Samstag, 17.11.2018

Schimborn will die Aufholjagd veredeln

Kreisklasse Aschaffenburg 1:Fernduell mit Schöllkrippen – Eigener Sieg in Rothenbuch reicht für Platz zwei – SVS hofft auf Ausrutscher

Donnerstag, 17.05.2018 - 21:50 Uhr

Mit ei­nem Punkt Rück­stand reis­te der SG Schim­born vor zwei Wo­chen zum da­ma­li­gen Zweit­plat­zier­ten SV Sc­höllkrip­pen. Das Au­f­ein­an­der­tref­fen der bei­den Auf­s­tieg­sa­spi­ran­ten am viert­letz­ten Spiel­tag der Sai­son 2017/2018 in der Fuß­ball-Kreis­klas­se Aschaf­fen­burg 1 war als vor­ent­schei­den­de Par­tie im Ren­nen Platz zwei klas­si­fi­ziert wor­den.

Trotz 2:0-Führung musste sich Schimborn am Ende leidenschaftlich kämpfenden Schöllkrippenern mit 2:3 geschlagen geben. Der SVS zog auf vier Zähler in der Tabelle davon. Schimborn schrieb den angestrebten Aufstieg so gut wie ab – die Enttäuschung bei den Schwarz-Gelben war entsprechend groß.

Nur zwei Spieltage später hat sich das Blatt komplett gewendet. Vor dem finalen Akkord am Pfingstmontag liegt die SG vorn (hinter dem bereits feststehenden Meister Bavaria Wiesen) und hält alle Trümpfe selbst in der Hand. Vier Punkte Rückstand hat das Team von Trainer Oliver Wütscher in zwei Begegnungen in einen Zähler Vorsprung gedreht. Gewinnt die SG am letzten Spieltag bei Absteiger Rothenbuch, steht nur noch die Relegation dem Aufstieg in die Kreisliga im Weg.

Euphoriewelle erfasst Verein

Hört man sich bei den Verantwortlichen der SG aktuell um, ist die erste Reaktion zunächst meist ein fassungsloses Kopfschütteln. Kurz danach folgt das Wort »Wahnsinn«. Der ganze Verein wird von einer Euphoriewelle getragen, die vereinseigenen Social-Media-Beiträge werden neuerdings mit dem Hashtag #schwarzgelbwerdetzulegenden versehen.

Ausgelöst wurde dieses neue Selbstbewusstsein, der Glaube an die eigene Stärke von zwei in ihrer Entstehung aberwitzigen Siegen, die viel über Moral und Zusammenhalt im Schimborner Team aussagen: Noch unter dem Einfluss der Niederlage in Schöllkrippen, lag die SG gegen Geiselbach nach 60 Minuten mit 0:3 zurück, ehe ein Foulelfmeter von »Mr. Zuverlässig«, Kapitän Timo Herleth, den Startschuss zu einer fulminanten Aufholjagd gab. Die SG gewann mit 5:3, auch weil die vor der Saison nach Schimborn zurückgekehrten Wütscher-Brüder Marcel und Oliver erneut ihre Torgefahr unter Beweis stellten. Der jüngere der beiden, Marcel, hat bereits 23 Treffer auf dem Konto, Spielertrainer Oliver nach überstandener Langzeitverletzung in der Rückrunde auch schon zehn.

Zeitgleich zum 5:3 der SG unterlag Schöllkrippen Krombach mit 2:3, vier Tage später kam der SVS auch gegen Heigenbrücken/Heinrichsthal nicht über ein 2:2 hinaus. Schimborn dagegen wiederholte das Comeback-Kunststück und verwandelte einen 1:3-Rückstand in Unterzahl in einen späten 4:3-Sieg gegen Michelbach. Wieder behielt Herleth vom Punkt die Nerven zum 2:3, wieder erzielte Marcel Wütscher einen Doppelpack. (Legenden)-Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Während die SG mit mächtig Selbstbewusstsein in die letzte Partie der Saison geht, hat man in Schöllkrippen in den letzten Begegnungen die gute eigene Ausgangsposition verspielt. Dabei allerdings von Fahrlässigkeit zu sprechen ist zu kurz gegriffen, weiß auch SVS-Trainer Karl-Heinz Schmitt: »Man muss am Ende konstatieren, dass unsere Personaldecke einfach zu dünn war und ist. In den letzten Spielen haben uns sieben Spieler gefehlt. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir Platz zwei jetzt wohl doch nicht geschafft haben, riesig ist die Enttäuschung aber nicht. Vor der Saison hätte uns keiner zugetraut, dass wir so lange so weit oben stehen. Wir haben das Beste aus uns rausgeholt und sehen die Runde sehr positiv.«

Alles ist möglich

Trotz der vermeintlich einfachen Aufgabe der Schimborner in Rothenbuch hat Schmitt die Hoffnung auf einen Ausrutscher des Konkurrenten aber noch nicht aufgegeben: »Normalerweise ist es durch, aber es ist immer noch Fußball. Und im Fußball kann alles passieren. Schimborn hat sich in den letzten Spielen auch nicht nur mit Ruhm bekleckert. Wir versuchen unser Spiel zuhause gegen Mensengesäß zu gewinnen und schauen dann mal, wie es ausgeht.«

Wer die letzten Spiele von Schimborn gesehen hat, der ahnt: Die SG kann nur spektakulär. Für Hochspannung am letzten Spieltag ist gesorgt. Man darf gespannt sein, wer nach Abpfiff am Pfingstmontag über Platz zwei jubeln darf – Schimborn oder doch Schöllkrippen.

NIKLAS NAGEL
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