Mittwoch, 14.11.2018

Wiesen: Meisterschaft dank Kaderbreite und Teamgeist

Kreisklasse AB 1 Montag, 25.06.2018 - 08:08 Uhr

Zum Abschied von Trainer Udo Löffler erfüllt die Bavaria die Erwartungen und schafft als Favorit die Meisterschaft.

Nach vie­len ver­geb­li­chen Ver­su­chen in den letz­ten Jah­ren, die im­mer wie­der knapp schei­ter­ten, hat der SV Ba­va­ria Wie­sen in die­ser Spiel­zeit der Fuß­ball-Kreis­klas­se Aschaf­fen­burg 1 den Auf­s­tieg in die Kreis­li­ga ge­schafft. Und das zu­recht. Weil völ­lig ver­di­ent. Als Meis­ter.

Die Bavaria schoss die meisten Tore (98), kassierte die wenigsten Gegentore (25) und lief am Ende souverän mit acht Punkten Vorsprung über die Ziellinie. Was nach einer klaren und wenig spannenden Geschichte aussieht, war lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem SV Schöllkrippen, dem späteren Drittplatzierten, dem erst auf den letzten Metern die Luft und die Spieler ausgingen.

Ähnlich war es Wiesen in den letzten Jahren oft ergangen, dass am Ende einer langen kräftezehrenden Saison in den alles entscheidenden Partien zu viele Spieler verletzungsbedingt passen mussten. Die Verantwortlichen bei der Bavaria zogen die richtigen Schlüsse und stellten den Kader breiter auf. »Die breitere und qualitativ hochwertigere Kaderdecke ist der eine Grund, der Teamspirit der andere. So einen Zusammenhalt habe ich noch nie erlebt. Der herrschte nicht nur im Team, nicht nur im Verein, nein im Grunde im ganzen Dorf«, beschreibt Meistertrainer Udo Löffler seine Sicht der Dinge.

Vor drei Jahren übernahm Löffler für den scheidenden Spielertrainer Patrick Amrhein. »Wir wussten nach dem Weggang von Patrick nicht wo wir stehen, hatten eine junge Mannschaft mit extrem viel Talent und haben mit unserem Konzept voll auf die Jugend gesetzt«, skizziert einer der drei Vorstände, Christian Laibacher, die Ausgangslage bei Amtsübernahme von Udo Löffler. In dieser Saison wurde die Mannschaft mit weiteren Ausnahmekönnern gespickt – und es zahlte sich aus.

Von der Konkurrenz wurde das Löffler-Team bereits vor der Saison zum Favoriten auserkoren, die Bavaria aber hielt sich mit forschen Tönen zurück – zumindest nach außen. »Intern war klar, wir wollen Meister werden. Einen Plan B gab es nicht«, sagt Löffler. Bereits in der Winterpause verständigten sich Löffler und der Verein darauf, dass zum Saisonende nach drei Jahren Schluss sein würde – trotz zufriedenstellender Hinrunde. Eine damals überraschende Entscheidung, die – anders als man es hätte erwarten können – die Mannschaft und ihre Leistungen überhaupt nicht beeinflusste. »Bei jungen Mannschaften nutzen sich Trainer-Mannschaft-Verhältnisse ab. Wir wollten nach drei Jahren wieder frischen Wind reinbringen. Das Duo Mehrlich/Aloé war auf dem Markt und wir haben zugegriffen. Im Nachhinein haben wir alles richtig gemacht«, erklärt Laibacher den Trainerwechsel.

Während sich die Bavaria in der kommenden Saison in der Kreisliga misst, macht Löffler, der seine Amtszeit krönen konnte, erstmal eine Pause. »Irgendwann werde ich wieder irgendwo als Trainer auftauchen. Ich habe hier eine hervorragende Zusammenarbeit genossen und das Ziel erreicht. Besser könnte es nicht sein«, blickt Löffler glücklich auf die Episode Wiesen zurück.

Fragt man in Wiesen nach, welches Spiel denn das entscheidende auf dem Weg zur Meisterschaft war, kommt die Sprache schnell auf den 5:1-Sieg im Frühjahr in Schimborn. Die Bavaria hatte gerade gegen Schöllkrippen und Michelbach jeweils nur Unentschieden gespielt und drohte in der Tabelle den Anschluss an Schöllkrippen zu verlieren, als man in Schimborn furios auftrumpfte. »Nach dem Spiel gegen Michelbach saßen wir lange zusammen und haben überlegt, woran es liegt. Es gab viel Druck von Außen, auch die eigene Erwartungshaltung war hoch. Das Spiel gegen Schimborn war daher ein absoluter Befreiungsschlag«, resümiert Laibacher.

Der Rest ist Geschichte. Nach dem Spiel gegen Schimborn holte Wiesen 24 von 24 Punkten. Nur gegen Heigenbrücken/Heinrichsthal dauerte es bis zur letzten Aktion, ehe der 2:1-Siegtreffer doch noch gelang. Der Bavaria-Zug war nicht mehr zu stoppen. Die Kreisliga darf sich auf einen ambitionierten Aufsteiger gefasst machen, der genau da hin gehört.

NIKLAS NAGEL
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