Wie sich Michael Winkler nach seiner Horror-Verletzung zurückgekämpft hat

Jetzt will er den ASV Rimpar in die Landesliga schießen

Bezirksliga Unterfranken-West
2 Min.

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Ist in Rimpar wieder voll im Geschäft: Michael Winkler.
Foto: Julien Christ, sportfotografie.de
Oft ist es eher da­hin­ge­sagt, wenn ei­ner be­haup­tet, er kön­ne sich an et­was er­in­nern, als sei es erst ges­tern pas­siert, bei Mi­cha­el Wink­ler ist es aber tat­säch­lich so.

Das Datum, der 13. Mai 2018, hat sich zwar nicht in seinem Gedächtnis eingebrannt - was aber passiert ist an diesem Sonntagnachmittag vor vier Jahren, das weiß der Angreifer des ASV Rimpar noch ziemlich genau.

Winkler spielte damals für den FV Karlstadt. Das letzte Heimspiel am Baggertsweg, noch einmal 90 Minuten vor eigenem Publikum, zu Gast war der FC Viktoria Kahl, der bereits als Meister und Aufsteiger in die Landesliga feststand. Die Partie war im Grunde unbedeutend, denn Karlstadt hatte den Klassenerhalt in der Bezirksliga längst gesichert.

Rücksichtslose Grätsche

Doch dann gab es dieses Foulspiel an der Seitenlinie. Beim Stand von 1:0 für Karlstadt wurde Winkler mit einer Grätsche derart rüde von den Beinen geholt, dass er sich gleich eine ganze Liste an Verletzungen zuzog: doppelter Wadenbeinbruch, Knöchelbruch sowie ein Syndesmose-, Innen- und Außenbandriss. Kurzum also: ein Totalschaden.

Winkler lag sechs Tage im Krankenhaus und hatte dann einen weiten und beschwerlichen Weg zu gehen, um wieder auf den Platz zurückzukehren. Der 31-Jährige aus Urspringen wechselte zwar in jenem Sommer - wie es längst geplant war - von Karlstadt nach Rimpar, musste aber 13 Monate pausieren und hatte auch nach seinem Comeback noch Beschwerden.

Vom Verein gut unterstützt

»Es war ein langer Weg«, sagt Winkler. Vor allem für die Psyche war es in den ersten Wochen nach seiner Rückkehr alles andere als leicht, doch mittlerweile hat er die anfängliche Scheu in den Zweikämpfen abgelegt. »Ich habe ganz gut zurückgefunden«, sagt Winkler, »es hat zwar ein bisschen gedauert, bis ich alles verarbeitet habe, aber Rimpar hat mich in dieser Zeit sehr gut unterstützt. Jetzt habe ich keine Angst mehr.«

Wenn Rimpars Angreifer heute über seine Verletzung spricht, kommt er ziemlich abgeklärt daher. Er weiß ja, dass die Geschichte ein gutes Ende genommen hat. Er sitzt längst wieder mit seinen Teamkollegen in der Kabine, er steht wieder auf dem Platz - und er trifft wieder. Auch am Freitagabend in Frammersbach?

»Auf uns selbst konzentrieren«

Dann entscheidet sich, ob Rimpar nach nur einem Jahr auf direktem Weg wieder in die Landesliga zurückkehrt. »Es wird darauf ankommen, von Anfang an wach zu sein«, sagt Winkler. Er weiß zwar um die Bedeutung, die TuS-Spielertrainer Patrick Amrhein für die Frammersbacher hat - er findet aber: »Ich könnte jetzt sagen, dass wir sehr gute Chancen haben, wenn wir ihn ausschalten, aber wichtiger ist, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und unser Spiel machen.«

Dann, sagt Winkler, sehe er für seine Mannschaft gute Chancen, die Partie an der Orber Straße zu gewinnen. Für Rimpar wäre es die Krönung einer durchaus komplizierten Saison. Zwischenzeitlich sei immer wieder eine ganze Reihe an wichtigen Spielern verletzungsbedingt ausgefallen, berichtet Winkler und hebt dann einen Aspekt hervor, der Rimpar in dieser Saison als Spitzenmannschaft ausgezeichnet hat: »Wir haben immer sehr selbstbewusst von hinten rausgespielt.«

Keine Schonung mehr

Dieses Selbstbewusstsein hat auch er selbst wieder. Dem Körper wieder zu vertrauen, in direkten Duellen nicht zurückzuziehen, sich selbst nicht zu schonen: Es war zwar ein steiniger Weg, bis all das wieder möglich war - doch Michael Winkler ist diesen Weg gegangen.

Ein Interview mit dem Frammersbacher Torjäger Dominik Englert lesen Sie demnächst auf main-kick.de

Zur Person: Michael Winkler

Vor vier Jahren hat sich Michael Winkler dem ASV Rimpar angeschlossen. In dieser Saison erzielte der Mittelstürmer bislang acht Tore und ist damit nach Sandro Kramosch (27) der zweitbeste Schütze des Landesliga-Absteigers. Bevor es Winkler im Sommer 2018 nach Rimpar zog, spielte er für den FV Karlstadt in der Kreis- und Bezirksliga sowie für den TSV Karlburg in der Landesliga.

Winkler ist 31 Jahre, ledig und Vater einer Tochter. Er arbeitet als Schreiner und stammt aus Urspringen, mittlerweile wohnt er mit seiner Freundin und seinem Kind in Stetten. (sl)

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