Donnerstag, 20.06.2019

Traum-Abend für Ausrichter Leider beim Brass Cup 2019

Hallenfußball
Kommentieren
Der TuS Leider (in grün-schwarz) hat den Brass-Cup gegen Viktoria Aschaffenburg (am Ball Paqual Verkamp) gewonnen. Foto: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich

Der TuS Leider hat erstmals das Seniorenturnier des Brass-Cups gewonnen. Im Finale besiegte der Bezirksligist Viktoria Aschaffenburg mit 4:1.

Nach der Pre­mie­re spiel­te der Haupt­dar­s­tel­ler sei­ne Rol­le her­un­ter. »Nein, nein, nein«, lehn­te Stef­fen Bol­ze das Prä­d­i­kat des Match­win­ners ent­schie­den ab und ver­wies auf die Leis­tung der gan­zen Mann­schaft. Dabei hatte der Spielertrainer des TuS Leider mit zwei sehenswerten Treffern und zwei ebensolchen Vorlagen unabweisbar entscheidenden Anteil daran, dass der Ausrichter bei der 24. Auflage des Brass-Hallencups erstmals das Seniorenturnier gewann. Im Finale bezwang der Bezirksligist am Samstagabend in der Frankenstolz-Arena Viktoria Aschaffenburg mit 4:1.

»Lauter Traumtore«, bescheinigte denn auch Viktoria-Coach Jochen Seitz, »alle schön anzuschauen, nur nicht für uns.« Im Gegensatz zu seinem Team sei Leider im Endspiel »sehr effektiv« bei der Chancenverwertung gewesen, meinte der Trainer des Regionalligisten, der bis aufs Finale zufrieden war. »Wichtig ist vor allem, dass sich keiner verletzt hat. Zudem hätten sich mit Vincenzo Pazienza und dem in der Winterpause vom FSV Frankfurt zurückgekehrten Hendrik Ehmann »zwei A-Jugendliche gut geschlagen«.

Ein Titel ging bei der Siegerehrung doch noch an die Viktoria: Turnierorganisator Michael Ehrlich kürte Lucas Oppermann zum besten Spieler des Abends. Er hatte unter anderem im Halbfinale gegen Hessenligist Bayern Alzenau den Ausgleich zum 2:2 erzielt und den letzten Aschaffenburger Neunmeter verwandelt. Danach setzte Alzenaus Noah Schmitt den Ball über das Tor.

Gerade das umkämpfte Aufeinandertreffen der beiden klassenhöchsten Clubs vom bayerischen Untermain, aber auch die Aufgebote der vier Landesligisten aus der Region würden »zeigen, dass das Turnier gut angenommen wird«, meinte Ehrlich, der von insgesamt 1100 Zuschauern sprach. Eine kritische Situation musste er vor Turnierbeginn meistern: Es waren keine Schiedsrichter eingeteilt worden; diese mussten erst aus anderen Hallen geholt werden.

»Wir haben das Minimalziel Halbfinale erreicht. Wichtig war es, die Jungs nach der Pause gesund wiederzusehen«, sagte Alzenaus Co-Trainer Dennis Bochow. Gegen die Viktoria hatte er »ein schönes Spiel gesehen. Vielleicht hätten wir es verdient, weiterzukommen.«

Nach einem Eigentor und einem Treffer von Youngster Luca Bergmann hatte der Hessenligist zwei Minuten vor Schluss 2:0 in Führung gelegen, sich dann aber durch einen Wechselfehler geschwächt. In Überzahl kam die Viktoria zum 1:2 durch Pasqual Verkamp, der sich danach ein Gerangel mit FCB-Keeper Marvin Gärtner lieferte. Letzterer wurde nach dem Turnier als bester Torwart ausgezeichnet.

Haibach auf Rang drei

Der 19-jährige Gärtner konnte aber nicht verhindern, dass sein Team im kleinen Finale gegen Alemannia Haibach mit 1:4 das Nachsehen hatte. Die Treffer für den Landesligisten erzielten Ricardo Santos (2) sowie Christian Breunig und Marco Wadel; Haibachs Baris Eren unterlief ein Eigentor.

»Im Spiel um den dritten Platz haben wir eine richtig gute Leistung gezeigt«, sagte ein zufriedener Alemannia-Coach Torsten Zeuch, der das Halbfinal-Aus gegen Leider »ein bisschen ärgerlich« fand. In einer offenen Partie, in der Santos und Eren beste Gelegenheiten für Haibach ausgelassen hatten, nutzte Leiders Aykut Ökeer 48 Sekunden vor dem Ende entschlossen eine Lücke in der Alemannia-Abwehr und traf zum 1:0-Endstand für den Gastgeber.

In der folgenden Partie um Rang fünf setzten sich die Sportfreunde Sailauf, die in der Vorrunde Viktoria Kahl und SV Erlenbach hinter sich gelassen hatten, gegen deren Landesliga-Konkurrent TuS Röllbach durch. Nach zehn torlosen Minuten gewann der Bezirksliga-Aufsteiger im Neunmeterschießen nach jeweils sechs Versuchen mit 3:2.

