Frammersbachs Sportleiter Jochen Mill stellt eine lange Mängelliste auf

Von schlechter Einstellung bis zu fehlenden Ideen

Landesliga Nordwest
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Nicht gut gelaunt: TuS-Sportchef Jochen Mill.
Foto: Denise Nadler
Am En­de sei­ner Ana­ly­se sagt Jo­chen Mill ei­nen Satz, bei dem die Spie­ler des TuS Fram­m­ers­bach al­les an­de­re als gut weg­kom­men. Ei­gent­lich ist Mill ein be­son­ne­ner Mann, der nur sel­ten öf­f­ent­lich Kri­tik übt. Auch nach schwachen Spielen nimmt er die Mannschaft eher in Schutz und findet aufmunternde Worte, doch jetzt, nach dem Heim-1:1 gegen den SV Friesen in der Landesliga Nordwest, scheint es ihm ein Anliegen, eine Botschaft zu platzieren.

Mill sagt also: »Man hat gesehen, was passiert, wenn man denkt, dass man eine Mannschaft im Vorbeigehen schlagen kann.« Eine Aussage, die die Mannschaft auch deshalb nicht gerade in einem guten Licht dastehen lässt, weil es nicht das erste Mal ist, dass ihre Einstellung in Frage gestellt wird.

Allzu lange ist es ja noch nicht her, dass Spielertrainer Patrick Amrhein eine gewisse Selbstzufriedenheit bei seinem Team ausgemacht hat. Der Ex-Profi bezog seine Kritik zwar nur auf vereinzelte Spieler und sprach auch davon, dass er grundsätzlich damit zufrieden sei, wie ihm die Mannschaft folge. Im Amateurfußball sei es aber generell so, und da bilde Frammersbach keine Ausnahme, dass die Spieler eher zum Training kämen, so Amrhein, »um halt da zu sein« - und eben nicht, um sich zu verbessern.

Mill wollte sich dieser Kritik nicht anschließen; als er aber am Sonntagabend nach dem 1:1 gegen Friesen das Spiel Revue passieren ließ, wurde auch er so deutlich wie lange nicht mehr. Die Mängelliste, die Frammersbachs Sportleiter nach der Partie ausführte, war ziemlich lang und reichte von individuellen Fehlern, über mangelnde Ideen in der Offensive bis hin zu unzureichender Zweikampfführung.

Die Mannschaft hatte Friesen unterschätzt - und das, obwohl die Oberfranken als Tabellenachter an die Orber Straße gekommen waren. Auswärts hatten sie zwar fünf der ersten sechs Spiele verloren; dass Friesen aber durchaus Qualität hat, zeigt ein 1:0 gegen den FC Coburg und ein 2:2 gegen den TSV Karlburg.

Obwohl fast alle an Bord sind

»Wir hatten die Möglichkeit, uns von unten abzusetzen«, sagte Mill am Sonntagabend, »aber uns fehlt einfach die Konstanz, obwohl mittlerweile fast alle Mann an Bord sind.« Nach dem ersten Saisondrittel steht Frammersbach gerade einmal zwei Punkte über den Relegationsplätzen. Ein Status quo, mit dem im Nordspessart niemand zufrieden ist, da die Mannschaft eigentlich das Zeug für die obere Tabellenhälfte hat. Das ist auch der eigene Anspruch, den Spieler und Verantwortliche in dieser Saison schon häufiger formuliert haben - gerecht wird ihm das Team bislang allerdings nicht.

Nun bekommt es Frammersbach an den ersten Oktober-Tagen mit dem 1. FC Sand und dem TSV Rottendorf zu tun, zwei Mannschaften, die hinter Amrheins Mannschaft stehen. Sowohl am Samstag als auch am Montag sind drei Punkte Pflicht, denn das, was danach kommt, hat es in sich. Erst trifft Frammersbach auf ein wiedererstarktes Vatan Spor, dann steht ein spielfreies Wochenende an, ehe der Tabellenzweite FC Coburg und der Tabellensechste DJK Dampfach zum Abschluss der Vorrunde warten.

Dass die Mannschaft alles mitbringt, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, hat sie auch in dieser Saison schon gezeigt. Dass sie aber noch kein einziges Mal zwei Siege nacheinander eingefahren hat, dokumentiert auch, dass es derzeit nicht reicht, um eine bessere Rolle in der Landesliga einzunehmen.

Hintergrund: Vier Punkte mehr als in der Saison 2014/15

Als die Frammersbacher letztmals in der Landesliga Nordwest spielten und am Ende der Saison 2014/15 in die Bezirksliga abstiegen, hatten sie nach den ersten 13 Spielen zwölf Punkte auf dem Konto und standen mit 17:23 Toren da. Jetzt haben die Nordspessarter vier Zähler mehr gesammelt und ein Torverhältnis von 18:18 vorzuweisen. Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass es seinerzeit nur zwei Direktabsteiger gab - in diesem Jahr sind es drei. Um auch den Gang in die Relegation zu vermeiden, muss Frammersbach nicht weniger als sechs Mannschaften hinter sich lassen. 

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