startelf gerückt waren – in der ersten Hälfte lange die Balance zwischen Angriff und Sicherung des eigenen Tores. 

Während die Gäste nur mäßiges Interesse an einem eigenem Treffer zeigten, suchte die Eintracht emsig nach dem Schlüssel, um den Abwehrriegel Benficas zu knacken. Dabei blieb ein Schuss von Filip Kostic in der achten Minute lange das einzige Highlight. Denn obwohl die Hessen mehr Ballbesitz und bessere Zweikampfwerte vorweisen konnten, waren die Angriffsversuche lange erfolglos. Mal waren die letzten Pässe der Frankfurter zu ungenau, mal fehlte der sonst so impsoante direkte Zug zum Tor. Zudem wurde immer wieder der Nebenmann gesucht, statt den Abschluss zu suchen.

Das Stadion explodiert

Und so dauerte es bis zur 36. Minute, bis das Stadion erstmals explodierte. Der starke Ante Rebic hatte einmal mehr den Ball im Zentrum festgemacht, um dann Gacinovic zu bedienen, dessen Schuss noch am Pfosten landete. Dass Kostic daraufhin per Abstauber das 1:0 markierte war angesichts des Spielverlaufs absolut verdient – aber irregulär. Der Torschütze hatte vor seinem Abschluss einen Meter im Abseits gestanden. Der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato gab den Treffer trotzdem und alle Proteste der Portugiesen liefen ins Leere, da es den Videobeweis in der Europa League erst im Finale gibt.

Eintrach Frankfurt – Benfica Lissabon 2:0 (1:0)

Frankfurt: Trapp – Falette (90. Willems ), Hasebe, Abraham – Kostic, Rode (83. Torro),  G.Fernandes, da Costa – Gacinovic – Rebic, Jovic (76. Paciencia).
Lissabon: Vlachodimos - Grimaldo, Jardel, Ruben Dias, Almeida (78. Jonas) – Fejsa, Samaris (70. Pizzi) – Rafa Silva (72. Salvio), Gedson – Seferovic, Joao Felix.

Tore: 1:0 Kostic (36.), 2:0 Rode (69.).
Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien).
Gelbe Karten: Abraham, Falette, Rebic/Jonas.
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft).

In der zweiten Hälfte versuchte es Lissabon dann mit einer schnellen Antwort und trat zunächst deutlich engagierter auf. Doch die Eintracht überstand diese kurze Drangphase mit Ruhe und etwas Glück, um dann selbst wieder in den Angriffsmodus überzugehen. Der Lohn war eine Reihe von Gelegenheiten , die jedoch erfolglos blieben, bis Sebastian Rode in der 69. Minute den umjubelten zweiten Treffer erzielte.

Frankfurts Sebastian Rode (2.v.l.) schießt das Tor zum 2:0.
Foto: Uwe Anspach (dpa)

Die Eintracht stand von nun mit einem Bein im Halbfinale – und behauptete ihren Vorsprung bis zum Schlusspfiff. Auch, weil sie bei einem Pfostenschuss der Gäste noch einmal das nötige Glück hatten. Insgesamt aber war der Sieg und auch das Weiterkommen verdient, da sich die Eintracht das Halbfinale mit einer kämpferischen Vorstellung redlich verdient hatte. In der Runde der besten vier Mannschaften wartet nun im FC Chelsea ein weiterer attraktiver Gegner. Das Hinspiel wird am 2. Mai in Frankfurt gespielt.

Roman Grombach

Die Stimme des Trainers

»Was die Mannschaft heute wieder gezeigt hat, war überragend. Wir stehen jetzt im Halbfinale. Das macht mich wahnsinnig stolz. Speziell in der ersten Halbzeit hab ich heute eine gute Leistung gesehen, weil wir nichts zugelassen haben. In der zweiten Hälfte hat Lissabon nochmal gezeigt, welche Klasse sie haben, aber wir haben verdient gewonnen. Ganz wichtig war die taktische Disziplin. Das hat das Team perfekt umgesetzt.«

Adi Hütter (Cheftrainer Eintracht Frankfurt)

 

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