Dienstag, 25.09.2018

Kickers DHK im Selbstfindungsprozess

Kreisliga TBB:

Kreisliga TBB Donnerstag, 30.08.2018 - 17:52 Uhr

Der neue Verein Kickers DHK Wertheim vereint drei ehemalige Clubs. Trotz der Auftaktniederlage: Mittelfristig will der Club in der Kreisliga eine vordere Rolle spielen.

Gleich drei neue Spiel­ge­mein­schaf­ten tre­ten in der Fuß­ball-Kreis­li­ga Tau­ber­bi­schofs­heim in die­ser Sai­son erst­mals an. Da­bei ent­sch­los­sen sich die Club-Funk­tio­nä­re zu höchst un­ter­schied­li­chen Lö­sun­gen. In Schwabhausen und Windischbuch setzt man auf die »lose Form« der »Spielgemeinschaft«, andernorts gab man einer Fusion beziehungsweise einer kompletten Neugründung den Vorzug. Die Kickers DHK Wertheim, hervorgegangen aus den drei Vereinen SV Dertingen, SV Höhefeld und TSV Kembach (DHK steht übrigens für die Anfangsbuchstaben der drei Gründungsvereine), und der FC Umpfertal, eine Fusion aus Schweigern und Boxberg/Wölchingen, gingen letzteren Weg.
Rein sportlich machte die Zusammenlegung der Fußballsparten Sinn. Sowohl die SG Kembach/Höhefeld (ehemals Kreisklasse A) als auch der SV Dertingen (Kreisliga) waren in ihren Ligen zuletzt allenfalls Mittelmaß. Die Erfolge auf Kreisebene der Clubs liegen lange zurück. Man muss schon tief in das Ergebnisarchiv hinabsteigen, um Titelerfolg zu finden. Die SG Kembach/Höhefeld gewann zuletzt im Jahr 2000, damals unter der Ägide von Trainer Reinhard Müller, den Bezirksligatitel. Beim SV Dertingen muss man gar bis ins Jahr 1987 zurückblättern, ehe man auf den letzten Titel stößt.
Das rein Sportliche ist die eine Seite. Das andere Ziel der Kooperationen ist freilich, die drohende Einstellung des Spielbetriebs zu verhindern - es fehlt genügend Nachwuchs. Die Bevölkerungsentwicklung wird diesen Trend in Zukunft wohl noch verstärken.

Faktor in der Region werden

Die Kickers Wertheim wollen sportlich wieder ein Faktor in der Region sein, der Talente anzieht und auch für auswärtige Spieler attraktiv ist. Mittelfristig will der Club in der Kreisliga wieder eine vordere Rolle spielen. »Kräfte bündeln«, heißt das Motto. Potenzial ist vorhanden, wenngleich die DHK das Auftaktmatch gegen Vizemeister Unterschüpf/Kupprichhausen mit 1:2 verloren hat.
Dabei setzt der Club auf bewährte Kräfte. Trainer Bernd Riedmann, der zuvor zwei Jahre die SG Kembach/Höhefeld coachte, übernahm auch den DHK-Chefposten. Ihm zur Seite steht Marco Kempf, der zuletzt bei der »Zweiten« von Wertheim-Eichel aktiv war. »Ich bin froh, dass er da ist. Wir sind beide auf der gleichen Wellenlänge. Das hat sofort gepasst. Marco ist fachlich ein Experte und hat einen super Draht zu den Spielern«, so Riedmann, der zu Saisonbeginn noch im Urlaub weilte. Kempf vertrat ihn.
Vor dem Trainergespann liegt eine Menge Arbeit. »Laut Spielerliste stehen uns fast 70 Mann zur Verfügung. Für die erste Mannschaft werden aber nur ungefähr 22 Mann übrig bleiben. Davon sind aber auch sieben noch angeschlagen beziehungsweise verletzt«, so Riedmann. Als Saisonziel hat der 55-Jährige den »Klassenerhalt« ausgerufen. Das gelte im Grund für alle drei Mannschaften.

Mannschaft Zeit geben

Grundsätzlich müsse man den Mannschaften »Zeit geben«. Die Spieler müssten sich zunächst einmal finden, wobei der Coach das jetzt schon tolle Zusammengehörigkeitsgefühl ausdrücklich lobt: »Ja, das ist schon außergewöhnlich. Vom Sozialverhalten ist alles völlig unproblematisch.«
Die Teams der Kreisliga sind für Riedmann noch weitgehend Neuland. »Die Mannschaften kenne ich so im Detail noch nicht. Meine sportliche Heimat liegt ja eigentlich nicht im badischen, sondern bayerischen Bereich«, so der gebürtige Main-Spessarter. An dieser Stelle wird die Bedeutung der Verpflichtung von Marco Kempf deutlich, denn er kennt die heimische Liga praktisch aus dem Effeff.
Seine Spielphilosophie umschreibt Bernd Riedmann wie folgt: »Grundsätzlich wollen wir den Ball nicht hergeben und von Anfang an laufen lassen. Also von hinten herausspielen, egal wie stark der Gegner presst. Natürlich werden wir uns taktisch auch anpassen müssen. Da kann es auch mal den langen Ball geben, aber grundsätzlich bin ich kein Freund dieses Stilmittels.« Dass am Anfang nicht alles klappen wird, ist nur selbstverständlich. »Klar, das sind alles Lernprozesse«, schiebt Riedmann nach.
Die Tatsache, dass man seinen »Kickers« zu Beginn mit Vizemeister Unterschüpf/Kupprichhausen und Gerlachsheim gleich zwei schwere Aufgaben aufbürdete, nimmt Riedmann mit Humor: »Die wollten uns wohl auf die Probe stellen. Einfach gleich mal schauen, was der neue Club so draufhat.«

Claus Krüger

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