Donnerstag, 25.04.2019

»Ich werde oft getriezt«: Altfelds Torwart Chris Sandner über die Serie des SVA und das Training mit seinem Vater

Spieler des Monats MSP – Interview
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Foto: Stefan Deuchert

Bei der Fra­ge nach den Aspek­ten, die sei­nen Tor­wart Chris Sand­ner aus­zeich­nen, ent­geg­net Alt­felds Spie­ler­trai­ner Be­ne­dikt Stroh­men­ger zu­erst: »Er ist sehr ehr­gei­zig.« Bereits eine Stunde, bevor die eigentliche Einheit beginnt, legt Sandner mit dem Torwarttraining los - und geht erst knapp drei Stunden später, nach dem Mannschaftstraining, vom Platz. Sandner ist unser Spieler des Monats März MSP.

Strohmenger hält große Stücke auf seinen Schlussmann. Er lobt: »Seine Stärke ist, dass er wenige Schwächen hat – sowohl im klassischen Torwartspiel als auch mit dem Ball am Fuß.« Diesen Worten hat Sandner im März vor allem beim 2:2 in Leinach und beim 2:1 bei Gemünden/Seifriedsburg Taten vorausgehen lassen.
Nun spricht der Torhüter über die Altfelder Serie von elf Partien ohne Niederlage, die Perspektiven nach Strohmengers bevorstehendem Abschied – und wie es ist, wenn der Vater zugleich der Trainer ist.

Altfeld hat zuletzt Anfang Oktober verloren. Woran liegt das?
Sand­ner: Der Grund dafür ist unser Trainer, Benedikt Strohmenger. Er ist ja erst vor dieser Saison gekommen, und es hat gedauert, bis wir so gespielt haben, wie er es sich vorstellt. Vorher haben wir viele lange Bälle gespielt, jetzt setzen wir eher auf ein Kurzpass-Spiel. So eine Umstellung kann nicht per Fingerschnips funktionieren. Jetzt merkt man, dass wir uns mehr und mehr entwickeln.

 

Zur Person: Chris Sandner
Chris Sandner (Torwart, SV Altfeld, Kreisliga Main-Spessart, Saison 2018/19)
Foto: Verein

Geburtstag/-ort: 15. März 1991 in Marktheidenfeld
Wohnort: Wertheim-Mondfeld
Beruf: IT-System- und Netzwerkadministrator bei König & Meyer
Familienstand: ledig
Größe: 1,85 Meter
Gewicht: 88 Kilogramm
Hobby: Fußball, Freunde
Lieblingsverein: FC Bayern München
Frühere Stationen: TSV Kreuzwertheim(1995 bis Januar 2011), DJK Stadtprozelten (Januar 2011 bis Januar 2016)

 

Was macht die Mannschaft jetzt besser als in der Vorrunde?
Sand­ner: Sie spielt besser Fußball. Das ist der ausschlaggebende Punkt. Die Fortschritte lassen sich gut an den beiden Spielen gegen Gemünden/Seifriedsburg erkennen. Das Hinspiel haben wir klar 1:4 verloren, das Rückspiel 2:1 gewonnen.

In der Tabelle der Vorrunde steht Altfeld auf Platz sieben, in der Tabelle der Rückrunde auf Platz drei mit Tuchfühlung zu Platz eins. Trauert die Mannschaft jetzt ein bisschen der wechselhaften Vorrunde nach?
Sand­ner: Nein. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass wir auf Anhieb Erfolg haben. Wenn wir in den ersten Wochen aber jedes Spiel gewonnen hätten, hätte das nur unsere Baustellen kaschiert.

Bedauern Sie Strohmengers Abschied auch deshalb, weil es jetzt gerade läuft und seine Arbeit mehr und mehr Früchte trägt?
Sand­ner: Natürlich. Als er uns gesagt hat, dass er geht, war das ein kurzer Schock. Aber jetzt haben wir es alle akzeptiert. Wenn man kurz drüber nachdenkt, muss man auch sagen: Aus seiner Sicht macht der Schritt nach Retzbach Sinn. Er will ja was erreichen als Trainer.

Er selbst sagt, Ihr Vater, zugleich Ihr Torwarttrainer, trieze Sie manchmal ganz schön. Ist es besonders hart, von seinem Vater trainiert zu werden?
Sand­ner: Das ist tatsächlich nicht immer einfach. Ich werde des Öfteren getriezt. Wir bewegen uns da auf einem schmalen Grat. Aber ich habe mit meinem Vater ausgemacht, dass er auf dem Sportplatz mein Trainer ist und zu Hause mein Vater. Das klappt auch.

Wie oft fliegen trotzdem die Fetzen?
Sand­ner: Häufig. Aber das ist dann auch schnell wieder geklärt.

Zu Hause beim Abendessen wird also nicht noch mal das Spiel nachbesprochen, wenn Ihr Vater Ihnen einen Fehler ankreidet?
Sand­ner: Natürlich spricht man auch zu Hause über Fußball. Das ist nicht verboten bei uns. Aber es ist ein konstruktiver Austausch. Mein Vater war früher ja selbst Torwart.

Tobias Wießmann folgt in Altfeld auf Strohmenger. Wie bewerten Sie diese Entscheidung der Verantwortlichen?
Sand­ner: Er hat sich bei uns vorgestellt und dabei einen sympathischen Eindruck gemacht. Er setzt auch auf ein Kurzpass-Spiel. Ich denke, wir können auch mit ihm das erste Drittel der Tabelle anpeilen.

 

Sebastian Leisgang

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