Mittwoch, 26.06.2019

»Das ging zu weit«: Referee Kerim Erdem erklärt den Abbruch in Altenbuch

Interview
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Foto: Carsten albert

En­de April hat Ke­rim Er­dem das Spiel zwi­schen der SG Al­ten­buch/Brei­ten­brunn und dem Türk FV Mil­ten­berg in der Nach­spiel­zeit beim Stand von 4:5 ab­ge­bro­chen. Nun äu­ßert sich der Schieds­rich­ter erst­mals zu den Vor­fäl­len.

Der Türk FV Miltenberg behauptet, Sie hätten das Spiel bereits im Zuge des Platzsturms abgebrochen, als ein Altenbucher Funktionär Sie bedroht habe - und eben nicht erst nach dem tätlichen Angriff eines Miltenberger Zuschauers auf Sie. Was ist denn nun korrekt?
Erdem: Ich habe das Spiel zunächst unterbrochen, dabei aber vielleicht die falsche Geste gewählt. Meine Handbewegung haben die Miltenberger als Signal verstanden, dass das Spiel abgebrochen sei - ich wollte aber nur sagen: »Stopp! Mir reicht es. Ich gehe jetzt in die Kabine.« Ich habe auf dem Platz auch mehrfach gesagt, dass das Spiel nur unter-, nicht abgebrochen sei.

Das heißt, Sie haben das Spiel erst abgebrochen, als Sie körperlich angegangen worden sind?
Er­dem: So ist es. Ich bin Schiedsrichter mit Leib und Seele, auch wenn ich Sonntag für Sonntag einiges über mich ergehen lassen muss. In diesem Fall ging es aber zu weit. Nach dem körperlichen Angriff konnte ich die Sicherheit der Spieler und meine eigene Sicherheit nicht mehr gewährleisten, deshalb habe ich nach der Unterbrechung den beiden Kapitänen in der Schiedsrichterkabine mitgeteilt, dass das Spiel jetzt abgebrochen ist.

Wie ist das Spiel bis zum Platzsturm verlaufen?
Er­dem: Es war ein super Spiel, kämpferisch betont, aber immer fair. Ich muss auch dazu sagen: Auch bei allem, was nach dem 4:5 passiert ist, haben sich die Spieler und Funktionäre vorbildlich verhalten. Es ist nur wegen des Miltenberger Zuschauers so weit gekommen.

Haben Sie seit dem Vorfall in Altenbuch noch mal ein Spiel geleitet?
Er­dem: Ja. Zwei Wochen später in der B-Klasse 6 zwischen den Kickers Laudenbach II und dem FV Klingenberg (Endstand 2:3, d. Red.).

Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Vorfall? Bleiben Sie Schiedsrichter?
Er­dem: Ich habe mir dazu viele Gedanken gemacht, aber noch keine Entscheidung getroffen.

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