Dienstag, 18.06.2019

Keine zweite Sensation am Schönbusch: Favorit Würzburg holt sich verdient den Pokal gegen die Viktoria

Totopokal
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Foto: Bjoern Friedrich

»Ge­misch­te Ge­füh­le« - die Stim­mungs­la­ge von Vik­to­ria Trai­ner Jo­chen Seitz nach dem 0:3 im End­spiel um den BFV-Po­kal ge­gen die Würz­bur­ger Ki­ckers war vor­herr­schend im Sta­di­on am Sc­hön­busch, zu­min­dest beim Aschaf­fen­bur­ger Teil der 6033 Fans.

 »Wir ha­ben al­les ge­ge­ben, aber mehr war heu­te nicht drin. Würzburg ist der verdiente Sieger.« Trost fanden Seitz und die Spieler im Rückblick auf gesamte Runde: »Es war einfach eine tolle Saison.«

Daher wollten sich die Viktorianer nicht zu lange ärgern. Ugurtan Kizilyar: »Im Moment tut es natürlich weh. Aber heute wird trotzdem noch gefeiert. Wir haben in diesem Jahr wirklich ganz viel erreicht.«

Nach der Samstags-Feier im VIP-Zelt startete die Mannschaft zum Saisonausklang nach Mallorca. Wohlwollende Worte des früheren Spielers und Trainers Rudi Bommer begleiteten sie. »Die Viktoria hat sich gut aus der Affäre gezogen und eine tolle Saison hingelegt. Der Abschluss mit dieser tollen Kulisse war ebenfalls sehr gelungen.«

Foto: Bjoern Friedrich

Gelungen war das Stichwort des Bayerischen Fußballverbandes (BFV). Alle Funktionäre lobten die Aschaffenburger für die perfekte Organisation des Endspiels. Michael Schiele, der Trainer der Würzburger, stimmte in das Lob mit ein: »Das waren heute super Bedingungen. Die Mannschaften hatten am Schönbusch tolle Verhältnisse.«

Die Hoffnung auf eine Pokalüberraschung durch den Regionalligisten bekam vom Anpfiff an einen Dämpfer. Anders als 1860 München im Halbfinale waren die Kickers mit ihrer Bestbesetzung am Start und entschlossen, die Qualifikation für die erste DFB-Pokalhauptrunde zu schaffen. Sie dominierten das Spiel, hatten deutlich mehr Spielanteile und fast jederzeit die Kontrolle über das Geschehen. Richtige Torchancen blieben allerdings Mangelware.

»Wir wussten, dass Aschaffenburg defensiv stabil steht und dann schnell umschaltet«, hatte Schiele seine Spieler gewarnt. Besonders zwei Akteure hatten es ihm angetan: »Oppermann und Schnitzer ruhen sich manchmal zwar aus, aber wenn sie dann den Ball haben, wird es immer gefährlich. Besonders einen Schnitzer hätte jeder gerne in seiner Mannschaft. Was der mit dem Ball macht, ist top.« Das sahen die Fans ähnlich und wählten den Offensivspieler zum »Man of the Match«.

Defensivkonzept geht auf

Das Defensivkonzept von Seitz ging fast während des gesamten Spiels auf. »Wir haben kaum etwas zugelassen«. Das ist alles in allem dann aber zu wenig, um einen Favoriten in Bedrängnis zu bringen. Kizilyar selbstkritisch: »In der Verteidigung haben wir das stark gemacht. Aber das Umschaltspiel hat nicht so gut geklappt, wir hatten dadurch viel zu wenig Torchancen.«

Entscheidend für den Sieg der Gäste war laut Seitz, »dass die ganz nüchtern betrachtet eine andere Qualität auf den Rasen bringen.« Kizilyar bekannte: »Die sind eiskalt vor dem Tor.« So wie in der 22. Minute, als Hägele nach einer Ecke von Göbel mutterseelenallein im Strafraum stand und zur Führung einköpfte. »Wieder eine Standardsituation, da sind wir einfach noch immer viel zu naiv«, stöhnte Seitz.

Nach Rückstand besser

Trotzdem war der Rückstand der Anfang der besten Aschaffenburger Phase im Spiel, weil sich die Würzburger ein wenig zu sehr auf ihrer Überlegenheit ausruhen wollten. Bei einer Hereingabe von Schnitzer und einem von Torhüter Verstappen gerade noch über die Latte gefausteten Schuss von Schnitzer war ein Tor möglich. »In dieser Phase hätten wir den Ausgleich machen müssen«, befand Seitz.

Nach dem Wechsel lockerte er die Deckung etwas, aber die Kickers waren auf der Hut. Schiele: »Wir haben die Räume besser bearbeitet und sind in keine Konter mehr gelaufen. Und dann haben wir rechtzeitig den Deckel draufgemacht.« Göbel war es, der nach 65 Minuten für die Vorentscheidung sorgte. Als die Viktoria einen Moment zögerte, ihn anzugreifen, zog er ungestört aus 20 Metern zum 2:0 ab. »Oft entscheiden in so einem Spiel Kleinigkeiten«, dachte Daniel Cheron in seinem Fazit auch an diesen Moment.

Kevin Birk rettete wenige Minuten später gegen Ademi und hielt die Hoffnungen der Viktoria am Leben. Optisch kam der Regionalligist zwar besser ins Spiel, aber die Kickers taten auch nicht mehr als unbedingt nötig. »Die haben das dann sehr clever gemacht, da merkt man, dass es eine Profitrupppe ist«, befand Bommer.

Bayerischer Landespokalsieger 2019: Die Würzburger Kickers.
Foto: Bjoern Friedrich

Immerhin gab es noch die große Chance zum Anschlusstreffer. Aus neun Metern traf Hamza Boutakhrit jedoch nicht ins leere Tor. »Ich habe in dem Moment gar nicht gemerkt, dass ich so viel Platz habe«, ärgerte sich der Verteidiger. »Vielleicht wäre es dann sogar noch einmal spannend geworden.«

Den Fans hat die Viktoria im letzten Spiel einer denkwürdigen Saison noch einmal viel geboten. »Wir haben unwahrscheinlich gearbeitet«, befand Cheron und Boutakhrit ergänzte: »Wir haben wirklich alles gegeben. Daher können wir trotz der Niederlage sagen: In dieser Runde haben wir alle unsere Ziele erreicht.« Bis zum 17. Juni macht die Mannschaft nun Urlaub, am 13. Juli geht sie in ihre fünfte Regionalliga-Saison.

Liveticker zum Nachlesen: <%LINK type="" text="<span class="i_ca15 fett">www.main-echo.de/viktoria</span>" href="http://www.main-echo.de/viktoria" %>

Viktoria Aschaffenburg - Würzburger Kickers   0:3 (0:1)

Aschaffenburg: Birk - Kizilyar, Boutakhrit, Dähn, Schmidt, Zehnder (ab 60. Beinenz) - Verkaj, Grünewald (ab 79. Verkamp), Cheron - Schnitzer, Oppermann (ab 74. Harrer).

Würzburg: Verstappen - Göbel, Hägele, Schuppan, Kurzweg - Sontheimer (ab 63. Gnaase), Bachmann - Kaufmann (ab 87. Ünlücifci), Skarlatidis - Ademi, Baumann (ab 74. Breitkreuz).

Tore: 0:1 Hägele (22.), 0:2 Göbel (65.), 0:3 Ademi (90.).
Zuschauer:
6033.
Schiedsrichter:
Dietz (Kronach).
Gelbe Karten: Kizilyar, Schmidt - Sontheimer

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