Donnerstag, 20.06.2019

»Frechheit«: Nach dem Spielabbruch in Altenbuch wird Türk FV Miltenberg das Urteil des Sportgerichts anfechten

Sportgericht
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Die SG Al­ten­buch/Brei­ten­brunn er­hält die Punk­te, muss aber ei­ne Ge­samt­geld­stra­fe in Höhe von 250 Eu­ro zah­len - der Türk FV Mil­ten­berg 500 Eu­ro: Die­ses Ur­teil hat das Sport­ge­richt des Baye­ri­schen Fuß­ball­ver­ban­des nach dem Spie­l­ab­bruch En­de April ge­fällt.

Für Mil­ten­bergs stell­ver­t­re­ten­den Vor­stand Müs­lüm Torun ist nun klar: Der Türk FV wird in Berufung gehen, obwohl er den Klassenverbleib ohnehin sichergestellt hat.

»Respekt- und anstandslos«

»Wenn ich über das Thema rede«, sagt Müslüm Torun, »dann koche ich wieder.« Dem Funktionär des Türk FV fällt es im Gespräch merklich schwer, sich selbst zu zügeln. Er sagt dann: »Dieses Urteil ist eine bodenlose Frechheit. Das hat mit Integration und fairem Sport nichts zu tun. Das ist respekt- und anstandslos.« Und: »Wir sind vor Gericht nicht ernst genommen worden.«

Unterschiedliche Angaben

Der Hintergrund: Ende April hat der Schiedsrichter ein Spiel in Altenbuch beim Stand von 4:5 aus Sicht der Gastgeber in der Nachspielzeit abgebrochen. Die Angaben, was für diesen Schritt ursächlich gewesen ist, unterscheiden sich nach wie vor. Während der Türk FV erklärt, der Unparteiische habe die Partie noch auf dem Spielfeld abgebrochen, nachdem ein Altenbucher Funktionär ihn beleidigt und bedroht habe, sagen die SG und der Referee unisono: Das Spiel sei nach dem Platzsturm in Folge des Treffers zum 4:5 zunächst unter- und erst nach einem tätlichen Angriff eines Miltenberger Anhängers auf den Schiedsrichter abgebrochen worden.

 

Das sagt der beteiligte Schiedsrichter:
»Das ging zu weit« – Referee Kerim Erdem erklärt den Abbruch in Altenbuch

 

»Das ist gelogen«, beteuert Torun dennoch, »es gibt Zeugen, die gesehen haben, dass der Schiedsrichter das Spiel auf dem Platz direkt ab- und nicht unterbrochen hat. Es gibt sogar Videos, auf denen man hören kann, wie Zuschauer schreien: Warum wird das Spiel abgebrochen?«

2:0 für Altenbuch/Breitenbrunn

Da das Sportgericht aber den Ausführungen der Altenbucher und des Schiedsrichters folgte, wurde der Abbruch den Miltenbergern zugeschrieben und die Partie demzufolge mit 2:0 für die SG gewertet. »Wenn wir das runterschlucken und nichts machen, dann heißt es wieder: Die Türken waren's«, sagt Torun, »das kann ich nicht mehr hören. Deswegen gehen wir jetzt in Berufung. Es geht jetzt erst los.«

Altenbuch/Breitenbrunn hingegen hat sich entschieden, der Entscheidung des Sportgerichts zuzustimmen. Ein SG-Funktionär muss für einen Ellenbogenstoß gegen einen Miltenberger Spieler eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro zahlen, der Verein selbst 150 Euro für seinen unzureichenden Ordnungsdienst.

»Für uns ist das Urteil in Ordnung«, erklärt Abteilungsleiter Jochen Winkler, sagt aber auch: »Für unseren Ordnungsdienst war es sehr schwierig, in diesem Trubel eine Richtung reinzukriegen - er hat sein Möglichstes versucht. Trotz der Geldstrafe werden wir das Urteil jetzt akzeptieren und es damit auf sich beruhen lassen.«

 

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