Es spricht viel für einen Fehler des Schiedsrichters nach kuriosem »Platzverweis«

Schollbrunn protestiert nicht

Kreisklasse Würzburg 4
2 Min.

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Schiedsrichter
Foto: Frank Kleefeldt (dpa)
Zu ei­nem un­ge­wöhn­li­chen und um­s­trit­te­nen »Platz­ver­weis« ist es am Sams­tag, wie be­rich­tet, in der Kreis­klas­se Würz­burg 4 in Scholl­brunn ge­kom­men. Ein sport­ge­richt­li­ches Nach­spiel dürf­te es aber nicht ge­ben.

Ein Gäste-Akteur vom SV Kist bekam in der 40. Minute die Gelbe Karte. Dem Unparteiischen fiel dabei auf, dass der Spieler nicht auf dem Spielberichtsbogen stand. Der Schiedsrichter ließ ihn nicht mehr spielen, Kist durfte aber im zweiten Durchgang einen anderen Spieler einsetzen.

Kreisportgericht-Vorsitzender Werner Pfeifer hat bisher keine Informationen zu dem Vorfall. »Es scheint kein strafwürdiges Geschehen vorzuliegen, sonst läge das jetzt schon bei uns auf dem Tisch«, so Pfeifer.

»Ob das mit dem Spielberichtsbogen ein Systemfehler war oder ein Bedienungsfehler unsererseits - wir haben das mit dem Handy gemacht - können wir nicht mehr nachvollziehen«, sagt SVK-Abteilungschef Gerhard Beck. Laut der Statuten dürfe man bis 15 Minuten nach der Partie den Spieler nachtragen und habe sogar bis zu drei Tage Zeit, das Ganze nachzuholen.

Nur zehn Mann in der Startelf

Beck, dem ein transparenter, offener und fairer Umgang mit allen Regularien und Beteiligten am Herzen liegt, war die Nachfrage unseres Medienhauses unangenehm. Er wolle da kein großes Ding draus machen. Dennoch sagt er: »Eigentlich hätte der Unparteiische zu Spielbeginn sehen müssen, dass da einer fehlt. Wir hatten zehn in der Startelf und fünf Ersatzspieler«, sagt er.

Alle Dokumente vorgelegt

In der Halbzeitpause sei man dann unter Zeugen mit allen notwendigen Dokumenten wie Spielerpass und Personalausweis zusammen mit dem Spieler zum Schiedsrichter gegangen und habe die Angelegenheit klären wollen. Dieser habe dann den Akteur trotzdem nicht mehr spielen lassen. »Ich habe dann direkt mit Kreisspielleiter Marco Göbet gesprochen. Und ihm gesagt, dass wir nun einen anderen Spieler einsetzen, weil die Partie sonst abgebrochen wird. Das Ganze kann ich nicht nachvollziehen, und ich denke, dass es nur ein EDV-Problem war, das man einfacher hätte regeln können. Der Schiedsrichter hat meiner Ansicht nach nicht ganz regelkonform gehandelt«, so Beck.

Verein ist verantwortlich

Kreisspielleiter Göbet sagt: »Es gibt eine klare Regelung. Der Verein ist selbst verantwortlich, welchen Spieler er spielen lassen will, und welchen nicht«. Wenn der Schiedsrichter der Meinung sei, dass ein Spieler zu Unrecht eingesetzt würde, könne er eine Meldung machen, müsse den Akteur aber spielen lassen. Im Nachgang könne jeder, also auch Zuschauer, es zur Anzeige bringen, wenn er der Meinung sei, dass ein Spieler zu Unrecht eingesetzt wurde.

Die Partie gewann Kist mit 2:0. Der SC Schollbrunn hat laut Vorstandssprecher Marcel Boos keinen Protest eingelegt und hat auch keine Anzeige geplant.

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