Dienstag, 25.09.2018

»Lebensversicherung« setzt einmal aus

Kreisklasse AB 1 Sonntag, 26.08.2018 - 19:37 Uhr

Nein, ein fuß­bal­le­ri­scher Le­cker­bis­sen war das nicht - eher schon der­be Haus­mann­kost: Ein­tracht Men­s­en­ge­säß und der FC Hoch­spess­art trenn­ten sich in der Kreis­klas­se Aschaf­fen­burg 1 nach ei­nem vor­wie­gend kämp­fe­risch ge­präg­ten Spiel mit 1:1.

Während die Platzherren mit ihrem neuen Trainer Markus Wosiek in dieser Saison als Saisonziel lediglich den Klassenerhalt anstreben, sind die Ambitionen des aus der Fusion von Heigenbrücken und Heinrichsthal hervorgegangenen FC Hochspessart doch um einiges höher. Der sehr jungen Gästeelf (in der Startelf standen sechs Spieler mit einem Alter um die 20 Jahre) gehört zweifellos die Zukunft. Wie am Sonntag deutlich wurde, fehlt dazu aber noch ein Stück weit die Erfahrung.

Unebener Platz

Symptomatisch war gleich die erste Torszene nach vier Minuten: Die Gästeabwehr ließ Franco Maiolo - mit 46 Jahren ältester Akteur auf dem Feld - aus den Augen, das hätte schon das 1:0 sein müssen. Beide Teams versuchten es mit einer ähnlichen Taktik: Lange Bälle sollten die Stürmer in Szene setzen, Kombinationsspiel fand dagegen kaum statt. Viele Bälle versprangen auch auf dem etwas unebenen Rasen, schon bei der Ballannahme hatten fast alle Akteure so ihre Probleme. Bis auf zwei Distanzschüsse von Ostojic und Fath geriet das Gehäuse des Mensengesäßer Keepers Matthias Stadtmüller nicht in Gefahr.

Auf der Gegenseite war es mit dem Pausenpfiff noch einmal Franco Maiolo, dessen Kopfball der 19-Jährige Keeper Mohamed Al Berqdar glänzend parierte. Al Berqdar hätte zum Mann des Tages werden können, wäre da nicht die 47. Minute gewesen: Maiolos haltbaren Flachschuss von der rechten Strafraumgrenze ließ er durch die Hosenträger ins Tor rutschen.

Doch diesen kapitalen Fehler machte der wuschelköpfige Zerberus in der Folge gleich mehrfach wieder wett: Sei es durch in Neuer-Manier gewonnene Zweikämpfe gegen frei auf ihn zulaufende Mensengesäßer, sei es durch glänzende Paraden auf der Linie. Unfassbar aus Mensengesäßer Sicht, dass er eine Doppelchance in der 55. Minute noch in der Art eines Panthers vereiteln konnte. Hochspessart spielte nun mehr nach vorne, war aber dadurch hinten anfällig. Hätten sich Koc und Hofmann nicht gegenseitig behindert, wäre Al Berqdar wohl machtlos gewesen.

Der Ausgleich fiel dann aus heiterem Himmel: Torwart Stadtmüller irrte orientierungslos im Strafraum umher, der Ball kam zu Ostojic, der die Kugel aus zwölf Metern nicht einmal richtig traf, trotzdem hoppelte sie gemächlich ins verlassene Tor.

Fischer hätte die Partie noch komplett drehen können, verzog aber freistehend. Sternheimer leistete sich noch mit beiden Beinen voraus ein rüdes Foul an Vigelius, statt der Gelben hätte Schiedsrichter Greubel hier durchaus auch die Rote Karte ziehen können.

Stimmen zum Spiel

Muhamed Preljevic (Trainer des FC Hochspessart): »Ich wusste, dass es heute ein ekliges Spiel geben würde. Der Platz war nicht gut. Mit dem Remis können wir zufrieden sein, der Torwart hat uns gerettet.«

Markus Wosiek (Spielertrainer Mensengesäß): »Man hat heute gesehen, dass wir uns auch vor höher eingestuften Gegnern der Klasse nicht verstecken müssen. Unser kleiner Platz kommt einem Gegner, der schnell die Wege zustellt, natürlich entgegen. Aber wir hatten die zwingenderen Chancen. Der Torwart war die Lebensversicherung der Gäste. Wir haben noch ein, zwei Spieler in der Hinterhand, dann sind wir in der Breite noch besser aufgestellt.«

Albrecht Baume
 

Mensengesäß - Hochspessart 1:1 (0:0)

SV Mensengesäß: Stadtmüller, Amberg, Wosiek, Vigelius, Krist, Tobias Hofmann, Heinrichs, Röll, Heininger, Koc, Maiolo, Benjamin Hofmann. FC Hochspessart: Al Berqdar, Sternheimer, Stenger, Kammler, Staab, Fath, Bittner, Brunner, Riedmann, Ostojic, Fischer, Heil. – Tore: 1:0 Maiolo (47.), 1:1 Ostojic (73.). – Schiedsrichter: Greubel (Leidersbach). – Zuschauer: 110

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