Viele Rote Karten, noch mehr Verletzte: Türkgücü-Trainer Hasedmir muss sich bald selbst aufstellen

Kreisliga TBB
3 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Meistens eher von hinten sehen derzeit die Türkgücü-Fußballer ihre Gegenspieler.
Foto: Thilo Winkelmann
Tau­ber­bi­schofs­heim und Großrin­der­feld mar­schie­ren in der Kreis­li­ga Tau­ber­bi­schofs­heim vor­ne­weg. Erst auf dem sechs­ten Rang fol­gen die Rei­c­holz­hei­mer, die am vo­ri­gen Sonn­tag ver­lo­ren. Beim Der­by ge­gen Ki­ckers DHK Wert­heim ist nun Wie­der­gut­ma­chung an­ge­sagt.

Beim TSV Kreuzwertheim kommt es immer wieder zu »Konzentrationspausen«, wie es Trainer Christian Roth umschreibt: Das erste Gegentor kassierte der TSV gegen Umpfertal kurz nach dem Anpfiff in der zweiten Minute, das zweite drei Minuten nach Wiederbeginn. »Vor allem der zweite Gegentreffer hat mich geärgert, weil es eine Kopie des ersten Tores war und wir es in der Halbzeit angesprochen hatten«, sagte der 31-Jährige nach der 1:2-Niederlage. Unter der Woche analysierte er die Fehler noch einmal mit seiner Mannschaft.

Er erwarte nun eine Reaktion am Samstag gegen Gerchsheim. Ein spezielles Ritual vor dem Spiel gibt es bei den Kreuzwertheimern nicht: »In der Regel schauen wir uns gemeinsam die erste Hälfte der zweiten Mannschaft an und gehen dann zur Besprechung in die Kabine. Dort erfährt dann jeder die Aufstellung und die Herangehensweise«, erklärt Roth.

Natürlich gebe es ab und an lange Gesichter, wenn ein Kicker nicht oder nicht von Anfang an spiele, aber es läge an jedem Einzelnen, sich in der nächsten Trainingswoche oder nach seiner Einwechslung zu empfehlen. Nur so könne die Mannschaft profitieren.

Personell muss der Kreisligameister von 2012 etliche Ausfälle verkraften: Zuletzt fehlte Markus Kafara, der sich immer wieder mit Wadenproblemen herumschlägt. Daniel Lemmen laboriert an einer Bänder- und Kapselverletzung im Knöchel und fällt noch für Wochen aus. Christian Roth selbst bremst aktuell eine Entzündung im Knie aus, weswegen der Spielertrainer in den vorigen zwei Begegnungen passen musste.

Irgendwas läuft in dieser Saison absolut verkehrt.

Der Einsatz von Nico Goeldner ist aufgrund einer Schwellung im Knie ebenfalls fraglich. Zu dem Langzeitverletzten Roman Diehm gesellt sich nun auch Luis Müller, der mit einer Daumenverletzung kämpft. Nicholas König wohnt in München und ist nur selten in der alten Heimat. »Da würde ich mir wünschen, dass er öfters Heimweh bekommt«, sagt Trainer Roth.

Die Verantwortlichen von Türkgücü Wertheim haben das Gefühl, der Fußballgott habe sich gegen sie verschworen. »Irgendwas läuft in dieser Saison absolut verkehrt«, sagte Türkgücü-Coach Furkan Hasedmir nach dem 2:2 in Gerchsheim. Die Verletzungsmisere will kein Ende nehmen. In Gerchsheim prallte Patrick Schork nach 30 Sekunden mit einem Gegenspieler zusammen - Verdacht auf Kreuzbandriss. Er fällt nun vermutlich länger aus.

Guleciin für vier Spiele gesperrt

Elyesa Guleciin wurde nach seiner Roten Karte in Reicholzheim für vier Spiele gesperrt. Der dreifache Torschütze Ibrahim Kizildeniz sah in Gerchsheim zwei Minuten vor dem Ende ebenfalls die Rote Karte. Da passt es ins Bild, dass Dennis Zimbelmann es fertigbrachte, einen Ball freistehend aus fünf Metern an den Pfostenzu knallen - zwei Punkte verschenkt und zwei weitere Spieler verloren.

