Dienstag, 13.11.2018

Scheidung nach gut drei Jahren

Kreisklasse WÜ 3 Freitag, 07.09.2018 - 21:19 Uhr

Mar­kus Fi­scher ist nicht mehr Spie­ler­trai­ner des FC Rup­perts­hüt­ten. Das hat der 30-Jäh­ri­ge mit­ge­teilt und da­bei von ei­nem Rück­tritt ge­spro­chen.

Abteilungsleiter Jörg Albert hingegen nannte die Trennung einvernehmlich - und präsentierte prompt eine Interimslösung für das Derby am Sonntag (15 Uhr) in der Fußball-Kreisklasse Würzburg 3 gegen Langenprozelten/Neuendorf.

Vielleicht muss man sich das Ganze wie in einer Ehe vorstellen. Anfangs waren beide Parteien glückstrunken. Markus Fischer, weil Ruppertshütten ihm die Gelegenheit verschafft hatte, als Trainer zu arbeiten, und der Verein, weil er mit Fischer einen erstklassigen Torwart gewonnen hatte. Wie das hier und da aber eben in einer Ehe vorkommt, verflog auch beim FCR die anfängliche Begeisterung irgendwann.

»Ich möchte nicht auf Details eingehen«, sagte Fischer, bevor er am Freitagabend seine Mannschaft informierte. »Es hat für mich einfach schon seit längerer Zeit im Verein und in der Mannschaft nicht mehr gepasst.« Deshalb hat sich der 30-Jährige aus Fellen entschieden, sein Amt in Ruppertshütten niederzulegen.

»Es ist wohl das Beste für den Verein und für mich, wenn wir getrennte Wege gehen.« Er blicke zwar sehr gerne auf die Zeit zurück, schließlich habe er auch abseits des Fußballplatzes »viele Freunde gefunden«. Zuletzt sei in ihm aber der Entschluss gereift, dass es besser sei, den Weg freizumachen.

Albert: Es war einvernehmlich

Ruppertshüttens Abteilungsleiter Jörg Albert hingegen erklärt: »Ich halte eigentlich nicht viel von dem Spruch, aber es war wirklich so: Wir haben uns einvernehmlich getrennt.« Dieser Schritt sei ihm zwar sehr schwer gefallen, »weil ich mit Markus auch privat gut befreundet bin«, allerdings sei auch er in den vergangenen Wochen zu der Überzeugung gelangt, dass eine Trennung unausweichlich ist. Dabei war es anfangs eine Erfolgsgeschichte zwischen Fischer und dem FCR.

Vor drei Jahren war der Torhüter aus der Landesliga vom TuS Frammersbach in die A-Klasse nach Ruppertshütten gewechselt, um ins Trainergeschäft einzusteigen. In seiner Premierensaison führte er die Mannschaft auf Anhieb in die Kreisklasse und beschloss das erste Jahr in dieser prompt auf Rang vier, nur drei Punkte hinter dem BC Aura, der in der Relegation um den Aufstieg in die Kreisliga spielte. Deshalb sagt Fischer: »Die drei Jahre waren sehr erfolgreich. Ich werde immer wieder gerne nach Ruppertshütten kommen.«

0 Punkte, 4:14 Tore

Zuletzt blieben die Erfolge allerdings aus. Nach vier Spielen steht der FCR mit null Punkten und 4:14 Toren am Tabellenende. Dennoch beteuert Fischer: »Mit der sportlichen Situation hat mein Rücktritt überhaupt nichts zu tun.« Auch Albert betont: »Es liegt nicht an Markus, dass wir so schlecht dastehen. Wir haben momentan so viele Verletzte, da hätte kein Trainer der Welt etwas ausrichten können.«

Wieso aber haben sich die Verantwortlichen dann ebenfalls für eine Trennung entschieden und nicht abgewartet, bis sich das Lazarett lichtet? »Bei einem neuen Trainer«, antwortet Albert vielsagend, »sind manche Spieler auf einmal doch nicht so schwer verletzt und ziehen das Training eher durch, weil sie sich beweisen müssen.« Der Abteilungsleiter hofft nun, dass sich dieser Effekt in den kommenden Wochen einstellt.

Lösung bis Saisonende gesucht

Beim Derby gegen Langenprozelten/Neuendorf wird mit Markus Sator ein Spieler die Mannschaft interimsweise betreuen, ehe Albert bereits in der nächsten Woche eine Übergangslösung bis Saisonende vorstellen möchte. »Wir haben zwei Optionen, was die Nachfolge von Markus betrifft: eine interne und eine externe«, sagt Albert. Während Fischer auf die Frage nach seiner Zukunft antwortet: »Ich möchte weiter als Trainer arbeiten. Das macht mir extrem viel Spaß.« Trotz der vergangenen Wochen in Ruppertshütten, die nun zur Scheidung geführt haben.

SEBASTIAN LEISGANG
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