Nach dem Haibacher Sieg gegen Alzenau begegnete TuS Leider dem Favoriten Viktoria Aschaffenburg, der die Vorrundenpartie mit 2:1 gewonnen hatte, auf Augenhöhe. Und nach vier Minuten packte Steffen Bolze den Hammer aus. Fast von der Mitteltrainer zog der TuS-Spielertrainer ab; der Ball prallte von der Unterkante der Latte auf den Boden - schwer zu sagen, ob schon im Tor - und sprang ins rechte Dreieck.

Nachdem Daniele Toch umgehend ausgeglichen hatte, brachte Julian Morr den Ausrichter keine Minute später erneut in Führung. 140 Sekunden vor der Schlusssirene sorgte dann Paul Gogl mit dem 3:1 für die Vorentscheidung; er vollendete nach einem herrlichen Schlenzer von Bolze über das halbe Spielfeld. Den Schlusspunkt setzte Bolze mit einem Heber, den Viktorias Ugurtan Kizilyar nur noch mit den Haarspitzen erreichte. »Wir wollten sauberen Hallenfußball spielen. Das ist uns ganz gut gelungen«, gab Steffen Bolze nach dem Triumph bescheiden zu Protokoll.

Fußball in Zahlen: 24. Brass-Cup in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena

U 11-JUNIOREN

Gruppe A: 1. Viktoria Aschaffenburg 13 Punkte/15:2 Tore; 2.. TuS Röllbach 11/11:1; 3. SG DJK-TuS Leider I 10/7:5; 4. Eintracht Leidersbach 6/7:11; 5. Würzburger FV 3/3:7; 6. VfR Nilkheim 0/0:17. - Gruppe B: 1. BSC Schweinheim 11/6:3; 2. SV Stockstadt 11/6:3; 3. SG Bessenbach 6/4:8; 4. Kickers Gailbach 6/5:5; 5. SV Schöllkrippen 5/2:5; 6. SG DJK-TuS Leider II 4/3:6.

Spiel um Platz 5: SG DJK-TuS Leider I - SG Bessenbach 0:1. - TuS Röllbach - SV Stockstadt 3:4 nach Neunmeterschießen. - Finale: Viktoria Aschaffenburg - BSC Schweinheim 2:1.

U 7-JUNIOREN

Gruppe A: 1. VfR Nilkheim 11 Punkte/6:2 Tore; 2. SG DJK-TuS Leider 9/5:4; 3. SV Schöllkrippen 6/1:1; 4. SG Sandbach 5/2:5; 5. BSC Schweinheim 4/4:5; 6. TV Schweinheim 4/3:4. Gruppe B: 1. SG Sulzbach/Soden/Gailbach 13/9:1; 2. SV Stockstadt 11/14:3; 3, Alemannia Haibach 10/10:2; 4. Elsava Rück-Schippach 6/5:6; 5. SG Strietwald 3/2:12; 6. Vatan Spor Aschaffenburg 0/0:16.

Spiel um Platz 5: SV Schöllkrippen - Alemannia Haibach 3:1 nach Siebenmeterschießen. - Spiel um Platz 3: SG DJK-TuS Leider - SV Stockstadt 0:3. - Finale: VfR Nilkheim - SG Sulzbach/Soden/Gailbach 0:1.

U 17-JUNIOREN

Gruppe Grandland X: 1. Eintracht Braunschweig 13 Punkte/16:6 Tore; 2. 1. FC Nürnberg 10/7:4; 3. Fortuna Düsseldorf 10/13:7; 4. Kickers Offenbach 6/5:10; 5. Borussia Dortmund 3/11:10; 6. SG DJK-TuS Leider 1/3:18. - Gruppe Crossland X: 1. FC Augsburg - 10/11:3; 2. SV Darmstadt 98 9/11:10; 3. Hertha BSC 8/7:4; 4. TSV 1860 München 6/9:9; 5. Karlsruher SC 6/4:9; 6. Viktoria Aschaffenburg 4/4:11.

Halbfinale: Eintracht Braunschweig - SV Darmstadt 98 0:5; FC Augsburg - 1. FC Nürnberg 4:5 nach Neunmeterschießen (1:1). - Spiel um Platz 5: Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC. 0:1 - Spiel um Platz 3: Eintracht Braunschweig - FC Augsburg 0:1. - Finale: SV Darmstadt 98 - 1. FC Nürnberg 2:1

SENIOREN

Gruppe Crossland X: 1. Viktoria Aschaffenburg 12 Punkte/11: 2 Tore; 2. TuS Leider 9/8:5; 3. Sportfreunde Sailauf 4/4:5; 4. Viktoria Kahl 3/3:7; 5. SV Erlenbach 1/2:9. - Gruppe Grandland X: 1. Alemannia Haibach 9/8:3; 2. Bayern Alzenau 8/9:3; 3. TuS Röllbach 7/3:1; 4. TuS Frammersbach 4/6:7; 5. SV Schöllkrippen 0/2:14.

Halbfinale: Viktoria Aschaffenburg - Bayern Alzenau 6:5 nach Neunmeterschießen (2:2); TuS Leider - Alemannia Haibach 1:0. - Spiel um Platz 5: Sportfreunde Sailauf - TuS Röllbach 3:2 n.N. (0:0). - Spiel um Platz 3: Bayern Alzenau - Alemannia Haibach 1:4. - Finale: Viktoria Aschaffenburg - TuS Leider 1:4.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!
Facebook
Twitter
RSS-Feeds
WhatsApp
Live-Blog
Hilfe