»Demnächst muss ich auflaufen«, sagt Coach Furkan Hasdemir, der in Gerchsheim schon im Kader stand. Wie er gegen Brehmbachtal elf Mann zusammenbekommen soll, bereitete ihm unter der Woche Kopfschmerzen.

Die Partie gegen Gerlachsheim ist für Peter Ziegler, Trainer des FC Külsheim, ein besonderes Spiel: »Der VfR ist mein Heimat- und Herzensverein. Es ist schon etwas Besonderes gegen diesen Club zu spielen. Bereits mit vier Jahren habe ich das blau-weiße Trikot getragen. Dort habe ich fast mein ganzes Fußballerleben verbracht«, sagt der 34-Jährige.

Freundschaft unter Trainern

Mit Gerlachsheims Trainer Christan Semmler verbindet Ziegler eine enge Freundschaft: »Ich kenne ihn sehr, sehr gut, schätze ihn als Freund und Kumpel. Er lebt Fußball und wird sein Team auf alle Eventualitäten einstellen. Ich freue mich riesig auf das Spiel.« Und gerade weil sich die beiden Trainer so gut kennen, könnte sich eine Art Schachspiel zwischen den beiden Freunden entwickeln.

Einen Spieler wie Steffen Morhart setze ich nicht auf die Bank.

Zur Taktik verliert Ziegler kein Wort. Nur auf die Frage, ob es nicht sinnvoller sei, den reaktivierten Torgaranten Steffen Morhart besser in der letzten halben Stunde zu bringen als ihn über 90 Minuten spielen zu lassen, gab es eine Antwort: » Einen Spieler wie Steffen Morhart setze ich nicht auf die Bank. Es ist ja nicht bloß wegen der Tore. Er bringt Erfahrung, Ruhe und Struktur in unser Spiel. Das tut uns gut. Und diese Dinge sind immens wichtig für eine Mannschaft«, erklärt der Trainer.

Groß war der Katzenjammer beim VfB Reicholzheim nach der ersten Saisonniederlage (0:1) bei Brehmbachtal: Statt auf Platz drei ging es runter auf den sechsten Rang. »Uns bleibt nur, das Spiel abzuhaken und nach vorne zu schauen. Wir müssen uns jetzt auf die Kickers konzentrieren«, sagt Pressesprecher Marcel Hahn.

Doktorand in der Abwehr

Er weiß, dass seine Elf im Derby eine Schippe drauflegen muss. Zuletzt nahm VfB-Coach Rafael Gogollok drei Umstellungen vor. Für Andreas Nosov, der für seinen ersten Saisontreffer Urlaub bekam, rückte Simon Köhler, der derzeit seinen Doktor in Luft- und Raumfahrttechnik macht, in die Startelf. Und der furchtlose 30-jährige Abwehrrecke, der wohl selbst gegen ein Flugzeug in ein Kopfballduell gehen würde, machte seine Sache gut. Weitere Startelfeinsätze sind nicht ausgeschlossen. Apropos Aufstellung: Diese erfahren die VfB-Kicker in der Regel immer sonntags in der Kabine, eine Stunde vor Anpfiff.

Wir haben etwas gutzumachen.

Gegen die Kickers wollen die Reicholzheimer vor heimischem Publikum wieder in die Spur kommen. »Wir haben da etwas gutzumachen«, sagt Marcel Hahn.

Zwei Tore vom Schlusslicht

Nach dem 2:2 zuhause gegen Külsheim war Kickers-Coach Florian Büttner so richtig bedient. Zwei Gegentore vom Schlusslicht, ein verschossener Elfmeter von Leon Ries, da hatte er sich mehr ausgerechnet. Die drei Punkte waren fest eingeplant. Gegen Reicholzheim sind seine Kickers nun in der Pflicht.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!
Facebook
Twitter
RSS-Feeds
Telegram
Live-Blog
Hilfe