Mittwoch, 21.11.2018

Eine Trennung mit großen Fragezeichen

A-Klasse WÜ 5 Donnerstag, 23.08.2018 - 19:44 Uhr

Nach ge­ra­de ein­mal ei­ner Par­tie in der Fuß­ball-A-Klas­se Würz­burg 5 hat sich der SV Rieneck von Trai­ner Chris­ti­an Weikin­ger ge­t­rennt - und da­mit selbst Ve­r­eins­funk­tio­nä­re und die ei­ge­nen Spie­ler über­rascht.

Am vergangenen Sonntag stand Christian Weikinger ein schwerer Gang bevor. Es war an der Zeit, von jenen Spielern Abschied zu nehmen, mit denen er in den vergangenen beiden Jahren so viel erlebt hatte: einen Aufstieg, eine verkorkste Saison in der Kreisklasse und letztlich den Abstieg in der Relegation. Ein Auf und Ab, das zusammengeschweißt hat. Deshalb sagt Weikinger jetzt: »Natürlich ist mir der Abschied schwer gefallen, ich habe immerhin zwei schöne Jahre in Rieneck verbracht.«

Dass diese nun abrupt geendet haben, lag offenbar auch am missratenen Saisonauftakt vor knapp zwei Wochen, dem 1:5 bei Wombach II. Die 90 Minuten bewegten Sportvorstand Bernd Lengler, die Reißleine zu ziehen. »Als Mensch hätten wir keinen Besseren haben können, das Drumherum hat sehr gut gepasst«, erklärt Lengler, »aber die Mannschaft hat sich nicht weiterentwickelt. Und der Verein war in einigen Punkten anderer Auffassung als er.«

Auch Weikinger verneint die Frage, ob es nichtsportliche Gründe für die Trennung gegeben habe. »Es ging nur um Trainingsinhalte«, sagt der 38-Jährige aus Obersinn, »ich möchte die Einheiten modern gestalten. Ich habe meine Philosophie und lasse mich nicht verbiegen. Der Vorstand hat mir aber vorgeworfen, das Training sei zu kompliziert.« Die Spieler seien diesbezüglich anderer Meinung gewesen, betont Weikinger: »Deshalb waren einige sehr verwundert, als sie von der Trennung gehört haben. Das Verhältnis zur Mannschaft war intakt. Man wird im Kader keine fünf Spieler finden, die die Entlassung nachvollziehen können.«

Jetzt gibt es keinen neuen Job

Dass er den Schritt dennoch derart früh in der Saison vollzogen hat, liege auch daran, so Lengler, dass er sich kürzlich in den Urlaub verabschiedet und den SVR damit um die Möglichkeit gebracht habe, in ein oder zwei Wochen die Notbremse zu ziehen. »Der Zeitpunkt ist ungewöhnlich«, weiß Lengler, »aber ich bin jetzt drei Wochen weg und wollte nicht so lange warten, bis wir reagieren können.«

Weikingers Aus nach gerade einmal 90 Minuten überraschte selbst SVR-Funktionäre und die Mannschaft. Auch Weikinger selbst traf die Nachricht von seiner Beurlaubung unerwartet: »Natürlich war ich sehr überrascht. Der Zeitpunkt ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch sehr bedauerlich, weil ich jetzt weder als Spieler den Verein wechseln, noch einen Posten als Trainer finden kann.« Deshalb wäre es geschickter gewesen, nach dem Abstieg auseinanderzugehen, findet Weikinger. »So ist es schlechter Stil«, sagt er, »die Gründe, die Bernd für die Trennung anführt, sind ja nicht plötzlich über Nacht aufgetaucht.«

Vielleicht auch bis Saisonende

Weikinger hatte Rieneck vor zwei Jahren in der A-Klasse übernommen und in seiner ersten Saison in die Kreisklasse geführt. In der Relegation im vergangenen Mai konnte er den direkten Wiederabstieg allerdings nicht verhindern. Nach einem 3:5 im Elfmeterschießen gegen Rechtenbach musste der SVR den Rückweg in die A-Klasse antreten. Weikinger ist sich aber sicher: »Wir hätten eine gute Saison gespielt, auch wenn es in Wombach holprig gestartet ist«.

Eine Reaktion auf das 1:5 zeigte Rieneck am vergangenen Sonntag beim 1:0 gegen Sendelbach/Steinbach II - im ersten Spiel unter Weikingers Nachfolger Oliver Gleiß. Der bisherige Physiotherapeut des Teams war in den 90er-Jahren ein Top-Bezirksliga-Stürmer im Rienecker Trikot, hat den SVR in der Saison 1997/98 schon einmal als Spielertrainer betreut und arbeitete auch als Jugendtrainer.

Nach dem erfolgreichen Debüt in der Vorwoche steht am Sonntag (13 Uhr) das erste Auswärtsspiel unter seiner Federführung bei Neuhütten/Wiesthal II an. Wie lange Gleiß die Mannschaft anleiten wird, ist noch offen. »Vielleicht bis Weihnachten, vielleicht bis Saisonende«, sagt Lengler.

Die Spiele:

Sonntag, 13 Uhr

FV Gemünden/Seifriedsburg II (3, Platz 7) - FC Wiesenfeld/Halsbach II (3, Platz 6). - Sei?friedsburg. - Vorsaison: 4:1 (H), 8:2 (A). - Unser Tipp: 1.

SV Sendelbach/Steinbach II (0, Platz 11) - FV Steinfeld/Hausen/Rohrbach II (3, Platz 5). - In Steinbach. - Unser Tipp: 2.

DJK WombachII (3,Platz 9) - DJK Fellen (6, Platz2). - Unser Tipp: 2.

TSV Neuhütten/Wiesthal II (0, Platz 13) - SV Rieneck (3, Platz 10). - In Wiesthal. - Unser Tipp: 2.

Sonntag, 15 Uhr

FV Bergrothenfels/Hafenlohr (3, Platz 8) - ASV Hofstetten (6, Platz 4). - In Hafenlohr. - Unser Tipp: 1.

TSV Sackenbach (0, Platz 14) - Spvgg Waldzell/Ansbach/Roden (0, Platz 12). - Unser Tipp: 2.

FV Mittelsinn/Obersinn (6, Platz 3) - BC Aura (6, Platz 1). - In Mittelsinn. - Unser Tipp: 0.

Sebastian Leisgang
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