Freitag, 16.11.2018

Eichenbühl hat nicht nur Pech am Schuh

Kreisklasse AB 3 Donnerstag, 08.11.2018 - 13:19 Uhr

Die drei Punk­te wol­len bei­de Trai­ner. Ein Sieg wä­re ein ver­söhn­li­cher Ab­schluss der Vor­run­de in der Fuß­ball-Kreis­klas­se Aschaf­fen­burg 3, die we­der für den VfB Ei­chen­bühl noch für die SG Al­ten­buch/Brei­ten­brunn wie er­hofft ver­lief.

Eichenbühl steht nach acht Spielen ohne Sieg unter Erfolgsdruck, und auch die Gäste brauchen als Tabellenzehnter jeden Punkt, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten.

»Unterm Strich fehlen uns einige Punkte, die wir unnötig hergegeben haben. In drei, vier Spielen waren wir eine Halbzeit besser, hätten den Sieg verdient gehabt und haben ihn dann durch individuelle Fehler hergegeben«, sagt Thorsten Konrad, Spielertrainer der SG Altenbuch/Breitenbrunn.

Auch Eichenbühls Spielertrainer Daniel Schmitt hadert etwas mit Fortuna: »Es gab einige Spiele, die wir mit einem Tor verloren haben. Manche davon hätten ganz anders ausgehen müssen. Wir kassieren Tore, die wir vorige Saison nicht zugelassen haben, und lassen zu viele Chancen ungenutzt. Da ist die Mannschaft noch zu grün.«

Schmitt nimmt sich da nicht aus. »Auch bei mir klebt Pech am Fuß. Ich habe sechs Tore erzielt, aber es müssten mindestens doppelt so viele sein.« Gegen Türk Miltenberg und Türk Erlenbach hatte er die Führung mehrfach auf dem Fuß. »Dann entscheidest du dich falsch und verlierst das Spiel durch einen Sonntagsschuss.«

Der Teamleiter einer Produktionslinie ist derzeit nicht zu beneiden. »Die Situation spricht ganz klar gegen uns. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe.« Zumal Schmitt das Hauptproblem des Aufsteigers kennt, ohne derzeit dagegen etwas tun zu können. »Uns haben vor der Saison fünf Leute verlassen, die wichtige Stammspieler in der ersten Mannschaft waren.« Er nennt zuvorderst Thorsten Hlinka und Christopher Birkholz, die ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben - Hlinka aus Altersgründen (38), Birkholz (29) nach einem Kreuzbandriss. Ex-Co-Trainer Faruk Avan (37) kickt auch nicht mehr und trainiert nun die A-Junioren in Bürgstadt. Tim Macharowsky hat sich aus privaten Gründen zurückgezogen. Sven Lappe, der vorige Saison 13 Tore für den VfB erzielte, ist ins Badische gewechselt. Vor allem im Defensivbereich war der Aderlass an Erfahrung groß.

Doch der VfB wurde auch während der Saison personell gebeutelt. Manuel Henn, ein junger Spieler, der vorige Saison 14-mal traf, fehlte die ersten beiden Spiele wegen eines Handbruchs. Im dritten Spiel, beim einzigen Sieg der Saison (5:1 gegen Faulbach), zog sich Henn nach 20 Minuten einen doppelten Wadenbeinbruch zu. Es ist offen, wann er wieder spielt.

Nur ein Neuzugang

»In Summe sechs Mann, die wir in der Breite nicht ersetzen können, so gut ist unser Kader nicht. Wir hatten vor der Runde nur einen Neuzugang. Es heißt ja immer, wenn man eine Liga aufsteigt, muss man sich verstärken. Bei uns war das Gegenteil der Fall«, sagt Schmitt und fügt noch die letzte Hiobsbotschaft hinzu: Dominic Kolke fällt mit Muskelfaserriss wohl auch bis zur Winterpause aus. Der Kapitän ist eine Stammgröße in der Innenverteidigung. »Wir sind im Moment wirklich am Improvisieren.«

Da müsste sich Thorsten Konrad fast schon wie im Paradies fühlen. »Ich hoffe, dass die Verletzten zurückkehren«, sagt der 35-Jährige vor dem Gastspiel in Eichenbühl. »Ich persönlich werde auch zurückkehren. Ich hatte wegen eines Nasenbeinbruchs zwei Wochen pausiert und bin am Wochenende zumindest wieder im Kader.«

Aber nicht nur deshalb ist Konrad weiter optimistisch. »Als Ziel haben wir gesichertes Mittelfeld ausgegeben und dabei bleibe ich.« Allerdings sei die Kreisklasse 3 unberechenbar. »Da ist alles eng zusammen.« Deshalb will der Industriekaufmann aus Rauenberg nicht von einem Pflichtsieg in Eichenbühl sprechen. »Man kann in dieser Klasse nicht von Pflichtsieg sprechen. Hier kann jeder jeden schlagen. Das sieht man ja an den Ergebnissen der vergangenen Woche - da hat Türk Miltenberg den Tabellenführer aus Amorbach bezwungen.«

Und auch den kommenden Gegner, den er nicht kennt, will er nicht unterschätzen. »Die haben zu Hause Faulbach mit 5:1 bezwungen - und Faulbach ist auch keine Laufkundschaft.«

»In Eichenbühl ist es sehr unangenehm zu spielen, wir sind heimstark und haben vorige Saison 13 Spiele zu Hause zu null gespielt«, sagt denn auch Daniel Schmitt mit einem Anflug von Stolz. Ohnehin macht er seiner Mannschaft trotz aller Widrigkeiten große Komplimente. »Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen: Sie kämpft, rackert, probiert alles und steckt den Kopf nach einem Rückstand nicht in den Sand.« Dass das Team funktioniere, sehe man auch an der guten Trainingsbeteiligung.

Verbesserungsbedarf ist aber unstrittig. Schmitt erinnert aber zugleich an die jungen Spieler, die aus der eigenen Jugend nun gleich »in die Kreisklasse geschmissen« wurden. Da fehle selbstverständlich manchmal noch die Cleverness. Und das mache sich in Zahlen bemerkt. Gerade im Vergleich der beiden sonntäglichen Kontrahenden. »Das Torverhältnis ist fast gleich, aber Altenbuch hat zwölf Punkte und wir sechs.«

Womit wieder die Punkteverteilung am Sonntag angesprochen ist. »Wir wollen definitiv drei Punkte holen, wir wollen definitiv in der Liga bleiben«, sagt Schmitt. Doch sein Gegenüber schickt auch eine Kampfansage: »Unser Blick geht nach vorne, wir wollen schleunigst Punkte sammeln und unser Punktekonto aufbessern. Und am besten damit in Eichenbühl anfangen.«

Andreas Schantz
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