Donnerstag, 23.05.2019

Auf »magische Nacht« folgt für die Eintracht in Wolfsburg nun der Alltag

Europa-League
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Am Boden und doch oben auf: Sebastian Rode schießt die Eintracht mit seinem 2:0 gegen Benfica Lissabon ins Halbfinale der Europa League. Foto: Uwe Anspach (dpa)
Foto: Uwe Anspach

Nach dem 2:0 gegen Benfica Lissabon steht Eintracht Frankfurt im Halbfinale der Europa League. Doch nach einer rauschenden Nacht folgt nun der eher graue Alltag in der Bundesliga.

Ein­trachts Chef­trai­ner Adi Hüt­ter schwärm­te auch an Kar­f­rei­tag noch. Das Spiel sei­ner Mann­schaft ge­gen Ben­fi­ca Liss­a­bon am Don­ners­tag sei ei­ne wei­te­re »ma­gi­sche Nacht in Frank­furt« ge­we­sen. Gar­niert mit al­lem, was in der Eu­ro­pa Lea­gue eben da­zu ge­hö­re: gran­dio­se Fans, tak­tisch star­ke Ad­ler und am En­de das Wei­ter­kom­men. Im Halbfinale wartet nun der große FC Chelsea - und zuvor der VfL Wolfsburg. Am Montag (20.30 Uhr, Eurosport) nämlich, wenn nach der rauschenden Kür wieder der Bundesliga-Alltag ansteht.

Diszipliniert und kämpferisch

»Es war ein tolles Gefühl, nach einem magischen Abend aufzuwachen und zu wissen, wir spielen jetzt gegen Chelsea«, sagte Hütter einen Tag nach dem 2:0-Erfolg im Rückspiel gegen die Portugiesen. Mit einer taktisch disziplinierten wie kämpferisch starken Vorstellung hatten die Hessen im ausverkauften wie stimmungsvollen Frankfurter Waldstadion die 2:4-Hypothek aus dem Hinspiel egalisiert. Dank der Auswärtstorregel zog die SGE etwas glücklich, insgesamt aber verdient ins Halbfinale ein - erstmals nach einer Wartezeit von 39 Jahren in einem internationalen Wettbewerb.

Der neuerliche und anhaltende Triumphzug durch Europa versetzte auch Vorstand Axel Hellmann in helle Aufregung: »Halbfinale. Chelsea. Stamford Bridge. Ich habe vor 15 Jahren davon geträumt, dort mal in einem Pflichtspiel anzutreten.«

Bevor Hellmanns Traum nun Realität werden kann, war am Donnerstag allerdings ein hartes Stück Arbeit nötig. Lange taten sich die Frankfurter, die sichtlich bemüht waren, nicht ins offene Messer zu laufen, schwer, die Defensive der Gäste zu knacken.

Denn obwohl die Hessen mehr Ballbesitz und bessere Zweikampfwerte vorweisen konnten, waren die Angriffsversuche lange erfolglos. Mal war der letzte Pass zu ungenau, mal fehlte der sonst so imposante Zug zum Tor. Folgerichtig blieb ein Schuss von Filip Kostic in der achten Minute lange das einzige Highlight, ehe der Flügelflitzer eine halbe Stunde später doch noch traf.

Abseitstor bringt die Führung

Dass Kostic dabei etwa einen Meter im Abseits gestanden hatte und Schiedsrichter Daniele Orsato das Tor zum 1:0 dennoch gab, verbuchte Trainer Hütter als das »nötige Quäntchen Glück«. Dazu zählte der Österreicher sicher auch, dass es den Videobeweis in der Europa League erst im Finale geben wird.

Völlig unumstritten war der zweite Treffer des Abends, mit dem Sebastian Rode - neben Ante Rebic und Simon Falette der beste Frankfurter - seine starke Leistung in der 69. Minute krönte. Ab diesem Zeitpunkt war das Halbfinale zum Greifen nah und die Eintracht brachte ihren Vorteil mit etwas Glück und viel Einsatz über die Zeit - der Halbfinaleinzug war perfekt und der Traum vom Finale in Baku lebt weiter.

Hinspiel bereits ausverkauft

»Es ist unfassbar, diese pure Freude«, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. Und weiter: »Jetzt haben wir Chelsea vor der Brust, es geht nicht härter.« Auf die Unterstützung der Fans, werden die Frankfurter auch dann nicht verzichten müssen: Das Heimspiel am 2. Mai ist bereits ausverkauft, die 2235 Tickets für das Auswärtsspiel eine Woche später werden reißenden Absatz finden.

Doch soweit sind die Hessen freilich nicht. Immerhin warten in der Bundesliga wichtige Aufgaben, wenn die Eintracht in der kommenden Saison vielleicht sogar Champions League spielen will. »Wir müssen die Köpfe jetzt so schnell wie möglich freibekommen, um auch im Alltag der Bundesliga unseren Mann zu stehen«, mahnte Hütter. Denn am Montag bräuchte sein Team »sicher wieder eine Top-Leistung, um auch in Wolfsburg zu bestehen«. So wie gegen Benfica eben. Nur vielleicht nicht ganz so magisch.

Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon 2:0

Eintracht Frankfurt: Trapp - Abraham, Hasebe, Falette (90.+2 Willems) - G. Fernandes, Rode (85. Torró) - da Costa, Kostic - Gacinovic - Jovic (76. Paciencia), Rebic.
Benfica Lissabon: Vlachodimos - Almeida (79. Jonas), Jardel, R. Dias, Grimaldo - Fernandes, Samaris (70. Pizzi), Fejsa, Rafa Silva (72. Salvio) - Joao Félix, Seferovic.

Tore: 1:0 Kostic (37.), 2:0 Rode (67.). - Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien). - Gelbe Karten: Abraham (2), Falette (2), Rebic (3) / Jonas (3). -  Zuschauer: 48.000 (ausverkauft).

 

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